Standortsuche - Die richten Räume für eine Praxis

Standortsuche - die richtigen Praxisräume finden

Wer plant, eine eigene Hypnosepraxis (oder auch eine andere therapeutische Praxis) zu eröffnen, stößt automatisch auf die Fragen "Wo soll ich das tun?" und "Was wäre ein Idealer Standort für (m)eine Praxis?".

In diesem Artikel möchten wir auf das Thema Standortauswahl bei der Praxisgründung einmal etwas näher beleuchten und auf verschiedene Aspekte eingehen, die dabei eine Rolle spielen können.

Zuhause oder in separaten Räumen?

Das erste, was viele abwägen ist die Frage "Kann ich meine privaten Räume zuhause vielleicht nutzen?", denn diese sind schließlich schon da und müssen nicht extra angemietet werden. Aber nur in manchen Fällen macht es wirklich Sinn, ausschließlich von zuhause aus zu arbeiten.

Nichtmedizinische Hypnotiseure
können ihre Arbeit rechtlich problemlos in ihren Privaträumen anbieten (sofern die örtliche Gewerbeordnung oder der Vermieter nicht dagegenspricht - bitte unbedingt prüfen!).

Hypnotiseure mit Heilerlaubnis (Ärzte / Psychotherapeuten / Heilpraktiker / Heilpraktiker für Psychotherapie) sind eigentlich gestetzlich verpflichtet, extra Praxisräume vorzuweisen, in vielen Regionen erlauben Gesundheitsämter aber auch psychotherapeutische Arbeit in eigenen Privaträumen (unbedingt vorher klären, wie die regionale Situation ist!).

Die Arbeit von zuhause aus ist für viele also im ersten Moment die am leichtesten zu realisierende Option.
Sofern die grundsätzlichen Gegebenheiten (Gewerbeordnung ermöglicht es, Vermieter stimmt zu, bei Heilbehandlern: Gesundheitsamt lässt Arbeit von Privaträumlichkeiten aus zu) vorhanden sind und auch die Privaträumlichkeiten ansich dafür geeignet sind (genügend Platz, akzeptabler Zugang, Störungsfreiheit, stimmiges Gesamtbild, bei dem der Klient nicht denkt "Was ist denn das hier"), kann man darüber nachdenken, erstmal keine anderen Räume anzumieten.

Diese Variante eignet sich besonders für:

  • Therapeuten / Berater, die die Hypnose bzw. ihr Angebot (evtl auch nur anfangs oder testweise) nur stundenweise oder nebenberuflich anbieten möchten (z.B. 2-5 Stunden pro Woche) und für die sich eine externe Praxis nicht rechnen würde

  • Therapeuten / Berater, die ohnehin über entsprechende Räumlichkeiten verfügen (großes Haus mit leerstehenden Räumen, einen gut geeigneten Raum in der Wohnung) und bei denen es sich besonders anbietet, eine Praxis zu integrieren

  • Therapeuten / Berater, die nicht allzu sehr oder gar nicht kommerziell arbeiten möchten und deren Kernzielgruppe der eigene Freundes- und Bekanntenkreis ist bzw. die ihre Klienten aus einem sehr nahen, persönlichen Umfeld gewinnen (Verein, in dem sie als Trainer aktiv sind; Ehrenamtliche Tätigkeiten) und bei denen niemand erwartet, dass sie einen besonderen Aufwand in Bezug auf Räumlichkeiten betreiben

In jedem Fall sollte man bei der Überlegung, private Räume für eine Praxistätigkeit zu nutzen überlegen ob diese stimmig sind und der Zielgruppe entsprechen.

Wenn man in einem Privathaus in einem reinen Wohngebiet im vierten Stock wohnt, ist es wahrscheinlich kein Problem, zu einem guten Bekannten zu sagen "Komm einfach mal zu einer Rauchentwöhnung bei mir vorbei" und wenn dieser einem weiterempfiehlt und er einem anderen Bekannten sagt "Geh doch mal zu XY, der kann Dir das Rauchen abgewöhnen", dann kann das auch passen, wenn man aber im Internet oder in der Zeitung wirbt mit "Hypnosepraxis XY - Ihr Professioneller Ansprechpartner für Hypnose!", sollte man darüber nachdenken ob der Ort, an den die Klienten kommen dem entspricht, was die Werbung ihnen suggeriert (wohlgemerkt: auch eine Wohnung im vierten Stock in einem Wohngebiet kann das erfüllen, wenn die Räumlichkeiten stimmen, der Klient sollte aber nie das Gefühl haben, "angeschmiert" worden oder in einer "dubiosen" Praxis gelandet zu sein).

