Milton-Modell

Das Milton-Modell in Hypnose und NLP

In diesem Bereich stellen wir ausführlich das Milton-Modell, ein Modell für hypnotische Sprachmuster im Rahmen eines kostenlosen Online-Tutorials vor. Dieser Beitrag ist also dazu geeignet, sich in das Milton-Modell einzuarbeiten und es bei eintsprechenden Grundkenntnissen in die hypnotische Arbeit zu integrieren.

Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten können die folgenden Erläuterungen als Vorlage zur Integration hypnotischer Sprachmuster im Sinne Milton Ericksons in ihre Arbeit verwenden.

Das Milton-Modell wurde entwickelt bzw. zusammengestellt von den NLP-Begründern John Grinder und Richard Bandler. Ihr Ziel war es, die Vorgehensweisen und sprachlichen Strategien des bekannten Hypnotherapeuten Milton Erickson in ein übersichtliches und reproduzierbares System zu fassen, auf dessen Basis andere Anwender die erfolgreichen Techniken Milton Ericksons erlernen und "immitieren" bzw. adaptieren können.

Das Ergebnis ist eine interessante Auswahl an Formulierungsmöglichkeiten, die in der hypnotischen Sprache eingesetzt werden können.

Auch wenn Milton Erickson vom Milton-Modell selbst nur bedingt überzeugt war, ist es dennoch für Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten in jedem Fall interessant, sich einmal intensiv mit dem Milton-Modell auseinanderzusetzen, um ggf. Inspirationen oder Tools für die eigene Arbeit daraus zu gewinnen.

Das Milton-Modell im Detail

Die Milton-Sprachmuster

Semantische Fehlgeformtheiten

Generalisierungen

Klassische Erickson-Sprachmuster

Die Milton-Sprachmuster

1. Nominalisierungen

Nominalisierungen sind Substantive, die in der Sprache zwar wie Gegenstände verwendet werden, eigentlich aber eher Prozesse bzw. Abläufe darstellen.
Der Prozess, der hinter dem Substantiv steht, muss vom Zuhörer neu geschaffen bzw. intuitiv erkannt werden. Das heißt, das Substantiv weckt im Zuhörer Gefühle, Erinnerungen und Assoziationen, die deutlich weitreichender sind als das betreffende Wort allein.

Die meisten Nominalisierungen gehören in den Bereich "Werte" und sind deshalb häufig stark emotional besetzt.

Typische Nominalisierungen sind bspw. "Liebe", "Zuneigung", "Frieden", "Ausgeglichenheit", "Freude", "Wohlbefinden", "Glück", "Harmonie" oder "Freiheit"

Um diese Begriffe zu verstehen, muss der Hörer eine entsprechende Assoziation abrufen bzw. in Gedanken bei sich selbst ein passendes Beispiel-Erleben herstellen. In dem Moment, in dem er bspw. an das Wort "Glück" denkt, sucht sein Gehirn nach einem Beispiel für etwas, das er als "Glück" empfindet und lässt es ihn für einen Moment "im Kleinen" innerlich Erleben, um dem Gehörten Wort eine Bedeutung zu verleihen.

Allein das Wort "Glück" erzeugt in einem Hörer also - wenigstens für einen Moment - ein Beispiel für das Gefühl oder die Inhalte, die dieser Hörer als Glück versteht. Durch den gezielten Einsatz solcher Begriffe und ggf entsprechende Verstärkung der jeweiligen Vorstellungen können im Hörer starke emotionale Zustände induziert werden.

Beispielsätze für den Einsatz von Nominalisierungen können sein:

"Freude, Glück und Liebe gehören zu den wichtigsten Gefühlen des Menschen. Jeder erlebt sie auf seine einmalige Art und Weise. Die Dinge über die Du Dich freust stehen für Deine ganz eigene Freude. Die Dinge, die Du liebst stehen Deine ganz eigene Liebe. Und die Dinge, die Dich glücklich machen stehen für Dein ganz persönliche Glück."

(Anm. an den Leser dieses Milton-Modell-Tutorials: Bitte beobachten Sie einmal selbst, was die obenstehenden Aussagen in Ihnen bewirken, wenn Sie sie einmal konzentriert lesen und dann einen Moment auf sich wirken lassen - Die Worte regen automatisch dazu an, innerlich nach den eigenen Bedeutungen für Freude Glück und Liebe zu suchen)

"In deinem Leben gibt es bestimmte Schwierigkeiten, für die du nach einer guten Lösung suchst. Ich bin mir nicht sicher, welche persönlichen Fähigkeiten dir am besten helfen würden, diese Schwierigkeiten zu lösen, aber ich weiß, dass du schon oft in der Lage warst, schnell Dinge zu lernen, ohne dir bewusst darüber zu sein, um genau diese Fähigkeiten zu entwickeln..."

(In dieser Passage werden "Schwierigkeiten" und "Fähigkeiten" zusammen gebracht. Der Zuhörer sucht automatisch nach einer passenden Kombination. Diese Formulierung regt das Unterbewusstsein dazu an, eine passende Lösung zu präsentieren.)

2. Unspezifische Verben

Unspezifische Verben sind Verben, deren Verwendung eine gewisse Offenheit in eine Aussage bring. Die Besonderheit unspezifische Verben ist, dass sie kaum Details der jeweiligen Tätigkeit, die sie beschreiben benennen, sodass ein Hörer diese gedanklich selbst hinzufügen muss, um einer Aussage einen verwertbaren Sinn zu geben.

Unspezifische Verben sind in Bezug auf die allgemeine Wahrnehmung zumeist neutrale Worte, die von sich aus keinen bestimmten Sinneskanal ansprechen, also nicht automatisch visuelle, auditive, kinästhetische, olfaktorische oder gustatorische Vorstellungen stimulieren.

Unspezifische Verben können bspw. sein:

lernen, denken, erlauben, erfahren, wahrnehmen, lösen, entdecken, finden, wissen, integrieren, verbinden, verändern etc.

"Du kannst jetzt dir erlauben etwas Neues zu lernen, so dass du etwas wichtiges entdecken wirst und dabei kann sich einiges in deinem Leben verändern, so dass du einfacher dem näher kommst, was du willst."

Unspezifische Verben schaffen Raum für innere Reaktion ohne zu genau vorzudefinieren, wie die Aktion erfolgen muss. Das Unterbewusstsein des Klienten kann sie also "mit Leben Erfüllen" ohne gleich in einen "richtig oder falsch / genug oder zu wenig"-Vergleich zu kommen. Unspezifische Verben schaffen Freiheit in Bezug auf die Art der Reaktion und nehmen auch den Hypnotiseur ein Stück weit aus der "Leistungsverpflichtung", denn die Leistung soll nun vom Unterbewusstsein erbracht werden und liegt nicht mehr im Verantwortungsbereich des Hypnotiseurs, der die "Veränderung herbeiführen soll".

3. Vergleichende Tilgung

Mit Vergleichstilgungen kann die Intensität der erwünschten Reaktionen beeinflusst werden.

Gut, besser, mehr, leichter, stärker, intensiver, weniger, öfters...

"Du kannst dich jetzt leichter wohl fühlen und es fällt dir vielleicht stärker auf, wie einfach das ist intensiver bei dir selbst zu sein, um schneller Dinge leichter zu verändern."

Auch hier fällt auf, dass die verwendeten Worte eine bestimmte Reaktion implizieren, diese aber nicht quantitativ festlegen. Auch hier sagt der Hypnotiseur nicht voraus, was exakt passieren wird, sondern lediglich, dass etwas passieren soll. Der Umfang und die Intensität der Reaktion liegt wieder im Ermessen und den Möglichkeiten des Unterbewusstseins des Klienten.

4. Unspezifizierter Referenzindex

Einen unspezifischen Referenzindex kann man einsetzen, wenn man einen Vergleich mit etwas einbringen möchte, das man aber nicht allzu genau definieren will. Dieser Vergleich soll eine Ja-Haltung im Inneren des Klienten schaffen und ihn darin unterstützen, eine bestimmte Aussage zu akzeptieren und zu verinnerlichen. Der konkrete Bezug, auf den sich die Aussage bezieht bleibt dabei nach Möglichkeit unklar. Dies führt beim Zuhörer zu der Neigung, die Sätze auf sich zu beziehen und sie anzunehmen.

