Occipitallappen

Die Occipitallappen

Hauptaufgaben der Occipitallappen sind:

  • Lokalisierung von Objekten in der Umgebung

  • Sehen von Farben

  • Erkennen von Bildern

  • Identifikation von Objekten

  • Bereitstellung des Wahrnehmungsfeldes, das für das lesen, schreiben und buchstabieren wichtig ist

  • Enge Verbindung zur Amygdala zum schnellen Auslösen von Alarmreaktionen (bei optisch wahrgenommener Gefahr)

Detail-Info Occipitallappen

Die Occipitallappen stehen in engem Zusammenhang mit dem visuellen Cortex.

Während der Anamnese ist es wichtig, Sehstörungen auszuschließen, bevor vermutet wird, dass andere Areale für eine Lernstörung oder eine andere mit den Occipitallappen in Verbindung gebrachte Störung verantwortlich sind.

Einige Kinder mit ADHS, die Probleme mit dem Lesen haben, zeigen gute Ergebnisse mit Neurofeedback zur Fokussierung und Wahrnehmungstherapie.

Der Occipitallappen grenzt an die parietalen und temporalen Lappen. EEG-Abnormitäten an posterioren Stellen dieser beiden Lappen (also der Parietal- und Temporallappen) reichen häufig in die Occipitallappenregion hinein. In diesem Fall können Störungen im Aufgabenbereich der Occipitallappen auftreten, deren Ursache eigentlich in den Temporal- oder Parietallappen liegt (der Therapeut sollte bei der Diagnose also auch immer die angrenzenden Areale mit in Betrachtung ziehen)

Visuelle Erinnerungen und korrektes Lesen setzen eine eine gute visuelle Wahrnehmung voraus. Darüber hinaus werden traumatische Erinnerungen, die von visuellen Flashbacks begleitet werden häufig in den Occipitallappen erzeugt. Ein Trauma hat also auch immer ein Stück weit eine lokale Repräsentanz, die es zur Belastung für den Betroffenen macht. Eine davon (aber nicht die einzige) sind die Occipitallappen.

Zwei Probleme in der visuellen Verarbeitung, auf die man achten sollte sind:

Visuelle Agnosie (Unfähigkeit, Komplexe Objekte wahrzunehmen und zu zeichnen)
Simultane Agnosie (Unfähigkeit, mehrere Objekte gleichzeitig zu sehen)

Betroffene der simultanen Agnosie können keinen Punkt in der Mitte eines Kreises oder eines Kreuzes platzieren, denn sie nehmen zu einem Zeitpunkt nur den Kreis (oder das Kreuz) oder die Spitze ihres Stifts wahr. Sie können die Umrisse eines Objektes nicht erkennen oder beim Schreiben auf der Zeile bleiben (ein wichtiger Hinweis! Kann gerade bei Kindern leicht beobachtet werden). Wenn sie auf die Stiftspitze schauen, verlieren sie die Zeile, wenn sie auf die Zeile achten, verlieren sie aber die Stiftspitze. Anhand dieser Beschreibung lässt sich sehr leicht ein einfacher kognitiver Test durchführen.

Manchmal geht es bei Gesprächen mit Eltern um schwere Probleme beim Schreiben, Malen oder andere Problemen mit visuellen und räumlichen Aktivitäten ihrer Kinder. Erwachsene können ebenfalls Probleme in den Occipitallappen haben, häufig aufgrund traumatischer Hirnverletzungen oder aufgrund von Schlaganfällen.