Bei einer Praxis in privaten Räumen sollte man aber auch immer folgendes Bedenken:

  • Die Klienten wissen, wo Sie wohnen - das heißt, Sie müssen auch damit rechnen, dass Klienten, denen es gerade schlecht geht und die der Meinung sind, dringende Unterstützung von ihrem Therapeuten zu benötigen an Sonn- und Feiertagen oder außerhalb der Praxiszeit vor Ihrer Tür stehen.

  • Sie wissen im Vorfeld nicht, wer Ihre Klienten sind - das heißt, es könnten auch Menschen bei Ihnen Termine buchen, die Sie ansonsten lieber nicht in Ihre Privatwohnung lassen würden.

  • Sie geben einiges von sich Preis - viele Therapeuten sind der Meinung "Der Therapeut sollte für den Klienten nicht zu transparent sein". Wenn der Klient weiß, in welchem Viertel Sie wohnen, was für ein Haus Sie besitzen oder nicht besitzen, wie Sie privat eingerichtet sind etc, kann sich das auch negativ auf die therapeutische Beziehung auswirken ("Ach Gott, das ist aber ein armer Schlucker - ob der mir helfen kann...", "Was für ein Protz - wer so lebt, kann mich ja nicht verstehen!", "Uh, wie geschmacklos - so würde ich mich nie einrichten...", "Der kann aber kein sehr guter Hypnotiseur sein, wenn er sich keine bessere Wohnung leisten kann", "Der zieht ja die Leute über den Tisch - so wie der hier lebt, muss er mit auch keine x Euro abnöpfen, da könnte er es ruhig ein bißchen günstiger machen..."). In einer separaten Praxis ist das neutraler - die Menschen sind es gewohnt, dass selbst hervorragendste Ärzte in tristesten Behandlungsräumen in Kliniken arbeiten oder dass Dienstleister in "fürstlichen" Räumen tätig sind, die dem Wohlbefinden der Klienten dienen und nicht unbedingt ihrer privaten Wohnsituation entsprechen (von einem Bankmitarbeiter geht auch niemand aus, dass er zuhause unbedingt eine mit Marmor verkleidete Eingangshalle besitzt, es vermutet aber auch niemand, dass er in einem baufälligen Gebäude lebt - es ist aber auch irgendwie egal, denn er ist jetzt gerade hier der Ansprechpartner in der Bank und das ist für seine Kunden okay)

  • In privaten Räumlichkeiten kann es im Zweifel auch zu Kontakt zwischen Klienten und der Familie des Therapeuten kommen (und wenn es nur ein kurzes "Guten Tag" ist). Auch hier ist zu überlegen ob man das möchte, ob man einem Klienten so viel Einblick in seine eigenen privaten Gegebenheiten geben möchte und ob das dem Therapieziel dient (Klientin kommt wegen Stress und denkt sich "Die hat ja ihre Kinder genausowenig im Griff, wie will die mir helfen...?").

Einige dieser Überlegungen sind bewusst etwas extrem formuliert - dadurch soll aber deutlich werden, welche Aspekte bei der Entscheidung "Mache ich meine Praxis bei mir zuhause oder suche ich mir eine separate Räumlichkeit?" eine Rolle spielen könnten. Jeder Leser kann für sich selbst bewerten inwiefern einzelne Aspekte für ihn eine Wichtigkeit haben oder ob er für sich Argumente hat, warum in seinem Fall anders zu bewerten sind (was durchaus möglich ist!).