"Viele erinnern sich gern an etwas schönes." (Gewünschte innerliche Reaktion: "Ja, ich auch")
"Es ist leicht etwas Neues zu lernen." (Gewünschte innerliche Reaktion: "Dann kann ich es bestimmt auch")
"Man kann sich entspannen." (Gewünschte innerliche Reaktion: "Ich kann mich entspannen")

Dadurch, dass man die Referenzen von außen bezieht und sie dem Klienten nicht direkt unterstellt (im Sinne von "Du erinnerst Dich gern an etwas schönes") verhindert man eine innere Diskussion bzw. ein inneres Hinterfragen oder eine innere Verneinung im Klienten. Selbst wenn eine Aussage nicht konkret auf ihn zutrifft, neigt er dazu, sich der "Mehrheit" anzuschließen (ein typisches Sozialverhalten des Menschen) und Aussagen, die "auf die meisten" zutreffen auch auf sich zu beziehen.

5. Vollständige Tilgung

Vollständige Tilgungen sind Sätze, in denen das eigentliche Objekt vollständig fehlt auf das sich die Aussage bezieht. Ein Hörer soll diese Leerstelle mit etwas für ihn relevanten füllen bzw. sein Unterbewusstsein soll das Relevante im Rahmen der Leerstelle "an die Oberfläche" spülen.

"Vielleicht verstehst du jetzt... gleich oder in einer Weile."
"Und du kannst dich überraschen lassen... und zuversichtlich sein.."

Solche Formulierungen schaffen Raum für kreative Reaktionen aus dem Unterbewusstsein. Da der Klient nicht direkt aufgefordert wird, bewusst etwas einzufügen, ist das Ziel, dass er mit seinem Bewusstsein an dieser Stelle weitgehend inaktiv bleibt und das Unterbewusstsein den freien Raum nutzt.

Semantische Fehlgeformtheiten

Bei semantischen Fehlgeformtheiten handelt es sich um Sätze, die sprachlich vom Syntax her den Regeln entsprechen, die aber ein Wirklichkeits- und Realitätsverständnis abbilden, das in sich unlogisch ist.


1. Der kausale Modellierungsprozess

Die primäre Denkform, also die Art, wie der Mensch seine Erfahrungen konzeptionalisiert ist in Form von Ursache und Wirkung.
In der Regel sind wir gewohnt und neigen dazu, Informationen in Form von "Weils" zu verbinden und den Dingen damit eine möglichst logische Struktur zu geben.

Dieses "logische Denken" ist eines der wesentlichsten Grundmuster unseres Denkens überhaupt. Manchmal kann es aber auch Schwierigkeiten bereiten, weil der Mensch dazu neigt, in alles eine Logik hineininterpretieren zu wollen, auch wenn keine Logik vorhanden ist oder wenn die Informationen über einen Sachverhalt nicht genügen, um eine den Tatsachen entsprechende Logik aufzubauen (Typisches Beispiel aus der Psychotherapie: Auch Menschen mit Symptomen aufgrund von genetisch veranlagten Neurotransmitterstörungen suchen häufig nach "Gründen in ihrem Leben", die ihre Symptome ausgelöst haben könnten, weil die Aussage "es ist einfach angeboren" ihnen nicht logisch genug erscheint bzw. diese Logik außerhalb ihres Alltagsdenken liegt, bei dem es immer einen "Verursacher" geben muss und der Verursacher "Vererbung" ihnen zu abstrakt oder ungerecht im Sinne von "aber andere haben das doch nicht, warum also ich" erscheint).

Dieses Denkprinzip kann durch implizite und explizite Kopplungen sprachlich genutzt werden.
Damit werden dann inhaltliche Verbindungen bewirkt, von denen ein Zuhörer glaubt, dass sie sich scheinbar aus dem Inhalt ergeben, auch wenn sie das bei genauerer Betrachtung nicht gezwungener Maßen tun.

Bei dem Herstellen von Verknüpfungen geht man am besten so vor, das zuerst etwas Vorhandenes gespiegelt wird und dann mit etwas, was man beim Hörer herbeiführen will, verbunden wird.

a. Konjunktion: und, und nicht, oder, sowie

Bei klassischen Konjunktionen nutzt man "und"-Verknüpfungen, um zwei voneinander unabhängige Aussagen scheinbar logisch zu verbinden.

"Du kannst jetzt diese Worte lesen und etwas entdecken." (erster Teil definitiv möglich, zweiter Teil wird unterstellt)
"Vielleicht hörst du ein Geräusch im Raum und hast ein angenehmeres Gefühl jetzt." (erster Teil etwas reales, zweiter Teil eine unterstellte logische Folge)
"Du denkst über etwas nach oder machst eine gute Erfahrung." (erster Teil bewusst erzielbar, zweiter Teil eine unterstellte Wirkung)

Hier wird wie bei auch bei allen anderen Konjunktionen mit einer inneren "logischen Ja-Haltung" gespielt, die bewirken soll, dass der Klient dazu tendiert, wenn er eine Aussage als definitiv richtig erkennt, eine direkt darauf folgende Aussage auch als richtig anzunehmen und in seine innere Logik zu integrieren. Wie im Aikido macht man sich also die Kraft einer Bewegung zunutze, indem man den positiven Schwung für eine anschließend folgende Bewegung nutzt.

Psychologische Versuche haben ergeben, dass ein Mensch nach mehreren Fragen, die er mit "ja" beantwortet dazu tendiert, auch eine weitere Frage mit ja zu beantworten, die er ansonsten isoliert gefragt verneint hätte (Klassisches Beispiel aus der Verkaufspsychologie: "Sie möchten doch Sicherheit in Ihrem Leben? Sie möchten doch, dass es Ihrer Familie immer gut geht? Sie möchten doch auch im Alter noch unbesorgt leben können? - Dann möchten Sie doch bestimmt auch eine XY-Versicherung).

Wichtig ist, zu verinnerlichen, dass kausale Modulierungen keine tatsächliche Logik wiederspiegeln müssen, sondern dass ihr Ziel ist, dass die Logik vom Unterbewusstsein akzeptiert wird und dadurch eine gewünschte Reaktion hervorgerufen werden kann.

b. Temporale implizite Konjunktion: während, bevor, gleich, bald, nachdem, in einer Weile,

Bei temporal implizierten Konjunktionen werden zeitliche Faktoren in die Logik integriert.

"Während du jetzt atmest, kannst du dich langsam entspannen."
"Bevor du jetzt weiter lernst, kannst du es dir bequem machen."
"Sobald du einige Körpergefühle wahrnimmst, kannst du neugierig sein, gleich etwas Interessantes zu erfahren."

c. Explizite Konjunktion: weil, bewirkt, folgt daraus, hat zur Folge, verursacht, erzwingt, nötigt

Explizite Konjunktionen arbeiten mit konkreten logischen Aussagen.

"Dein Lesen bewirkt, dass du dich bildest."
"Dein jetziger Atemrhythmus verursacht eine hohe Konzentration."
"Jedes Wort was du jetzt liest, erfordert eine neue hilfreiche Sichtweise deiner zukünftigen Welt."

Explizite Konjunktionen gehören aber zu den "riskanteren" sprachlichen Tools, da sie verstärkt die Gefahr in sich bergen, dass das Bewusstsein die darin enthaltene Logik auf Richtigkeit überprüft und eine innere Widerstandsreaktion auslöst.

d. Komplexe Äquivalenz Das bedeutet, dass heißt,

Bei der Komplexen Äquivalenz werden Formulierungen eingesetzt, die bestimmten Sachverhalten einen konkreten Sinn zu geben versuchen.

"Dein Einatmen bedeutet, dass du dich besser entspannen und lernen kannst."
"Du fängst an es dir bequem zu machen, dein Lernprozess wird erheblich verstärkt."


2. Gedankenlesen

Beim "Gedankenlesen" verwendet der Hypnotiseur Aussagen, die so wirken als wüsste er über das innere Erleben des Hörers Bescheid.
Wenn die Formulierungen allgemein gehalten werden, so dass sie keinen Widerspruch zum Erleben erzeugen, steigern sie "magisch" die Glaubwürdigkeit des Sprechers. Auch hier soll eine innere Ja-Haltung erzeugt werden, indem der Hörer mehrere Aussagen als richtig identifiziert und damit unterbewusst dazu neigt, den Sprecher als "wissend" einzustufen und auch weitere Aussagen anzunehmen.

"Es gab einige große Enttäuschungen in deinem Leben und ein paar von den wichtigen Zielen, die dir am Herzen liegen, hast du noch nicht erreicht."
"Manches ist einfach schwer für dich zu vergessen und vielleicht bist du jetzt neugierig, wer und wie du in einiger Zeit sein wirst."
"Dein Leben hatte auch immer wieder schöne Seiten, es gab auch Erfolge die dich selbst überraschten und du fragst dich, ob es möglich ist mehr davon zu haben."
"Manches war mühsam in deinem Leben und du denkst darüber nach, wie du es dir leichter und einfacher machen kannst."

