Muss ein Reinkarnationstherapeut an die Wiedergebu

Muss ein Reinkarnationstherapeut..

... an die Wiedergeburt glauben?

Diese Frage klingt im ersten Moment vielleicht ein wenig absurd, denn warum sollte jemand als Reinkarnationstherapeut arbeiten, wenn er nicht fest davon überzeugt ist, dass es frühere Leben, Wiedergeburt und Karma tatsächlich gibt?

Bei genauerer Betrachtung des Themas Reinkarnationstherapie und seiner philosophischen Hintergründe wird aber erkennbar, dass es sich bei dieser Frage um eine sehr spannende Frage handelt, deren Beantwortung sehr viele Facetten bietet.

Nach Jahrtausenden der Reinkarnationsforschung (schon im Jainismus, einem Vorläufer des Hinduismus beschäftigte man sich ausführlich mit der Fragestellung ob frühere Leben existieren und welche Rolle sie für unser heutiges Dasein spielen) existiert bis heute kein wissenschaftlicher Beweis dafür, wie genau Erinnerungen im Rahmen einer Rückführungserfahrung zustande kommen.

Die Arbeiten großer Reinkarnationsforscher wie Ian Stevenson oder Erlendur Haraldsson (beides seriöse, anerkannte Wissenschaftler aus dem akademischen Umfeld) bestätigen zwar, dass eine Vielzahl von Erinnerungen, die im Rahmen von Rückführungssitzungen abgerufen werden in dieser Form tatsächlich real stattgefunden haben und dass die Wahrscheinlichkeit, dass der betreffende Rückgeführte das Wissen um die erinnerten Sachverhalte aus einer anderen Quelle als der Rückführung selbst erhalten haben kann als ausgeschlossen angenommen werden kann, ihre Forschungen sind aber nicht in der Lage, eine Auskunft über die Quelle dieser Erinnerungen zu geben.

Das heißt, nur dass sich ein Mensch an ein früheres Leben erinnern kann bedeutet aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht automatisch, dass er selbst dieses Leben auch gelebt haben muss, dass er also im heutigen Leben eine Wiedergeburt der Person ist, deren Erinnerungen er im Rahmen einer Rückführung (die übrigens auch im Rahmen einer Spontanerinnerung außerhalb einer therapeutischen Sitzung stattfinden kann).

Die menschliche Logik legt dies zwar nah, aber es gibt auch eine Reihe von Theorien, die Alternativen zu diesem Erklärungsansatz bieten:

  • Die Theorie des morphogenetischen Feldes bzw. des kollektiven Unbewussten nach C.G. Jung besagt, dass das Bewusstsein der Menschen über eine Art zeit- und raumunabhängiges Feld miteinander Verbunden ist, aus dem Informationen abgerufen werden können. Legt man diese Theorie zugrunde, könnte dies also bedeuten, dass der Klient in einer Rückführung die Erinnerungen eines anderen Menschen abruft, mit dem er selbst in keinerlei direktem Zusammenhang steht und dessen Wiedergeburt er demnach auch nicht ist.

  • Die Theorien der systemischen Therapie besagen, dass Wissen auch unbewusst über soziale Vernetzungen weitergegeben werden und in bestimmtem Rahmen (z.B. Familienaufstellungen, systemischer Arbeit im Kontext der Gestalttherapie oder eben in hypnotischer Trance) abgerufen werden kann. Dies würde zwar bedeuten, dass der Klient mit der Person, von der die Erinnerungen stammen "über x Ecken" in Verbindung steht, sodass sich die Erinnerungen auf ihn übertragen konnten, es wäre aber auch nicht notwendig, dass der Klient die Wiedergeburt dieser Person sein müsste, um sich an ihre Lebensinhalte erinnern zu können. Gerade wer schon einmal erlebt hat, wie sich im Rahmen einer Familienaufstellung vollkommen fremde Menschen in die Rolle eines Familienmitgliedes begeben können, weiß vermutlich wie intensiv sich systemische Effekte auswirken können.

  • Die moderne Genforschung gibt ebenfalls viele Hinweise darauf, dass sich Erinnerungen auch auf anderen Wegen als der Wiedergeburt übertragen lassen können. Bei vielen Tierarten konnte nachgewiesen werden, dass Wissen - auch ganz konkretes Wissen wie bspw. die Lage eines Futterplatzes, die Identifikation von in einem Versuchsaufbau applizierten Gefahren oder das Erkennen von Freund und Feind - schlichtweg vererbt werden können. Es ist nicht auszuschließen, dass auch beim Menschen eine solche Vererbung möglich ist und damit wäre es theoretisch möglich, dass Erinnerungen an frühere Leben vererbte Erinnerungen anderer Menschen sind.

Dies sind nur 3 kleine Beispiele für Theorien, die gegen die klassische Vorstellung der Wiedergeburt sprechen.