Für eine externe Praxis außerhalb der privaten Räumlichkeiten spricht:

  • Die Klienten wissen nicht zwingend, wo der Therapeut wohnt und tauchen daher auch nicht unangekündigt auf, wenn sie spontan einen Rat möchten oder das Gefühl haben, jetzt dringend eine Behandlung zu benötigen, sondern müssen zuerst einen Termin vereinbaren

  • Die Klienten können nicht einschätzen, wie der Therapeut privat lebt, erfahren keine unerwünschten Details aus seinem Familienleben (streitende Kinder, schlecht gelaunter Lebensgefährte...) - der Therapeut kann alle Informationen über sich selbst gezielt dosieren und damit ggf. seine Rolle an die Therapie anpassen (beim einen Klienten kann es vorteile haben, mitzuteilen, dass man auch Golf spielt, beim anderen Klienten kann es fatal sein, da er Golf als Hobby einer Schicht, der er nicht angehört und die er eher als unterdrückend empfindet sieht)

  • Eine separate Praxis bekommt immer auch einen "institutionellen Charakter", d.h. wie bei einer Bank stellt sich der Klient gar nicht so sehr die Frage, wie der Therapeut eigentlich tatsächlich situiert ist. Es fokussiert sich alles mehr auf "das eigentliche Thema".

Eine separate Praxis ist also zu empfehlen für Therapeuten / Berater,

  • die nicht möchten, dass Klienten unvorangekündigt außerhalb der Praxiszeiten vor ihrer Tür stehen

  • die nicht möchten, dass Ihre Klienten wissen, wie sie privat situiert sind (entweder weil sie der Meinung sind, eher weniger wohlhabende Klienten abzuschrecken, wie sie leben oder weil sie denken, wohlhabenderen Klienten ein "zu schwaches" Bild bieten zu können)

  • die auch die Option wünschen, ihre Praxis bei Bedarf umgestalten zu können (einer extra Räumlichkeit kann man leichter einen neuen "Anstrich" verpassen als den eigenen Privaträumen, wenn man denkt, einmal etwas ändern zu müssen)

  • Die mit ihrer Praxis ein bestimmte Bild vermitteln möchten, von dem sie denken, dass das nur in bestimmten Gewerberäumlichkeiten / in einem nicht-privaten Ambiente möglich ist

Aber: Dafür muss man im Zweifel natürlich auch höhere Kosten in Kauf nehmen, die man in eigenen Räumen nicht hätte!

Man kann also nicht pauschal sagen, dass die Arbeit in privaten oder separaten Räumlichkeiten besser oder schlechter ist. Grundsätzlich kommt es auch immer auf die Situation des Therapeuten, sein Klientel und das allgemeine Wesen seiner Praxis an, welche Variante sinnvoller erscheint.

Viele Therapeuten haben in privaten Räumlichkeiten begonnen und festgestellt, dass das perfekt funktioniert, manche mussten feststellen, dass es nicht klappt und suchten sich mit der Zeit externe Räume, andere wiederum begannen mit externen Räumen und stellten mit der Zeit fest, dass es das freie Zimmer, dass sie noch im Haus / in der Wohnung haben auch vollkommen tut...

Überlegen Sie also, was für Sie zu Beginn am schlüssigsten erscheint, testen Sie, wie es funktioniert und passen Sie es bei Bedarf mit der Zeit an die sich evtl. verändernden Bedürfnisse Ihrer Praxis an.

Wie wichtig ist die Lage?

Die Lage einer Praxis ist immer ein heiß diskutiertes Thema.

  • Ist eine zentrale Lage besser, sodass einem möglichst viele Menschen sehen und man gut werben kann (Werbeschild, Praxisschild)?

  • Sollte man eine Praxis lieber etwas außerhalb positionieren, damit die Klieten "ungesehen" anreisen können, weil sie bei zu zentraler Lage ansonsten vielleicht befürchten, dass sie gesehen werden könnten, wie sie eine therapeutische Praxis / Hypnosepraxis betreten und Sorge hätten, dass man sie für "bekloppt" hält?

  • Kommen Klienten lieber in zentral gelegene Praxen aufgrund evtl. kürzerer Anreisewege oder bevorzugen Sie Standorte, die etwas außerhalb sind trotz längerer Anfahrt?