Diese Technik wird gern von "falschen Wahrsagern" angewandt. Sie verwenden zu Anfang allgemeine Aussagen, die ihr Klient als richtig identifizieren kann, um Vertrauen zu schaffen, damit dieser sie als "hellsichtig" einstuft und ihre anschließenden Aussagen leichter akzeptiert.

In diesem Zusammenhang sei auch der "Barnum-Effekt" zu erwähnen, der unter anderem besagt, dass ein Mensch, der von einem Sprecher überzeugt ist auch unwahre Aussagen von diesem Sprecher akzeptiert, weil er den Sprecher nicht als Lügner entlarven möchte, da eine derartige Entlarvung eine Enttäuschung für den Hörer darstellen würde.

Beispiel: Wenn eine Wahrsagerin einem Klienten Glück, Reichtum und Erfolg vorhergesagt hat und sich anschließend in einem anderen Punkt aus seinem Leben täuscht, neigt der Klient dazu, diesen Punkt innerlich herunterzuspielen oder zu ignorieren, da eine innere Einstugung der Wahrsagerin als "nichtwissend" auch zur Folge hätte, dass die Vorhersagen in Bezug auf Glück, Reichtum und Erfolg anzuweifeln wären. Da er sich diese Vorhersagen aber als "wahr" wünscht, tendiert er dazu, fehlerhafte Aussagen als "kleine Ausrutscher" oder als "Ausnahme von der Regel" zu definieren, um für sich ein positives Gesamtbild zu erhalten. Barnum stellte im Rahmen psychologischer Versuche fest, dass je mehr Positiv-Vorhersagen ein Mensch zu Beginn erhält, desto größer seine Bereitschaft ist, Fehler in späteren Aussagen zu akzeptieren bzw. zu ignorieren.

Verschiedene Tests haben übrigens ergeben, dass viele Menschen, die sich selbst für hellsichtig halten unbewusst auf den Barnum-Effekt zurückgreifen. Sie erlernen aus den Gesprächen mit anderen Menschen diesen Effekt ohne es zu bemerken und wenden ihn anschließend intuitiv an, wobei sie aufgrund der Reaktionen ihrer Gegenüber tatsächlich glauben, hellsichtig zu sein.

Ein Hypnotiseur möchte mit Hilfe des "Gedankenlesens" natürlich nicht erreichen, dass sein Klient ihn für hellsichtig hält, auch eine erfundene Vorhersage Positiver Ereignisse wäre verantwortungslos. Sein Ziel ist stattdessen, dass das Unterbewusstsein des Klienten seine Worte als "wahr" akzeptiert und damit auch anschließende Suggestionen leichter annimmt und umsetzt.

3. Verlorener Sprecher-Bewertungen

Dies sind Sätze mit bewertenden Aussagen, wobei unklar bleibt, wer diese Bewertungen trifft, insofern macht sich ein Sprecher dadurch auch weniger angreifbar bzw. löst weniger inneren Widerstand aus, der zu einer herabsetzung seiner Meinung seitens des Klienten führen könnte. Wenn sie Widerspruch erzeugen, dann gegen die Aussage ansich, der Sprecher kann sich von dieser dann aber noch distanzieren, da sie ja nicht von ihm persönlich, sondern von einer nicht näher definierten anderen Person oder einer nicht näher definierten Gruppe getroffen wurde.

"Es ist gut und hilfreich zu wissen, wie leicht manche tiefgehenden Veränderungen herbeizuführen sind."

Es wird keine Aussage darüber getroffen, wer sagt, dass es tiefgreifende Veränderungen so leicht herbeizuführen sind.

"Es ist nicht wichtig, dass du dich noch mehr entspannst."

Wer definiert, was wichtig ist?

"Menschen lernen besser, wenn sie entspannt und aufnahmebereit sind."


Woher stammt diese erkenntnis?

Sehr gut sind hier auch Aussagen anwendbar wie:

"Die meisten Menschen wissen, dass..."
"Die Wissenschaft sagt..."
"Wissenschaftliche Versuche haben gezeigt..."
"Die meisten meiner Klienten fühlen dabei..."

Solche Aussagen erscheinen dem Klienten grundsätzlich wahr (da irgendjemand sie ja getroffen haben muss), bringen den Therapeuten aber nicht in Erklärungsnotstand, wenn eine Aussage auf den Klienten nicht zu 100% zutrifft, denn er berichtet ja "nur von den Erfahrungen anderer" und kann nichts dafür, wenn diese sich irren oder der Klient "von der Norm abweicht".

Generalisierungen

Generalisierungen

Generalisierende Sprachmuster spielen im Milton-Modell zwar eine untergeordnete Rolle, können in der Praxis aber dennoch in vielen Fällen hilfreich sein.
Sie werden benutzt, um durch Vorgaben -Rahmen - das Reaktionsverhalten eines Hörers einzuengen.

1. Universelle Quantifizierungen: alle, jeder, immer, nie, niemand, keiner

Die Universalquantifikatoren signalisieren, in der Regel, eine übertriebene Verallgemeinerung.

"Jeder Gedanke, der dir dazu einfällt, kann dir helfen, das besser zu verstehen."
"Alle Reaktionen, die dir bewusst werden, zeigen dir einen neuen Weg dein Ziel zu finden."
"Jedes Geräusch, dass du jetzt hörst vertieft deine Konzentrationsfähigkeit."

2. Modaloperatoren der Notwendigkeit und Möglichkeit

Modaloperatoren beschreiben näher die Bedingtheit eines Verbs in einem Satz. Sie machen eine Aussage darüber, ob eine Tätigkeit als Pflicht/ Zwang erlebt wird oder als Erlaubnis.

Notwendigkeit: müssen, sollen,

"Du kannst dich weiter entspannen und solltest dann, die Veränderungen vornehmen, die es dir leichter machen."
"Jeder muss lernen, wenn er sich entwickeln will."

Modaloperatoren der Möglichkeit: erlauben, dürfen, können, wollen, würde, vielleicht,

Modaloperatoren der Möglichkeit sind äußerst wirkungsvoll beim Formulieren von Anweisungen, weil sie so genannte "Weichmacher" sind, die dem Hörer die Entscheidung überlassen, ob er folgt.
"Vielleicht hast du Lust jetzt, eine schöne Erfahrung zu machen...und du kannst dir erlauben, dich an ein schönes Erlebnis zu erinnern."
"Vielleicht würdest du gern erfolgreicher sein und könntest deine Kreativität jetzt einsetzen, wenn du magst, so dass du dir erlaubst neue Pläne zu entwickeln."
"Und vielleicht wäre es interessant für dich, dir zu erlauben, zu erfahren, wie es ist, wenn sich deine Hand oder dein Arm für eine Zeit taub anfühlt."

Klassische Erickson-Sprachmuster

Typische Erickson - Sprachmuster

An dieser Stelle erläutern wir noch einige weitere Sprachmuster, die von Milton Erickson häufig verwendet wurden.

1. Vorannahmen
Erickson nutzte gekonnt Vorannahmen, um seine Klienten zu beeinflussen.
Vorannahmen sind eine äußerst wirkungsvolle Form, wie ein Sprecher, etwas postulieren kann, von dem er nicht möchte, dass es vom Hörer in Frage gestellt wird.

"Das Auto wird von Vater immer in der Garage im Hof geparkt."

Ein solcher Satz beinhaltet einige Informationen, die theoretisch hinterfragt werden könnten, von einem Hörer in der Regel aber nicht hinterfragt werden.

Auch bei einer Negation des Satzes:

"Nein, das Auto wird nicht immer von Vater in der Garage im Hof geparkt", stimmen folgende Vorannahmen:

- Es gibt ein Auto
- Es gibt eine Garage
- Es gibt einen Hof
- Es gibt einen Vater
- Der Vater parkt das Auto (zumindest manchmal) in der Garage im Hof

Sprachliche Umgebungen von Vorannahmen sind:

a) Zeitformen: Bevor, nachdem, während, seit, später

"Darf ich dir noch, bevor du dich entschließt, dieses Auto zu kaufen, erzählen, welche guten Qualitäten es hat?"

Diese Aussage impliziert, dass der Hörer sich dazu entschließt, das Auto zu kaufen, nachdem der Sprecher ihm die Qualitäten genannt hat.

"Möchtest du eine lange Therapie machen, bevor du die richtigen Veränderungen für dein Leben vornimmst?"

Hier wird der Hörer gefragt ob er etwas bestimmtes tun möchte bevor etwas bestimmtes eintritt. Dass es eintritt wird aber nicht in Frage gestellt. Auch ein Instrument, das häufig im Marketing eingesetzt wird, z.B. bei Kreditinstituten, die Fragen "Wollen Sie bis zur Rente warten, bis Sie sich ihren Traum von einer Weltreise erfüllen?"

"Während du erzählst, kannst du dir erlauben, an die schönen und wertvollen Aspekte der Erfahrung zu denken."

