Wie wirksam ist Hypnose in der Schmerztherapie?

Wie wirksam ist die Hypnose in der Schmerztherapie

Hypnose ist ein veränderter Bewusstseinszustand, in welchem man sich in entspanntere Gedanken, Ideen, Bilder und Gefühle verlieren und sich leichter von schmerzhaften Wahrnehmungen lösen kann. Viele Menschen, die von den therapeutischen Möglichkeiten der Hypnose profitieren sprechen gut auf Suggenstionen in Bezug auf eine geringere Schmerzwahrnehmung, ein besseres Allgemeinbefinden, gesteigerte Energie und besseren Schlaf an und verzeichnen schnelle Heilerfolge. Nur 10-20% der Bevölkerung erzielen keine nennenswerten Ergebnisse mit Hypnose. Diese Gruppe könnte eventuell von Biofeedback oder anderen Methoden besser profitieren.

Es gibt eine Vielzahl veröffentlichter, gut überprüfter Studien über die Hypnose in der Chirurgie. In einem Vergleich von 18 Studien zu diesem Thema ergab sich, dass bei den meisten Patienten, die mit Hypnose behandelt wurden mittlere bis starke Effekte verzeichnet werden konnten, beispielsweise eine geringere Schmerzwahrnehmung, ein geringerer Schmerzmittelbedarf und ein schnellerer Heilungsverlauf. Beispielsweise in der Handchirurgie, die üblicherweise sehr schmerzhaft ist, konnten Vorteile wie deutlich geringerer postoperativer Schmerz, eine geringere postoperative psychische Belastung und ein geringeres Auftreten von Komplikationen verzeichnet werden.

In einer weiteren Studie wurden 339 Patienten die an der Schilddrüse oder der Nebenschilddrüse operiert werden sollten in zwei Gruppen aufgeteilt.
Eine Gruppe wurde in Hypnose versetzt und erhielt eine intravenöse Medikation, die sie bei Bewusstsein hielt, während die andere Gruppe eine herkömmliche Vollnarkose erhielt. (Anm. d. Übers. : Es ist in der Chirurgie in der Regel nicht erwünscht, dass ein Patient in Hypnose in einen bewusstlosen Zustand übergeht, da dies das Risiko in sich birgt, dass er bei einer zufälligen Rückkehr in einen bewussten Zustand erschrickt und dadurch panisch reagiert oder die Hypnose sich auflöst. Deshalb bevorzugt man in der Chirurgie eine hypnotische Analgesie im Wachzustand).
Die Hypnose-Gruppe hatte weniger Schmerzen, benötigte weniger Schmerzmittel und hatte einen durchschnittlich kürzeren Klinikaufenthalt.

In einer ähnlichen Studie mit 241 Patienten, die sich chirurgischen Behandlungen unterzogen, hatten diejenigen, die zuvor eine Selbsthypnoseinduktion erlernten weniger Schmerzen und postoperative psychische Belastungen als diejenigen, die diese Selbsthypnosetechniken nicht erlernten.

Insgesamt kam man beim Vergleich der im Jahr 2000 veröffentlichten Fachartikel zum Thema Hypnose zum Schluss, dass "die aktuelle Forschung die Aussage stützt, dass Hypnose sich auf viele psychologische und medizinische Behandlungen positiv auswirkt".

Es existieren ebenfalls Nachweise, dass Hypnose die Verarbeitung von Schmerzsignalen im Gehirn verändert. In einer kürzlich durchgeführten Studie wurden die Gehirnaktivitäten von Freiwilligen, die ihre Hände in heißes Wasser hielten mit Hilfe eines PET Scan gemessen (Anm. d. Übersetzers: PET = Positronenemmissionstomograph - Gerät zur Messung elektrischer Potenziale im Gehirn, mit dessen Hilfe Verarbeitungsprozesse nachvollzogen werden können). Anschließend wurden sie hypnotisiert und erhielten die Suggestion, das Wasser sei nun nicht mehr so schmerzhaft heiß. Unter Hypnose wurde wiederum ein PET Scan durchgeführt und er zeigte deutlich weniger Aktivität im vorderen cingulären Kortex, einem Teil des Gehirns, der an der Verstärkung und Verarbeitung unangenehmer Gefühle beteiligt ist und die Schmerzwahrnehmung beeinflussen kann. Weiterhin zeigte der PET Scan, der während der Hypnose vorgenommen wurde keine gesteigerte Aktivierung im somatosensorischen Kortex, welcher an der Verarbeitung von Schmerzwahrnehmungen beteiligt ist. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass trotz dass das Gehirn weiterhin in der Lage ist, Schmerzsignale zu registrieren, die Schmerzwahrnehmung mit Hilfe von Hypnose bei Patienten gesenkt werden kann und die Hypnose ihnen somit dabei helfen kann, Ihre Schmerzwahrnehmung von unangebenehmen Leidensgefühlen wegzulenken.