  • Ist die räumliche Nähe zu anderen Praxen (Allgemeinmedizinischer Praxen, Zahnarztpraxen, Naturheilpraxen) in der direkten Umgebung von Vorteil oder spielt sie vielleicht gar keine Rolle, weil Klienten ohnehin nicht an einem Tag von einer Praxis zur anderen wandern?

  • Oder spielt das alles vielleicht gar keine Rolle, so lange das Angebot des Therapeuten exakt die Bedürfnisse des Klienten trifft?

Hier noch ein kleines Beispiel aus eigener Erfahrung:
Wir erhalten in unseren eigenen Praxen desöfteren Anfragen von Klienten, die von sehr weit weg kommen und trotz einer Anfahrt von 400 km um einen Termin bitten. Auf die Frage, warum sie denn nicht eine Hypnosepraxis in ihrer Nähe kontaktieren kommt dann oft die Antwort "Hier in meiner Nähe gibt es zwar einige Praxen, aber deren Angebot hat mich nicht überzeugt. Hier ist niemand, der diese Anwendung so anbietet, wie Sie sie anbieten und ich will zu jemandem, der Ahnung hat". Wenn Klienten einen bestimmten Bedarf haben und eine Praxis genau diesen Bedarf deckt bzw. vielleicht bekannt dafür ist, in diesem Bereich gut zu sein, dann verwischen schnell Anforderung in Bezug auf Anfahrt, Optik oder Lage - dann geht es nur noch um das eigentliche: Die Behandlung!


Die Erfahrung hat also gezeigt, dass eine zentrale, exponierte Lage für therapeutische Praxen in den meisten Fällen gar keine so große Rolle spielt, wie man manchmal vielleicht denkt.

Da eine therapeutische Praxis kein Ladengeschäft ist, bei dem "Laufkundschaft" einfach so "hereinschneien" kann und soll und stattdessen ein gutes Terminmanagement viel wichtiger ist als spontane Besucher (da diese eher den Ablauf stören können), hat sich gezeigt, dass ein allzu plakatives Auftreten auch seine Nachteile haben kann.

Natürlich ist eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und eine problemlose Auffindbarkeit von Vorteil, aber auch hier hat sich gezeigt, dass zumeist nur ein geringerer Anteil der Klienten (außer vielleicht in extremen Ballungsräumen) wirklich auf die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln angewiesen ist und der Anteil der Führerschein- bzw. Fahrzeuglosen eher im überschaubaren Bereich bleibt bzw. diese auch so eine Anreiselösung finden, wenn sie nach einer entsprechenden Therapiemöglichkeit suchen.

Auch etwas abseits gelegene Praxen konnten sich bisher gut etablieren (so lange sie nicht zu abseits in unzumutbaren Bereichen Lagen). Eine wichtige Faustregel lautet: Maximal 30 Minuten Anfahrtsweg für die Mehrheit der Klienten, die man ansprechen möchte ist Ideal. Alles was darunter liegt ist natürlich von Vorteil, alles was daüber liegt kann problematisch werden, es sei denn, Sie arbeiten in einer Region, in der die Klienten längere Anreisezeiten gewohnt sind (Ballungsräume wg. Stau, Ländliche Regionen wg. längerer Fahrtstrecken).

Denken Sie immer daran: Die therapeutische Branche ist nicht der Handel, die Versicherungswirschaft oder die Gastronomie. Regeln, die in anderen Branchen von besonderer Bedeutung sind, können hier wesentlich unbedeutender sein und können nicht immer bedingungslos übertragen werden.

Zahlt sich "First Class" aus?

Eine Praxis in einem Top sanierten Altbau in bester Lage mit Blick auf einen Fluss...
Ein schicker Leder-Behandlungssessel für 3000 Euro...
Echte Kunst an den Wänden von namhaften Künstlern...
Die Deluxe-Espressomaschine (Achtung: Thema Kaffee), die keine Wünsche offen lässt...
Ein Therapeutenparkplatz und zwei Besucherparkplätze in der Tiefgarage (ein Besucherparkplatz für den Klienten, der gerade behandelt wird und einer für den, der als nächstes drankommt)...
Eine Empfangsdame, die den Klienten die Mäntel abnimmt und sie in den Wartebereich mit einer exklusiven Zeitschriftenauswahl, Entspannungsmusik und einem Massagesessel, der sie schon ein wenig für die gleich anstehende Sitzung vor-entspannt führt...