Hier wird impliziert, dass der Hörer etwas bestimmtes ausführt, während er erzählt.

b) Bewußtseinsworte: Bemerken, erfahren, erleben, erkennen, wissen

"Hast du schon bemerkt, wie viel du über hypnotische Sprachmuster gelernt hast, ohne es zu wissen?"

Eine solche Aussage regt den Hörer dazu an, bewusst über etwas bestimmtes Nachzudenken. Gleichzeitig impliziert sie ein bestimmtes Ergebnis, nämlich dass der Hörer unabhängig davon ob er es schon bemerkt hat oder nicht erkennt, DASS er schon einiges über hypnotische Sprachmuster gelernt hat ohne es zu wissen.

"Beim Lesen kannst du all die Möglichkeiten erkennen, die dir diese Sprachmuster eröffnen werden."

"Dein Erleben macht es dir möglich, neue Wege wahrzunehmen.

c) Kommentierende Adjektive/Adverbien:Voll, ganz, leicht, einfach, schnell, endlich, glücklicherweise,

Solche Adjektive / Adverbien stehen häufig in direktem Zusammengang mit einem positiven Gefühl der Erleicherung.

"Glücklicherweise brauchst du nicht alles zu verstehen, um richtig handeln zu können."

Der Klient ist erleichtert, dass er nicht alles verstehen muss, die emotionale Blockade, erst handeln zu können, wenn alles verstanden hat kann durch eine solche Aussage gelöst werden.

"Endlich kannst du leichter lernen."

Das Wort "endlich" kann hier ebenfalls eine befreiende Wirkung haben und eine Initialzündung bewirken, der eine konrete Aktion folgt.

d) Adjektive der Zeit: Alt, neu, früher, jetzt, vorher, gestriger,

Begriffe wie "alt" und "früher" werden gern negativ belegt, weil der Mensch sich gern als "modern", "zeitgemäß" oder "im Heute" sieht. Der Mensch distanziert sich gerne von Dingen, die altmodisch sind.

"Dein alter Glaube hat dich abgehalten, diese Veränderungen vorzunehmen, die du jetzt machen wirst."

Diese Aussage impliziert, dass es einen "neuen Glauben gibt" und dass dieser dem Hörer ermöglicht, bestimmte Veränderungen vorzunehmen, die vorher aufgrund des (automatisch als "schlechter" bewerteten) "alten Glaubens" nicht möglich waren. Dem Klient wird mit einer solchen Aussage also suggeriert, dass er nun über etwas neueres, besseres verfügt.

"Deine neuen Fähigkeiten, erlauben dir mehr Erfolgserlebnisse."

Auch hier wird impliziert, dass neue Fähigkeiten vorhanden sind, die entweder besser sind als "alte" Fähigkeiten oder die zuvor noch garnicht vorhanden waren.

In beiden Fällen neigt der Klient unterbewusst dazu, jetzt etwas zu können, was er zuvor noch nicht konnte.

e) Nebensätze mit "es"

"Es war dein Verstand, der dir neue Möglichkeiten eröffnet."

"Etwas machte es dir möglich, dass du dich verändert hast."

f) Wiederholungsverben/Adjektive: Wiederholen, wiederkommen, reaktivieren, erneuern,

Diese Verben und Adjektive implizieren eine Wiederholung von etwas.

"Du kannst die guten Seiten der Erfahrung rekapitulieren."

"Wenn sie noch mal wiederkommt, dann sage ich es ihr."

g) Verben der Zustandsveränderung: Verändern, verwandeln, transformieren, integrieren, werden

Diese formulierungen haben in der hypnotischen Sprache eine wichtige Bedeutung. Entgegen der im Mentaltraining und in verschiedenen anderen psychologisch orientierten Disziplinen bisweilen verbreiteten Meinung, man müsse Suggestionen immer gegenwartsbezogen geben (z.B: "frei von allen Blockaden"), hat es sich in der Hypnose eher bewährt, Raum für Verläufe offen zu lassen, um den Druck aus einer Aussage zu nehmen und um innere Konflikte (z.B. Der Klient sagt "Nein, ich fühle mich aber noch nicht frei") zu vermeiden und einem Veränderungsprozess genügend Raum zu verschaffen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Hypnose oftmals eine gewisse Verarbeitungszeit benötigt, bis sich ihre Wirkung komplett entfalten kann. TherMedius im Rahmen der Hypnoseausbildung deshalb auch dazu, Klienten darauf hinzuweisen, dass sie eine Sitzung erst eine Weile (1-3 Tage) wirken lassen sollen, bevor sie beginnen, innerlich zu überprüfen, welche Wirkung durch sie erzielt wurde.

Eine allzu gegenwartsbezogene Formulierungsweise könnte im Klienten eine Erwartungshaltung schüren, die aufgrund der Tatsache, dass bestimmte Vorgänge einfach eine gewisse Zeit benötigen evtl. nicht erfüllt werden kann und die im ungünstigen Fall dazu führt, dass der Klient eine Aussage als "falsch" bewertet, die Behandlung als erfolglos einstuft und sich innerlich gegen eine Veränderung sperrt.

Suggestionen mit Verben der Zustandsveränderung könnten lauten:

"Du wirst bald schlank sein und wieder glücklich mit Deiner Figur sein."

In diesem Fall zu suggerieren "Du bist schlank und glücklich mit Deiner Figur" wäre unlogisch, da der Klient innerlich denken würde "Das ist doch nicht wahr".

"Du wirst schon in ein paar Tagen erkennen, dass Du Dich wesentlich freier fühlst."

Auch diese Aussage lässt noch einen weiterführenden Entwicklungsprozess im Anschluss an die Behandlung zu.

"Du wirs sehen, wie Deine Wunde sich schließt und von Tag zu Tag besser verheilt."

Diese Suggestion aus dem Bereich Verbesserung der Wundheilung bindet den ohnehin notwendigen Zeitraum, den eine Wunde benötigt um zu heilen in die Aussagen des Hypnotiseurs mit ein.


h) Qualifikatoren: Nur, sogar, außer, genau

Solche Formulierungen können ebenfalls innere Reaktionen im Klienten bewirken, die dazu führen, dass sein Unterbewusstsein bestimmte Vorgänge leichter zulässt.

"Nur Du weißt, wie man diese Aufgabe löst."

Impliziert, dass der Hörer es weiß und impliziert gleichzeitig, dass er selbst die Initiative zur Lösung der Aufgabe ergreifen muss, da niemand anderes das für ihn übernehmen kann.

"Sogar Dieter kann es."

Diese Aussage impliziert, dass sogar eine Person etwas kann, der man es vielleicht nicht zutrauen würde oder die als dafür wenig geeignet einzustufen wäre. Ein Hörer neigt dazu, sich bei einer solchen Aussage als kompetenter oder mindestens gleichwertig wie die genannte Person einzustufen.


2. Sprachmuster zur Einbettung von Anweisungen

Molton Erickson hat seine Anweisungen und Ratschläge auch außerhalb der "offiziellen hypnotischen Trancearbeit", geschickt sprachlich verkleidet und dazu indirekte Sprachmuster benutzt.

Hier sei anzumerken, dass die Arbeit in der hypnotischen Trance entgegengesetz der Meinung einiger Anhänger "moderner hypnotischer Strömungen" und auch anders als im NLP, das vorwiegend im Wachzustand oder in sehr leichten Trance bei Milton Erickson durchaus eine große Rolle spielte.

Moderne Interpretationen Ericksonscher Vorgehensweisen glauben häufig, er hätte seine Erfolge "nur" durch den geschickten Einsatz der Sprache erzielt. Tatsächlich waren Milton Erickson Hypnose-Induktionen aber sehr wichtig. Und die besondere "Magie" seiner Vorgehensweisen entfaltet sich oftmals nur im Rahmen einer soliden hypnotischen Trance, da die sprachlichen Tools darin auf den Hörer wesentlich intensiver wirken als im reinen Wachzustand oder in sehr leichten Trancezuständen.

a) Eingebettete Fragen

Eingebettete Fragen dienen der indirekten Verhaltensaufforderung. Mit solchen Fragen kann auch das Reaktionspotential getestet werden.

"Ich frage mich, ob du schon weißt, was du zuerst lernen willst."

Der Hörer wird durch eine solche in eine Aussage eingebettete Frage aufgefordert, innerlich eine Anwort zu finden bzw. dazu motiviert, konkret zu antworten. Der Satz ansich ist nur eine informative Aussage (nämlich, dass der Sprecher sich etwas fragt), sein Inhalt verwandelt ihn aber in eine Frage, die der Hörer aufgreift und aus Eigeninitiative beantworten kann. Psychologisch gesehen ist seine Antwort dann keine geforderte Reaktion mehr, sondern eine freiwillige Reaktion auf einen Sachverhalt.