Klienten, die an einem posttraumatischen Stresssyndrom (PTSD) leiden, können von einem Training der Occipitallappen profitieren. Davidson und Irwin (1999) berichteten von einer besonderen Verbindung zwischen dem visuellen Kortex, der Amygdala und PTSD:

"Außerdem war die Intensität der Furcht, die in den Gesichtern zu sehen war systematisch abhängig von der Steigerung der Durchblutung in der linken Amygdala. In einer anschließenden Analyse dieser Messdaten fanden Morris und Kollegen heraus, dass eine gesteigerte Durchblutung der Amygdala zu einer gesteigerten Durchblutung im extrastriären ("extrastriatär" = "außerhalb des Striatum" - das Striatum ist ein Teil der Basalganglien und nicht, wie die Area striata, ein Teil der Sehrinde) visuellen Cortex während Furcht, aber nicht während positiver Bildpräsentationen führt. Diese Erkenntnisse lassen darauf schließen lassen auf eine funktionelle Verbindung beiden Regionen schließen, die als Funktion des emotionalen Ausdrucks dient."

Neurofeedback-Spezialisten, die mit PTSD-Patienten arbeiten platzieren Sensoren häufig auf dem visuellen Kortex, wenn sie ein Deep-States-Training durchführen. Depressionen und Angststörungen sind ebenfalls schon häufig nach Deep-States-Trainings verschwunden. Die Wirksamkeit dieses Ansatzes harmoniert mit den zuvor genannten Erkenntnissen.

Symptome die von den Occipitallappen ausgehen

Symptome, die von den Occipitallappen ausgehen können und wegen derer sich ein Klient sich in therapeutische Behandlung begeben wollen könnte können sein: Symptome die von den Occipitallappen ausgehen

  • Probleme beim lesen und schreiben

  • "Die Zeile verlieren"

  • Visuelle Flashbacks bei Traumapatienten

  • Agoraphobie

  • Angst vorm schnellen Autofahren

  • Höhenangst

  • Visuelle Agnosie

  • Simultane Agnosie

  • "Psychogene" Sehkraftverschlechterung z.B. bei Stress

Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Symptom vom Occipitalen Kortex ausgehen könnte, sollten Sie in jedem Fall prüfen ob der Klient eine Sehhilfe benötigt oder ob er eine Sehhilfe besitzt und diese nicht regelmäßig trägt.

Viele Klienten bekommen Probleme mit dem Occipitalen Kortex aus Eitelkeit. Sie tragen benötigte Sehhilfen nicht und überfordern damit ihre visuelle Wahrnehmung. Auch wenn sie im Alltag was das Sehen betrifft recht gut klarkommen können, kann es dennoch zu Alarmreaktionen aus dem Occipitalen Kortex kommen, die zu Panikattacken führen. Dieser Sachverhalt ist häufig verantwortlich für Störungen wie Panikattacken, Agoraphobie, Angst vor hohen Geschwindigkeiten (z.B. Angst vorm Autobahnfahren) oder Höhenangst.

Wichtig ist, an dieser Stelle, darauf hinzuweisen, dass es hierbei nicht zu allgemeinen Sehkraftverschlechterungen kommen muss. Das Problem liegt nicht im sehen selbst (der Klient kann sagen "Ich sehe doch auch ohne Brille noch genug"), sondern in der Weiterverarbeitung des Gesehenen im visuellen Kortex.

Diese Erläuterung zeigt wieder einmal, wie wichtig es ist, sich als Therapeut an einer modernen Psychotherapie zu orientieren, die die neurologischen Grundlagen mit berücksichtigt und in ihre Denk- und Handlungsweise mit einbindet.

In früheren Tagen versuchte man, bei solchen Klienten irgendwelche neurotischen Angstauslöser zu finden, die der Angst "einen Sinn" geben und die man als "Schuldige" angehen und behandeln kann. Häufig mit zweifelhaftem Erfolg. Heute ist man in der Lage, solche Themen wesentlich zielgerichteter zu diagnostizieren, einzugrenzen und zu behandeln. Das hilft sowohl dem Klienten, da er schneller und effizienter behandelt werden kann als auch dem Therapeuten, der aufgrund eines zielorientierteren Handwerkszeugs und deutlicheren Erfolgen natürlich auch mehr Freude am Beruf haben kann.

Messpunkte der Occipitallappen im 10-20 System

Die Messpunkte der Occipitallappen im 10-20 System sind: O1, O2 und Oz

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