Hört sich gut an! :-)

Aber was davon ist wirklich nötig und was davon entscheidet tatsächlich über den Erfolg einer Praxis?

Bedenken Sie immer:

  • Alle Investitionen in die Praxis sollten auch immer durch die Sitzungshonorare wieder hereingewirtschaftet werden (es sei denn, sie haben "ausgesorgt", betreiben ihre therapeutische Tätigkeit nur zum Hobby und verfügen über die entsprechenden Mittel, sich im Zweifel auch eine Praxisausstattung zu gönnen, die sich niemals wirklich ammortisiert)

  • Fragen Sie sich "Wie wichtig ist der Preis eines Sessels tatsächlich für meinen Klienten und sein Behandlungsziel?" (Kann er seine Flugangst nur auf einem 3000 Euro Sessel loswerden und ermpfiehlt er mich trotz erfolgreicher Behandlung nicht weiter, weil er meinen Sessel für zu günstig hält?)

  • Rechenen Sie "Wie viele Stunden muss ich mehr arbeiten, um einzelne Investitionen wieder hereinzuwirtschaften (siehe Businessplan) und ist es dieses "Extra-Bonbon" wirklich wert, diesen Mehraufwand zu betreiben?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass auch hier eine Gesunde Mitte die beste Lösung darstellt. Eine Praxis sollte natürlich nicht schäbig wirken, sie muss aber auch nicht übertrieben ausgestattet sein, um bei den Klienten positiv angenommen zu werden. Räumlichkeiten in einem besonders hochwertigen Gebäude mögen vielleicht einen gute Eindruck machen, es ist aber nicht gesagt, dass sie mehr oder zahlungskräftigere Klienten anziehen als Räumlichkeiten in einem durchschnittlichen Gebäude.

Denken Sie immer daran: Im Mittelpunkt steht der Erfolg des Klienten, also dass dieser sein Therapie- bzw. Behandlungsziel erreicht!

Hierzu bedarf es nicht zwingend einer besonderen Innenausstattung und der Preis eines Sessels ist sicherlich auch nicht ausschlaggebend dafür ob der Klient sein Ziel erreicht oder nicht - so lange es keine grundsätzlichen Gründe dafür gibt, eine Praxis abzulehnen ist vor allem die Qualifikation des Therapeuten entscheidend ob der Erfolg sich einstellt.

Wieder einmal gilt: Die richtige Mitte zählt!

Was nutzt die beste Lage, wenn man sie nicht bezahlen kann bzw. wenn man nur noch für die Miete arbeitet?
Was nutzt eine günstige Räumlichkeit in einem Randgebiet, bei der jeder zweite Klient zu spät kommt, weil er sich verfährt oder zu der viele Klienten gar nicht erst anreisen möchten, weil sie ihnen zu abgelegen liegt?

Hier ein paar Gedanken zur Wahl der Lage:

  • Hypnose-Praxen benötigen zumeist Ruhe. Eine zentrale Lage mit großem Werbeschild birgt das Risiko in sich, dass während Behandlungen ständig Interessenten klopfen oder klingeln, die gerade das Schild gesehen haben und jetzt sofort eine Frage stellen möchten. Falls Sie also eine zentrale, werbewirksame Lage suchen, überlegen Sie schon vorab, wie Sie gewährleisten können, dass sie ungestört behandeln können bzw. wie sie die Interessenten, die sich aufgrund Ihrer Präsenz spontan für Ihre Arbeit interessieren abfedern können, sodass Sie Ihre Arbeit nicht stören.

  • Die Werbung für eine Praxis läuft heute in den meisten Fällen über das Internet, die Lokalpresse, Flyer oder Empfehlungen ab. Überlegen Sie also bitte, wie wichtig und interessant "Laufkundschaft" tatsächlich für Sie ist.