Gleichzeitig bringt der Sprecher auch etwas von sich selbst zum Ausdruck, nämlich, dass er über etwas nachdenkt, sich etwas fragt. Er bringt zum Ausdruck, dass er in das Thema gedanklich involviert ist und auch Eigenanstrengung einbringt, um eine Frage zu beantworten. Eine solche Ausdrucksweise kann ein größeres Interesse darstellen als eine einfache, direkte Frage und damit dem Klienten das Gefühl geben, dass der Therapeut sich wirklich für seine Probleme interessiert.

Lassen Sie einfach einmal selbst den Unterschied auf sich wirken, wenn Sie jemand direkt fragt:

"Wie ist es dazu gekommen, dass Du solche Ängste hast?"
"Was hat dazu geführt, dass Du solche Ängste hast?"

oder wenn er sagt

"Ich frage mich, was wohl dazu geführt hat, dass Du solche Ängste hast."

Inhaltlich geht es um das selbe, die Form erzeugt bei vielen Menschen aber einen gefühlten Unterschied. Während die offene Frage als Forderung nach einer Antwort gesehen und je nach Thema vielleicht aufdringlich und indiskret wirken könnte, wirkt die eingebettete Frage höflicher, indem sie dem Hörer als Aussage das Gefühl gibt, nicht antworten zu müssen, sondern aufklären zu wollen.

b) Indirekte Aufträge / Indirekte Suggestionen

Indirekte Verhaltensaufträge oder auch indire sind eine Abwandlung des Gedankenlesens, die durch eine gezielte Betonung noch wesentlich effektvoller gemacht werden können.

"Vielleicht ist es so, dass du dir gerade jetzt sagst: Schließ endlich mit der Vergangenheit ab."

In diesem Satz ist die Aufforderung "Schließ mit der Vergangenheit ab" direkt vorhanden. Diese Aussage wird aber nicht vom Sprecher als "Befehl" ausgesprochen, sondern dem Hörer "in die Gedanken gelegt". Bei einer innerlichen Bejaung gilt also der Hörer als Quelle der Aussage, währden der Sprecher nur mutmaßte, dass der Hörer diese Aussage gerade innerlich treffen könnte.

"Menschen brauchen oft lang bis sie begreifen:
Lass es dir gut gehen."

Auch hier ist die direkte Suggestion "Lass es Dir gut gehen direkt in eine unverfänglichere Form eingebettet.

Solche indirekten Suggestionen haben den Vorteil, dass der Hypnotiseur von der Kraft der direkten Suggestion bzw. der direktiven Hypnose gebrauch machen kann ohne dabei Konflikte im Sinne "Ich lasse mir nichts befehlen" zu erzeugen.

Solche indirekten Suggestionen repräsentieren auch sehr gut den Unterschied zwischen der direktiven hypnose und der permissiven Hypnose. Anstelle direkter Befehle werden Vorschläge gemacht, die vom Klienten ausgeführt werden können und damit als angenommener Vorschlag als wesentlich "ich-gemachter" empfunden werden, es ist aber auch leichter einen Vorschlag abzulehnen, wenn eine Erfüllung aus irgendwelchen gründen nicht möglich oder nicht gewünscht ist, während eine innere Ablehnung einer direkten Suggestion wesentlich schneller als Konflikt empfunden wird.

An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass ein Hypnotiseur immer abwägen sollte, in welchen Fällen direkte Suggestionen und in welchen Fällen indirekte Suggestionen zu bevorzugen sind.

Die landläufige Vorstellung vieler Klienten ist nämlich "ein Hypnotiseur sagt meinem Unterbewusstsein, was es tun soll" und erwartet klare Suggestionen. Von diesen Klienten werden indirekte Suggestionen häufig auch als "schwammig" empfunden bzw. stellen nicht das dar, was sie sich unter Hypnose vorstellen. Die Erwartungshaltung des Klienten spielt gerade in der Hypnose aber eine wichtige Rolle. Je mehr ein Hypnotiseur oder Hypnosetherapeut die auf die Erwartungen seiner Klienten eingeht, desto geringer sind deren Widerstände im Sinne von "Das ist ja gar keine Richtige Hypnose", "Der im Fernsehen hat das aber anders gemacht" oder "Jetzt sagen Sie meinem Unterbewusstsein doch endlich, was es machen soll".

Dosieren sie dieses Stilmittel als Hypnotiseur also bitte so, dass der Gesamteindruck der Hypnosebehandlung für den Klienten im Rahmen seiner Erwartungen überzeugend bleibt und er nicht zum Eindruck kommt "Der Hypnotiseur hat mir ja gar keine Suggestionen gegeben", wenn er sich klare Suggestionen gewünscht hat. Gerade von Therapeuten, die sich "Hypnose nach Erickson" allzu deutlich auf die Fahne geschrieben haben hört man häufig, dass Klienten ihre Arbeit als "keine richtige Hypnose" einstufen, weil sie durch das fehlen direkter Suggestionen ihre Erwartung davon, wie Hypnose sein sollten nicht erfüllt sehen. Das kann natürlich dazu führen, dass der Klient einerseits die Behandlung nicht richtig annimmt und damit die Wirkung ausbleibt, andererseits kann es natürlich auch dazu führnen, dass der Klient nach außenhin weitererzähl "Das war kein richtiger Hypnotiseur" und die Praxis mit der Zeit einen dem Marketing nicht unbedingt förderlichen Ruf bekommt.

Schon deshalb lehren wir bei TherMedius schon von Beginn an einen ausgewogenen Einsatz der verschiedenen hypnotischen Stilmittel und haben immer auch ein Auge darauf, was einerseits therapeutisch eine maximale Wirkung verspricht und was andererseits von Seiten der Klienten heute von einer modernen Hypnosepraxis erwartet wird.

c) Verneinende Aufträge

In der primären Erfahrung des Sehens, Hörens und Fühlens gibt es keine Verneinung.
Sie existiert nur in der sekundären Verarbeitung dieser Erfahrung.

"Denke bitte nicht an einen rosa Elefanten auf einem Weißen Fahrrad".

Im ersten Moment denkt man automatisch an den rosa Elefanten auf dem weißen Fahrrad, weil das Gehirn erst einmal identifizieren muss, woran es nicht denken soll und dazu - wenigstens für einen kurzen Moment - eben doch daran denken muss.

Die Verneinung in der Hypnose ist deshalb immer wieder ein großes Thema unter Hypnotiseuren.

Milton Erickson nutzte die Verneinung gern, um etwas doch herbeizuführen, was eigentlich laut seiner Aussage nicht herbeigeführt werden sollte, weil er wusste, dass schon die Erzeugung des Gedankens daran einen gewissen Effekt haben wird,

Verneinende Aufträge formuliert man so, dass man dem, was man eigentlich herbeiführen will, ein "nicht" voranstellt.

Besonders wirkt diese Form bei Menschen mit starker Polaritätsreaktion, also Menschen, die dazu tendieren, genau das Gegenteil dessen zu tun, was man ihnen sagt. Menschen mit einer ablehnenden Grundhaltung oder Menschen die alles "besser wissen wollen".

"Du kannst dich jetzt noch nicht wohl fühlen und dich entspannen."
"Du findest jetzt noch keine Lösungen für deine Probleme."
"Du solltest nicht zuviel Gefallen daran finden, verneinende Aufträge zu formulieren."

Das Stilmittel der Verneinenden Suggestion sollte auch wieder mit großer Bedacht gewählt werden und der Hypnotiseur sollte immer kritisch überprüfen ob es beim Klienten tatsächlich auch so wirkt, wie er es plant.

Dass das Gehirn verneinte Aufträge erst in der Ja-Form überprüfen muss heißt nämlich nicht, dass es sie nach einer kurzen Überprüfung nicht doch befolgen kann und die verneinte Wirkung dann im Sinne der Ursprünglichen Formulierung eintritt!

Gerade in Bezug auf die Therapie und den Therapeuten positiv eingestellte Klienten (und das sind die meisten, denn sie begeben sich ja freiwillig in Behandlung und bezahlen auch dafür), ist damit zu rechnen, dass das Gehirn Verneinungen auch annimmt und sie so verarbeitet, wie der Hypnotiseur es sagt.

Die pauschale Aussage "Das Unterbewusstsein versteht keine Verneinungen" ist also grundsätzlich falsch - es versteht sie nur nicht im ersten Schritt, sonder muss sie erst weiterverarbeiten, um sie wirken lassen zu können. In vielen Fällen ist das aber kein Problem, weshalb gegen Verneinungen in Suggestionstexten auch grundsätzlich nichts einzuwenden ist, wenn sie sinnvoll plaziert sind (Eine Suggestion wie "Du wirst keine Lust mehr auf Schokolade haben" funktioniert erfahrungsgemäß bspw. recht gut und erzeugt in der Regel nicht wie man aus Sicht der Theorie "das Unterbewusstsein versteht keine Verneinungen" erwarten müsste das Gegenteil).