Hypnosetherapie wurde ebenfalls bei vielen spezifischen Schmerzarten erfolgreich eingesetzt. In der Behandlung von Patienten mit Verbrennungen wurde die Hypnose eingesetzt, um den Schmerz bei Wundausschneidungen (der Entfernung verbrannten Gewebes um Platz zu schaffen, dass neues Gewebe nachwachsen kann) und der Wundreinigung zu lindern und um die psychische Belastung aufgrund der Verbrennungen zu reduzieren, sowie um Bewältigungsstrategien auf physischer und psychischer Ebene zu verbessern. Bei Krebspatienten hilft die Hypnose bei der Linderung des Leidens aufgrund vieler schmerzhafter Prozeduren zum Beispiel im Rahmen der Chemotherapie oder bei therapiebedingten Halsschmerzen und Übelkeit. Hypnose kann zudem dabei helfen, die Häufigkeit von Migräneanfällen zu senken und Spannungskopfschmerz zu reduzieren. Im zahnmedizinischen Bereich wird Hypnose eingesetzt, um Kiefergelenksschmerzen, sowie schmerzen, Erregung und Angst bei spezifischen Dentalbehandlungen wie Wurzelbehandlungen oder Zahnextraktionen zu lindern. Weitere messbare Effekte erzielt Hypnose beim Abbau von Ängstlichkeit und Nervosität und bei körperlichen Schmerzen aufgrund medizinischer Eingriffe wie Endoskopie, Intubation, Katheterlegung und Bluttransfusionen.


Quellen

1 Montgomery, G.H., DuHamel, K.N., and Redd, W.N. (2000). A meta-analysis of hypnotic analgesia: How effective is hypnosis? International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis, 48, 138-153.

2 Mauer, M.G., Burnett, K.F., Ouellette, E.A., Ironson, G.H., & Dandes, H.M. Medical hypnosis and orthopedic hand surgery: Pain perception, postoperative recovery, and therapeutic comfort. International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis, 47, 144-161.

3 Defechereux, T., Meurisse, M., Hamoir, E., Gollogly, L., Joris, J., & Faymonville, M.E. (1999). Hypnoanesthesia for endocrine cervical surgery: A statement of practice. Journal of Alternative and Complementary Medicine, 5, 509-520.

4 Lang, E.V., Benotsch, E.G., Fick, L.J., Lutgendorf, S., Berbaum, M.L., Berbaum, K.S., Logan, H., & Spiegel, D. (2000). Adjunctive non-pharmacological analgesia for invasive medical procedures: A randomized trial. Lancet, 355, 1486-1490.

5 Montgomery, G.H., David, D., Winkel, G., Silverstein, J.H., and Bovbjerg, D.H. The effectiveness of adjunctive hypnosis with surgical patients: A meta-analysis. Anesthesia and Analgesia, 94, 1639-1645.

6 Rainville, P., Duncan, G.H., Price, D.D., Carrier, B., & Bushnell, M.C. Pain affect encoded in human anterior cingulated but not somatosensory cortex. Science, 277, 968-971.

7 Patterson, David. (1996). Burn pain. In Joseph Barber (Ed.), Hypnosis and Suggestion in the Treatment of Pain, pp. 267-302. New York: Norton.

8 Barber, J. (Ed.). (1996). Headache. In J. Barber (Ed.). Hypnosis and Suggestion in the Treatment of Pain, 158-184. New York: Norton.

Über diesen Artikel / Autor

Der hier diskutierte Artikel stammt von einem amerikanischen Autor, dessen Name leider nicht recherchierbar war.

Eine Darstellung des Originalartikels in englischer Sprache ist auf der Seite http://www.hypnosisnetwork.com/ zu finden.

Diskussion

Dieser fundiert recherchierte Fachartikel zeigt in sehr übersichtlicher Form den aktuellen Stand der Hypnoseforschung in Bezug auf die Schmerztherapie.

Der Autor verfügt über eine Vielzahl repräsentativer Quellen und die erwähnten Studien können auf der ausreichend hohen Probandenzahl als repräsentativ gewertet werden. Der Artikel ist eine

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