  • Die Nähe zu anderen Praxen (Facharztpraxen, Naturheilpraxen) klingt im ersten Moment verlockend, überlegen Sie aber, was sie Ihnen tatsächlich bringt! Ist es wirklich notwendig, dass ein Klient innerhalb von 2 Minuten von seinem Hausarzt zu ihnen zu Fuß gehen kann? Können Sie Klienten, die Ihnen eine andere Praxis "spontan rüberschickt" überhaupt ohne vorherige Terminabsprache annehmen? (hierbei bitte auch längerfristig über die Gründungsphase, in der Sie vielleicht noch Leerzeiten haben, in denen Sie spontan reagieren könnten hinausdenken und mit einkalkulieren, dass Sie irgendwann einmal vielleicht 2-3 Wochen Vorlaufzeit für einen Termin benötigen!),

Option: Untermiete

Eine Option, an die man auch immer denken sollte ist die Untermiete.

Viele Praxen (Naturheilpraxen, Physiotherapiepraxen, Massagepraxen u.v.a.) müssen bestimmte Bedingungen erfüllen, um überhaupt tätig werden zu können (Anzahl von Behandlungsräumen, Hygienevorschriften, Turnräume). Um diese Bedingungen erfüllen zu können, müssen sie häufig Räumlichkeiten anmieten, die größer sind als das, was sie benötigen, da es nur wenige genau passende Räumlichkeiten gibt, die ihre Arbeitsbedingungen erfüllen oder kleinere Räunlichkeiten einfach nicht die Basis-Arbeitsgrundlage bieten, die das Gesundheitsamt / die Kammer / die gesetzlichen Krankenkassen für solche Praxen voraussetzen.

Häufig haben solche Praxen einen oder mehrere Räume übrig, die sie gern an andere Therapeuten vermieten.

Weiterhin gibt es viele Therapeuten und Heilpraktiker, die ihre eigenen Praxen schlichtweg nicht voll nutzen können. Sei es, weil sie nur in Teilzeit arbeiten, sei es, weil sie einfach nicht genügend Patienten haben, um die Praxis voll auszulasten.

Auch hier besteht häufig die Möglichkeit, eine bereits vorhandene Praxis stunden- oder tagesweise zu mieten.

Die Vorteile von solchen Untermiet-Lösungen sind häufig:

  • Sehr günstige Mietpreise (oft lässt sich ein Raum für 200 Euro und weniger pro Monat oder zu sehr günstigen Tages- bzw. Stundensätzen mieten, die in keiner Relation zur Miete einer eigenen Praxisräumlichkeit stehen)

  • Vorhandene Einrichtung (Oft besteht schon eine vollständige Praxiseinrichtung, im Zweifel muss der Untermieter nur seinen eigenen Raume einrichten, genießt aber das Erscheinungsbild einer wesentlich größernen Praxis)

  • Oft keine langfristigen Vertragsbindungen (spontane Vereinbarungen sind hier die Regel - häufig werden weder Kaution noch monate- oder jahrelange Mietverpflichtungen notwendig)

  • Synergieeffekte (häufig werden auch Klienten des Hauptmieters auf das Angebot des Untermieters aufmerksam, oft lassen sich gemeinsame Behandlungsmodelle entwerfen, die auch sinnvoll gemeinsam beworben werden können)

Exotenlösung: Hausbesuche

Ab und an denken Therapeuten / Berater / Coaches auch darüber nach, schwerpunktmäßig beim Klienten vor Ort zu arbeiten, da sie eine gewisse Nachfrage von Klientenseite sehen, dass der T / B / C ins Haus kommt und sich damit eigene Praxisräume sparen können.

Sicherlich ist hier eine gewisse Nachfrage vorhanden, hierbei ist aber auch zu bedenken:

  • Sie wissen im Vorfeld nicht, wohin Sie kommen (sind die Räumlichkeiten wirklich geeignet und störungsfrei, sauber / unaufgeräumt)

  • Sie haben nur bedingt Kontrolle über bestimmte Störfaktoren (Paketbote, Telefon, Kinder die vom Spielen nach hause kommen)

  • Der Klient ist der "Gastgeber", nicht Sie (was zu "Höflichkeitskoflikten" führen kann ("Man kann doch einem Menschen, der einem so warmherzig empfängt nicht einfach sagen, dass seine ganze Einstellung zu einem bestimmten Thema völlig falsch ist...")