Im Rahmen der Hypnose-Forschung des TherMedius -Institut entstand aber auch die Theorie so genannter Trance-Verwechsler. Dies sind Menschen, bei denen die Hypnose genau das Gegenteil dessen erzeugt, was sie eigentlich beabsichtigt. Wenn Sie als Hypnotiseur zum Verdacht kommen, dass es sich bei einem Klienten um einen Trance-Verwechsler handeln könnte, kann es lohnend sein (selbstverständlich in Absprache mit dem Klienten!) einmal genau das Gegenteil dessen zu suggerieren, was er eigentlich erreichen möchte und hier bspw. gezielt mit Verneinungen zu arbeiten. Eine solche experimentelle Arbeit sollte aber nur im Rahmen von Behandlungen durchgeführt werden, die kein erhöhtes Risiko für den Klienten darstellen und bei denen eine eventuelle Negativwirkung bei Bedarf nachversorgt werden kann.

d) Scheinalternativen mit "oder"

Hierbei wird dem Klienten scheinbar die Wahl zwischen Zwei Optionen gelassen obwohl es im Grunde gleichgültig ist, für welche Option er sich entscheidet, da beide Optionen vom Sprecher erwünscht sind bzw. beide Alternativen ein gewünschtes Ergebnis bringen.

"Willst du zuerst abwaschen oder mir beim Bügeln helfen."
"Die Frage ist, ob sie jetzt einer Gehaltsminderung oder Arbeitsplatzversetzung zustimmen."
"Du kannst dich zuerst entspannen oder dich wohl fühlen."

Verkäufer fragen daher auch gern:

"Wäre das Auto mit dem 2-Liter-Motor oder dem 3-Liter-Motor für Sie interessanter"

und stellen die Option "ich möchte gar keines dieser Autos" überhaupt nicht zur Verfügung. Psychologisch gesehen wird der Kunde damit zu einer Aussage genötigt, die im weiteren Verlauf mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu einer Kaufentscheidung führen kann.

e) Konversationspostulate

Konversationspostulate sind Ja Nein - Fragen, die anstatt einer Antwort zumeist eine Verhaltensreaktion bewirkt, ohne daß diese direkt verbal gefordert wird. Beispiele könnten sein:

"Könnte jemand das Licht anmachen?"

"Wissen sie, wie es sich anfühlt glücklich zu sein?"

"Kannst du den letzten Satz noch mal lesen?"

f) Verlorene Zitate

Verlorene Zitate sind im Grunde eine Abwandlung der indirekten Suggestion.
Hierbei wird die wörtliche Wiedergabe eines Gesprächs benutzt, um Verhaltensanweisungen zu geben.
Eingebettet als Zitat können sie als direkter Auftrag formuliert werden und zugleich, kann dieser Auftrag an eine Autoritätsperson als wirkungsvollen Sender gekoppelt werden.

"Der Nobelpreisträger Maturana hat einmal zu einem Kollegen gesagt: Deine Fähigkeit zu lernen ist es, was du jetzt entwickeln mußt, um anderen helfen zu können"

"Der Willy hat mir gestern abend gesagt:
Mach es dir bequem und entspann dich."

"Willy Brandt war bekannt für seinen Ausspruch: "Lerne, sei gerecht und trage Verantwortung für dein Tun."

g) Satzfragmente

Sind Sätze, die für sich selbst keinen Sinn geben, damit sie Sinn ergeben muss ein Klient stark selbst bedeutungsgebend kooperieren.

"Es ist eine Freude.."
"Und ein tieferes Verstehen entsteht..."
"Wirkliches Staunen darüber haben..."

h) Doppeldeutigkeit

Dies sind Sätze, denen mehrere Bedeutungsmöglichkeiten zugeordnet werden können. Erickson war ein Meister in solchen Wortspielen, besonders im Benutzen von phonologischen Ambiguitäten (dem Gleichklang von Worten, wie sehen/säen).

"Das Meer/mehr an Möglichkeiten, das sich jetzt vor dir eröffnet."

"Es gibt viele Freuden, sie warten auf sie."

"Ich spreche zu dir als Freund und Sucher."


Obwohl solche Doppeldeutigkeiten durchaus Wirkungen erzeugen können, sollte man als Hypnotiseur aber bedenken, dass der Mensch heute darauf geschult ist, Aussagen "sehr wörtlich" zu nehmen. Doppeldeutigkeiten können zwar bei Bedarf in die Arbeit integriert werden, die Erwartungen daran sollten aber realistisch bleiben und man sollte dieses Tool nicht überbewerten.

Einsatz des Milton-Modells in der Hypnose

Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten können die Prinzipien des Milton-Modells nutzen, um ihre Sprache während der Arbeit mit einem Klienten noch gezielter auf das Behandlungsziel abzustimmen.

Die Sprachmuster des Milton-Modells können sowohl bei der Suggestionstextgestaltung (wird gelehrt in Modul 2 (Hypnose Fortgeschrittene) der Hypnose-Ausbildung von TherMedius als auch in der analytischen Hypnose (ebenfalls Modul 2), aber auch im Gespräch außerhalb der eigentlichen Hypnosesitzung eingesetzt werden.

Aufgrund der Komplexität des Systems ist es empfehlenswert, sich immer wieder damit auseinanderzusetzen, bis die Prinzipien so weit verinnerlicht sind, dass sie spontan und intuitiv eingesetzt werden können. Der intuitive Einsatz ist deshalb von großem Vorteil, weil das Milton-Modell weniger eine "Anleitung" darstellt, nach der man strikt handeln muss, sondern eher eine "sprachliche Denkweise" repräsentiert, die die hypnotische Arbeit in vielen Situation bereichern kann, aber auch immer sinnvoll eingesetzt werden sollte.

Weiterführende Literaturempfehlungen

Wenn Sie sich noch eingehender in die Sprachmuster und sprachlichen Werkzeuge Milton Ericksons auf deren Basis das Milton-Modell erstellt wurde einarbeiten möchten, empfehlen wir die Lektüre seiner Bücher "Hypnose" und "Hypnotherapie".

Sie enthalten viele Fallbeispiele aus der Arbeit Milton Ericksons und ausführliche, von ihm selbst geschriebene Erläuterungen bzw. Interpretationen. Das Milton-Modell ist ein übersichtliches Extrakt der therapeutischen Techniken Milton Ericksons. seine Arbeitsweise in ihrer Gesamtheit zu verstehen ist aber fast nur möglich, wenn man sich intensiv mit seinen Büchern auseinandersetzt.

An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass unsere Erfahrung bzw. die Erfahrung vieler Hypnose-Ausbildungsteilnehmer gezeigt hat, dass die Bücher Ericksons nicht unbedingt für komplette Anfänger empfehlenswert sind, da viele Inhalte erst richtig verständlich werden, wenn schon gewisse Grundkenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf die Hypnose vorhanden sind.

Wir empfehlen die Lektüre von Ericksons Werken deshalb bevorzugt ab Kenntnis-Level Modul 2- Hypnose Fortgeschrittene, da die Inhalte erfahrungsgemäß ab diesem Level deutlich leichter verstanden und in praktischen Zusammenhang gebracht werden können.

Zudem verfügen Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten mit diesem Kenntnisstand auch über genügend hypnotisches Hintergrundwissen, um die ein oder andere Aussage Ericksons, die aufgrund neuerer Erkenntnisse der Hypnose-Forschung nicht mehr ganz zeitgemäß erscheint bei Bedarf kritisch in Frage stellen zu können (Ericksons Bücher wurden in den 70er Jahren des 20. Jhdt. veröffentlicht - seitdem hat es auch in der Hypnose viele neue Erkenntnisse und Entwicklungen gegeben, die in seinen Werken natürlich noch nicht berücksichtigt sind).

Einer der TherMedius -Trainer prägte in diesem Zusammenhang einmal das Zitat:

"Als Hypnoseanfänger gleich Erickson zu lesen ist ein bißchen so als würde man als Fahrschüler vor der ersten Praxisstunde erstmal die Biografie von Michael Schumacher lesen, um dadurch besser Autofahren zu lernen".

Bitte beachten Sie beim Einsatz des Milton-Modells

Das Milton-Modell eignet sich hervorragend, der Sprache eine bestimmte Richtung zu geben und Effekte beim Klienten durch gezielte Formulierungen hervorzurufen. Im praktischen Alltag ist es aber wichtig, dass hypnotische Formulierungen noch natürlich bleiben.

Wir betonen das an dieser Stelle deshalb, weil begeisterte Hypnotiseure und NLP-Anwender gerade anfangs manchmal dazu neigen, es mit den Sprachmustern ein wenig "zu übertreiben", was auch dazu führen kann, dass ihre Sprache auf den Klienten "seltsam", "verklausuliert" oder "geschwollen" klingt und in ihm eher Distanz als die gewünschten emotionalen oder gedanklichen Effekte hervorruft.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass eine "Klientennahe Sprache", also ein Sprachstil, der dem Sprachstil des Klienten ähnelt häufig wesentlich wirkungsvoller ist als eine abstrakte "Modell-Sprache", da der Klient sich von "seiner Sprache" deutlich mehr angesprochen fühlt. Unterschiedliche Sprachstile können im ungünstigen Fall auch soziale Distanz erzeugen.

Ein Beispiel:

Stellen Sie sich vor, ein Philosophieprofessor unterhält sich mit einem "einfachen Mann vom Lande" über den Sinn des Lebens - es ist gut möglich, dass der einfache Mann sich von der gewählten Sprache des Philosophieprofessors überfordert fühlt und schon allein durch die Wortwahl des Professors das Gefühl bekommt, dass sein Gesprächspartner "anders" ist als er selbst und es kann auch gut sein, dass er der ein oder anderen Formulierung nicht sofort oder nur durch gezieltes Nachdenken folgen kann. Auf der emotionalen Ebene fühlt er sich dann vielleicht "weniger kompetent" als sein Gesprächspartner, im Zweifel vielleicht sogar "unterlegen" oder "ungebildet". Solche eher negativen Emotionen sind in einem therapeutischen Rahmen natürlich eher hinderlich.

Das Ziel der Hypnose ist es aber, das Unterbewusstsein des Klienten möglichst "direkt zu treffen". Zu komplizierte Formulierungen können dazu führen, dass eine Nachricht nicht beim Klienten ankommt. Manchmal ist es effektiver, einen Satz wie "Du wirst Dich von heute an gesund ernähren und Schokolade wird Dir vollkommen gleichgültig sein" 100 mal zu wiederholen, damit er sich tief in das Unterbewusstsein des Klienten "einbrennt" als ihn in eine komplizierte Geschichte zu verpacken, die vom Unterbewusstsein des Klienten letztenendes nicht verstanden wird und damit auch wenig oder gar keine Wirkung zeigt. TherMedius ist bekannt für einen sehr zielorientierten und pragmatischen Einsatz der Hypnose. Deshalb legen wir in der Hypnose-Ausbildung großen Wert darauf, dass unsere Teilnehmer die richtige Mitte in Bezug auf sprachliche Formulierungen erlernen, um einen maximalen Effekt beim Klienten erzielen zu können ohne dabei über unnötige Hürden wie eine "überzogene hypnotische Sprache" zu stolpern.

Dosieren Sie die Techniken des Milton-Modells also bitte so, dass Ihre Sprache auf Ihr Gegenüber noch natürlich wirkt und verständlich bleibt.
Manchmal genügen schon kleine Einwürfe hypnotischer Sprachmuster in einem Gespräch, um einen gewünschten Effekt zu erzielen.

Das Milton-Modell - "kann" oder "muss"?

Als Ausbilder werden wir immer wieder gefragt ob hypnotische Sprachmuster wie sie im Milton-Modell erklärt werden zwingend notwenig sind, um erfolgreich mit Hypnose zu arbeiten.

Vielen Hypnotiseuren, aber auch Klienten fällt auf, dass es viele Kollegen gibt, die sich relativ wenig bis gar nicht mit solchen Modellen auseinandersetzen und Suggestionen stattdessen intuitiv formulieren bzw. ihren Klienten in Trance in einfachen Worten suggerieren, was in ihrem Unterbewusstsein geschehen soll.

Bei dieser Fragestellung sei anzumerken, dass es in der Hypnose viele verschiedene Wege gibt, ein Ziel zu erreichen und der Einsatz gezielter Sprachmuster zur Ereugung gewünschter Effekte im Unterbewusstsein des Klienten nur einer davon ist.

Die Hypnose kann ebenso erfolgreich sein, wenn der Hypnotiseur einfach eine Trance erzeugt und dem Klienten in einfachen, klaren Sätzen suggeriert, was er bei ihm erreichen möchte. Ebenso kann ein Effekt analytisch erzeugt werden, indem der Hypnotiseur den Klienten selbst Lösungen entwickeln lässt.

Manche Hypnotiseure halten Sprachmodelle wie das Milton-Modell deshalb für "überflüssig" oder "unnötig", da sie auch ohne sie sehr erfolgreich mit der Hypnose arbeiten und sehr gute Ergebnisse erzielen.

In der Hypnose-Szene entbrannte daher schon mancher Streit, welche Vorgehensweise nun "die beste" sei und es entwickelten sich sogar eigene Strömungen und Lehrarten, die sich ganz einem einzelnen Modell verschrieben.

Es geht bei der Hypnose aber weniger darum, eine einzelne "beste" Methode zu finden, sonder aus der Auswahl an möglichen Vorgehensweisen die am besten für eine bestimmte Behandlung oder einen bestimmten Klienten geeignete Technik zu wählen und zu verwandeln. Je mehr verschiedene technische Hintergründe ein Hypnotiseur oder Hypnosetherapeut kennt und beherrscht, desto größer ist seine Auswahlmöglichkeit an Techniken, derer er sich bei Bedarf bedienen kann und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, genau die richtige Vorgehensweise für einen konkreten Klienten finden zu können. Ein Hypnotiseur sollte also immer offen sein und abwägen, welchen Nutzen er vielleicht aus einer bestimmten Technik ziehen kann - auch wenn er sie nur selten oder nur zu ganz bestimmten Zwecken einsetzt.

Aus Sicht des TherMedius -Instituts, das wie schon erwähnt eine betont pragmatische und zielorientierte Sichtweise der Hypnose mit dem Ziel einer maximalen Wirksamkeit der Behandlung in Bezug auf die vom Klienten vorgegebene Aufgabenstellung pflegt, ist das Milton-Modell eines von mehreren Werkzeugen, derer sich ein Hypnotiseur oder Hypnosetherapeut bedienen kann, um gemeinsam mit seinem Klienten ein gewünschtes Ziel zu erreichen.

Wir sehen den Einsatz des Milton-Modells weder als unbedingtes Muss, das dringend notwendig ist, um eine gewünschte Wirkung zu erzielen, noch als unnützes Werkzeug, das die Hypnose auf unangebrachte Weise verkompliziert.

Stattdessen sehen wir es als wertvolles Hintergrundwissen, das dem Hypnotiseur oder Hypnosetherapeuten an geeigneter Stelle dabei helfen kann, mit hilfe eines gezielten Einsatzes sprachliche Mittel Effekte hervorzurufen, die seine Arbeit erleichtern oder die dem Klienten dabei helfen können, eine Hürde zu überwinden, die ihn zuvor an einem Weiterkommen hinderte.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten die größten Erfolge erzielen, die mit der Zeit einen eigenen Stil entwickeln, der ihrer Persönlichkeit und ihrem Geschmack am besten entspricht und den sie vor ihren Klienten selbstbewusst und überzeugt vertreten können. Authentizität ist hier ein wichtiges Schlüsselwort, das auch für Milton Erickson selbst immer von großer Bedeutung war. Erickson war auch immer der Meinung, dass es nicht ratsam sei, einen "großen Meister" zu immitieren, sondern selbst herauszufinden, mit welchen Mitteln man die besten Erfolge erzielen kann.

Ein Hypnotiseur hat eine große Auswahl an Werkzeugen, aus denen er seinen individuellen Stil entwickeln kann.
Selbstverständlich benötigt er für seine Stilentwicklung auch Zeit und Erfahrung. Hier sei noch angemerkt, dass es manchmal gar nicht empfehlenswert ist, sich als Anfänger gleich auf die Anwendung der komplexesten Modelle zu konzentrieren - ein Chirurg beginnt auch nicht gleich mit einer Herztransplantation als erste Operation (auch wenn er das theoretische Wissen dafür vielleicht aus seinem medizinstudium besitzt), sondern baut seine Kenntnisse kontinuierlich auf, damit er sie auch wirklich souverän und praxisgerecht einsetzen kann.