  • Es ist schwer absehbar, welche "Zaungäste" noch anwesend sind (selbst wenn dem Klienten mitgeteilt wird, dass die Hypnose in Ruhe und ohne Zuschauer stattfinden soll, muss man immer damit rechnen, dass "rein zufällig" gerade noch Angehörige, Freunde, Bekannte oder Nachbarn in der Wohnung sind, die "sehr gerne zuschauen möchten" und die man im Zweifel nur sehr schwer loswird)

  • Anfahrtszeit und -Strecke sind häufig schwierig zu kalkulieren (berechnen Sie sie dem Klienten realistisch, wird die Behandlung oft unverhältnismäßig teuer und damit für den Klienten uninteressant, berechnen Sie sie nicht, können Sie in den Nachteil geraten, da Sie zu geminderten Preisen arbeiten, die Sie in einer festen Praxis nicht in Kauf nehmen müssten, wenn ein Klient nach dem anderen käme)

  • Die Intention des Klienten sollte auch immer Bedacht werden: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es auch bestimmte Klienten gibt, die Hypnotiseuren / Hypnosetherapeuten eher misstrauen und sie zu sich einberufen, um sie bei Bedarf wie einen Versicherungsvertreter / Hausierer aus dem Haus scheuchen können, wenn ihnen ihre Arbeit nicht zusagt

  • Nicht zuletzt sollten Sie bedenken, dass Sie bei Hausbesuchen keine Kontrolle über eventuelle Aufzeichnungen haben - Sie wissen nicht ob Sie heimlich gefilmt, aufgenommen oder in sonst einer Form beobachtet werden und was im anschluss mit dem aufgezeichneten Material geschieht

Selbstverständlich gibt es Klienten, bei denen ein Hausbesuch absolut Sinn macht (behinderte / kranke / verletzte Klienten), aber es ist fraglich ob diese es rechtfertigen, ganz auf eine "Heimatpraxis" zu verzichten und ob sie wirklich genügen, um einem Therapeuten / Coach ein entsprechendes Dasein zu ermöglichen (es sei denn, er spezialisiert sich ganz bewusst auf eine dieser Zielgruppen).

Die Erfahrung hat Gezeigt, dass die reine Arbeit mit Hausbesuchen die meisten Therapeuten, die wirklich ihren Lebensunterhalt damit verdienen möchten nicht glücklich macht (Nebenberufler sind da evtl. flexibler). Das heißt nicht, dass eine Praxis, die ausschließlich darauf ausgelegt ist, dass der Therapeut zum Klienten kommt nicht erfolgreich sein kann - es gibt sicher eine ganze Reihe von Modellen, die sinnvoll sein können - die "normale" Hypnose-Praxis kann aber nur schwerlich auf Basis von Hausbesuchen existieren, jedenfalls nicht ohne starke Kompromisse, die der Behandler im Zweifel eingehen muss.

Fazit: Die richtige Mitte zählt

Bei all den vorangegangenen Überlegungen wird eines deutlich:

Es gibt keine Pauschallösung, die auf jeden Therapeuten / Behandler / Coach zurtrifft.

Die persönliche finanzielle Situation, der persönliche Geschmack, die individuellen Praxis-Ziele, aber auch regionale Gegebenheiten können einen Standort für den einen attraktiv, für den anderen aber vollkommen unattraktiv machen...

Wir kenne sowohl sehr einfache Praxen, die hocherfolgreich laufen als auch durchgestylte Praxen, die niemals richtig in Schwung gekommen sind - und der Grund ist meistens, dass es eben nicht die Praxisräume sind, die den Erfolg bringen, sondern der Praxisbetreiber und seine Arbeit.

Jeder, der eine Praxis eröffnen möchte sollte also überlegen, wo er mit der Praxis hinmöchte, was er darin anbieten möchte, welche Mittel und Möglichkeiten er hat und was ihm wirkilch einen Nutzen bringt und was nicht...

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