Die Ausbildungsphilosophie von TherMedius ist es deshalb, unseren Teilnehmern alle verfügbaren Stimittel in praktisch anwendbarer Weise zur Verfügung zu stellen, damit sie mit der Zeit daraus ihren eigenen Stil entwickeln können. Wir beginnen in der Hypnose-Grundausbildung mit sehr klaren und auch für komplette Neueinsteiger leicht nachvollziehbaren Hypnose-Konzepten und bauen diese im Verlauf der weiteren Ausbildung immer weiter aus. Dabei legen wir großen Wert darauf, dass alle gelehrten Inhalte schon von Beginn an praxisgerecht und vollwertig in ihrer Wirksamkeit sind. Teilnehmer können ihr Wissen also kontinuierlich aufbauen und ihrem Fachlichen Repertoire immer wieder neue Elemente hinzufügen, mit deren Hilfe sie dann ihren ganz persönlichen Stil entwickeln können. Selbstverständlich begleiten wir Sie bei Ihrer Stilentwicklung indem wir Ihnen ausführlich erläutern, welche Stilmittel wie einsetzbar sind, welche Auswahlmöglichkeiten an hypnotischen Vorgehensweisen Sie in welchen Situationen haben und welche Techniken sich bei bestimmten Aufgabenstellungen besonders bewährt haben. Sie erhalten also die Freiheit, sich als Hypnotiseur oder Hypnosetherapeut frei zu entwickeln gepaart mit der Sicherheit, die sich aus konkreten Anleitungen und Handlungsanweisungen ergibt, die auch ein Neueinsteiger schon von Beginn an problemlos auf professionellem Niveau umsetzen kann.

Möglichkeiten und Grenzen des Milton-Modells

Obwohl das Milton-Modell eine Vielzahl an Anregungen und Ideen bietet, fällt dem Leser zumeist schon bei der ersten Betrachtung auf, dass es keine konkrete Anleitung sondern eher eine Sammlung von Ideen und Werkzeugen ist, aus der man bei Bedarf einzelne Tools herausgreifen und einsetzen kann.

Der Anwender muss also nach wie vor selbst kreativ werden und die gedankliche Basis für den Einsatz der einzelnen Tools schaffen, um das Milton-Modell in der Praxis verwandeln zu können. Hierzu gibt es zwar eine Vielzahl von Beispielen und Erläuterungen (z.B. in den Büchern Milton Ericksons), es Bedarf aber sicherlich einiger Zeit und Reflexion bis die Hintergründe des Milton-Modells "in Fleisch und Blut" übergegangen sind.

Gerade Hypnose-Anfänger tun sich damit manchmal noch etwas schwer, weshalb es anfangs ratsamer sein kann, sich auf konkrete Handlungsanweisungen in Form von Suggestionstexten oder Sitzungskonzepten zu orientieren, um sich an die hypnotischen Vorgehensweisen zu gewöhnen und die freie Arbeit mit hypnotischen Sprachmustern mit der Zeit dann Stück für Stück in die eigenen Arbeit zu integrieren.

Ein souveräner Einsatz der Inhalte des Milton-Modells ist also vor allem dann möglich, wenn schon eine gewisse Grundstruktur in der Arbeit mit Hypnose vorhanden ist. Dem routinierten Hypnotiseur kann es in vielen Situationen eine "Leistungssteigerung" seiner Formulierungen verschaffen, während der Anfänger damit aber eben auch schnell überfordert sein kann. Prüfen Sie als Hypnotiseur oder Hypnosetherapeut also bitte immer, inwiefern der Einsatz des Milton-Modells für Sie praktikabel ist und dosieren Sie mit Bedacht. Versuchen Sie nicht, etwas zu "erzwingen", weil sie irgenwo gelesen oder gehört haben, solche hypnotischen Sprachmuster seien "besonders therapeutisch" oder stünden für eine "besonders hochwertige" Art der Hypnotherapie. Im Zweifel kann ein ungelenker Einsatz hypnotischer Sprachmuster aus Mangel an Erfahrung und Routine im Umgang mit hypnotischen Vorgehensweisen oder durch einen Anwender, dem diese Form der "Wortakrobatik" einfach nicht liegt mehr schaden als nutzen, während sich mit einfachen und klaren direktiven oder analytischen Konzepte weit mehr erreichen ließe.

Wichtig ist auch zu bedenken, dass die Konzentration eines Therapeuten immer auf dem Klienten liegen sollte. Ein allzu kognitiver Einsatz hypnotischer Sprachmuster, wie auch anderer aus dem NLP stammender Techniken wie Leading, Pacing oder Mirroring kann im Ungünstigen Fall auch dazu führen, dass der Therapeut durch die Gedanken darüber, wie er den nächsten Satz am besten formulieren soll sich "zu sehr in seinem eigenen Kopf" bewegt und damit die Konzentration auf den Klienten vernachlässigt und ggf. wichtige Informationen verpasst oder nur einen unzureichenden Rapport herstellen kann. Viele NLP- oder Hypnose-Einsteiger fragen "Wie soll ich denn diese ganzen Techniken berücksichtigen und mich gleichzeitig noch auf den Klienten konzentrieren?". Und sie haben recht - es ist fast nicht möglich, denn eine Sitzung bei einem Therapeuten, der innerlich kontinuierlich den Einsatz von Techniken überdenkt ist wie das Gespräch mit irgendeiner anderen Person, die in Gedanken "ganz woanders" ist - irgendwie unbefriedigend. Ebenso wie das Gespräch mit einer unkonzentrierten Person im Gesprächspartner den Wunsch erzeugt zu sagen "Jetzt hör mir doch mal zu!" oder "Ich hab das Gefühl, Du bist mit Deinen Gedanken ganz woanders.", weil diese Person auf eigene Aussagen vielleicht zögerlich reagiert, nach Dingen fragt, die man doch soeben gerade schon erzählt hat oder Aussagen trifft, die irgendwie nicht ganz in den Zusammenhang des Gesprächs passen wollen, erreichten uns auch schon viele Erfahrungsberichte von Klienten, die bei NLP- oder Hypnosetherapeuten ähnliche Erfahrungen im Rahmen von Behandlungssitzungen machten und sich damit unwohl fühlten (und im Anschluss zumeist auch die Therapie beim betreffenden Behandler abbrachen). Das ist natürlich schade, denn alles Hintergrundwissen nützt nicht viel, wenn der Klient sich bei seiner Anwendung unwohl fühlt und die Behandlung damit nicht annehmen kann. Achten Sie also bitte immer darauf, den Klienten spüren zu lassen, dass Sie "bei ihm sind" und dass er ihre volle Aufmerksamkeit genießt und dosieren sie eventuelle zusätzliche Techniken und Kommunikationsmodelle so, dass Ihre Aufmerksamkeit auf den Klienten und die Gesprächsinhalte dadurch nicht beeinträchtigt werden. Sich in den Klienten "einzufühlen".

Machen Sie sich bewusst, dass schon allein die Kenntnisse verschiedener unterstützender Tools sich unterbewusst auf ihr Verhalten auswirken. Vielleicht wenden Sie schon allein nach der Lektüre dieses Tutorials die Inhalte des Milton-Modells zukünftig intuitiv an. Vielleicht "erwischen" Sie sich auch bald einmal dabei, dass sie im Gespräch mit dem Klienten oder während einer Hypnosesitzung, vielleicht aber auch in einem Gespräch im ganz normalen Alltag hypnotische Sprachmuster verwenden, ohne diese vorher gezielt geplant zu haben.

Dieser intuitive Umgang, diese "Verinnerlichung" hypnotischer Sprachmuster ist sicherlich das höchste zu erreichende Ziel und kommt der Arbeitsweise Milton Ericksons definitiv am nächsten.

Eine wichtige Grenze hypnotischer Sprachmuster wie des Milton-Modells sind neurologisch fundierte Anwendungen der Hypnose (bspw. in der Schmerztherapie oder bei der Behandlung von Neurodermitis, Psoriasis, neurologisch bedingten Schlafstörungen o.ä.), bei denen vor allem die neurologische Wirkung des "Zustandes" tiefer hypnotischer Trance einen Behandlungserfolg bringen kann, während die Sprache eher als sekundär einzustufen ist, da ohne eine tiefe Trance im Sinne von deutlich veränderten Gehirnaktivitäten zumeist in Form einer tiefen Beruhigung, die bspw. mit einem erhöhten Vorkommen von Alpha- oder Theta-Gehirnwellen einhergeht ein gewünschter Zielzustand und damit eine Besserung von Symptomen nicht oder nur sehr schwer erreichbar ist. In solchen Fällen können die besten Formulierungen zumeist nicht viel ausrichten, sondern zeigen ganz konkrete Tieftranceinduktionen (wie sie bspw. in der TherMedius -Fortbildung Medizinische Hypnose gelehrt werden) und die Konzentration auf den "Zustand Hypnose" mit dem Ziel einer erkennbaren neurologischen Veränderung im Rahmen der Basisaktivitäten des Gehirns zumeist deutlich bessere Wirkung.

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