Es gibt aber auch eine Reihe von Argumenten, die gegen diese Theorien sprechen:

  • Wenn Erinnerungen aus dem morphogenetischen Feld bezogen werden, wieso ergibt eine Rückführung, die sich über mehrere Leben erstreckt zumeist das Bild eines linearen Ablaufs - also ein Leben nach dem anderen ohne Überschneidungen? Wenn der Klient seine Erinnerungen beliebig aus einem freien Wissensspeicher empfängt, müsste er doch auch parallel verlaufende Leben verschiedener Personen sehen können?

  • Wenn eine Übertragung von Erinnerungen auf der systemischen Ebene abläuft, wie kann es dann sein, dass manche Klienten Leben sehen, zu denen aus rein zeitlicher und räumlicher Sichtweise eigentlich keine direkte systemische Verbindung bestehen kann (z.B. ein Leben am anderen Ende der Welt, das kurz vor der Geburt des Klienten endete und zu dem kein erkennbarer Zusammenhang über die Familie, Freunde oder andere Personen mit denen der Klient in seinem Leben in Kontakt war hergestellt werden kann?)

  • Wenn eine Erinnerung über die Gene weitergegeben wurde, warum enden die meisten Erinnerungen dann nicht im Moment der Zeugung, in dem die Person von der die Erinnerungen stammen ihr wissen auf dem genetischen Weg weitergegeben haben könnte, sondern erstrecken sich zumeist bis ins Alter oder bis zum Todeszeitpunkt dieser Person, wo keine genetische Weitergabe mehr möglich war?

All diese Theorien, aber auch die Fragen, die sie wiederum anzweifeln eröffnen einen unglaublichen philosophischen Spielraum.

Es gab zwar schon eine Vielzahl "großer Meister", die glaubten, die tatsächliche Logik hinter dem Ursprung von Erinnerungen an frühere Leben erkannt zu haben, zumeist waren deren Erläuterungen aber ebenso anzweifelbar wie jede andere Theorie auch und bislang konnte noch niemand ein Modell vorlegen, das wirklich so stichhaltig war, dass es auch nur in der Theorie keine Zweifel mehr offen ließ.

Man bedenke, dass es allein im Buddismus eine ganze Reihe unterschiedlicher Strömungen mit unterschiedlichen Erklärungsansätzen in Bezug auf die Reinkarnation gibt, die sich teilweise deutlich widersprechen oder sich untereinander sogar ausschließen!

Alternative Sichtweisen

Unter Betrachtung der oben angeführten Aspekte könnte es auf den außenstehenden vielleicht sogar ein wenig naiv wirken, wenn ein Reinkarnationstherapeut vorbehaltslos die Theorie der Wiedergeburt vertritt.

Tatsache ist aber, dass sich mit Hilfe der Reinkarnationstherapie viel bewirken lässt und dass schon unzählige Klienten von Problemen befreit wurden. Die Wirkungskraft der Reinkarnationstherapie scheint also unabhängig vom Erklärungsansatz zu sein, den der Therapeut vertritt.

Damit stellt sich die Frage:

Ist es überhaupt wichtig, was der Therapeut glaubt oder nicht glaubt oder wie er sich die zu beobachtenden Phänomene erklärt - oder steht nicht vielmehr die Tatsache der Wirksamkeit der Behandlung im Vordergrund?

Die Tatsache, dass die Wissenschaft derzeit keine stichhaltigen Erklärungsansätze zu bieten scheint, mit deren Hilfe die Logik der Wiedergeburt nachweisbar wäre und die Tatsache, dass nicht einmal die Beweisbarkeit einer Erinnerung als Beweis dafür dienen kann, dass der Erinnernde früher schon einmal gelebt hat verlagern die Haltung des Therapeuten in die Welt des Glaubens. Und Glaube ist immer frei. Glaube muss sich nicht rechtfertigen, muss nicht belegt werden, kann (oder sollte) aber auch nicht als Beweis angeführt werden. Auch die Tatsache, dass viele das selbe glauben oder dass eine besonders bekannte Persönlichkeit etwas glaubt (um das Argument vorweg zu nehmen "viele berühmte spirituelle Lehrer waren sich aber darüber einige, dass Reinkarnation so oder so abläuft...") sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nach wie vor um Glauben handelt.

DARF ein Reinkarnationstherapeut

...an die Wiedergeburt glauben?

Nach all diesen Überlegungen muss man sich fast zwangsläufig die Frage stellen ob ein Reinkarnationstherapeut überhaupt an die Wiedergeburt glauben darf!

Kann ein Therapeut, der um all diese Theorien, aber auch ihre Gegenargumente weiß tatsächlich ein bestimmtes Erklärungsmodell vertreten, nur weil er selbst daran glaubt?

Selbstverständlich kann er! Denn in einem so freien Raum wie der Reinkarnationstherapie ist es niemandem zu verdenken, dass eine Meinung oder ein Gefühl in ihm entsteht, an das er glaubt. Selbst die neutralsten Wissenschaftler, die sich mit der Reinkarnationslehre befassen haben zumeist ein Gefühl, eine Tendenz, einen Glauben in Bezug auf dieses Thema. Sie trennen allerdings strikt zwischen ihrem persönlichen Glauben und den wissenschaftlich nachvollziehbaren Fakten.

SOLL ein Reinkarnationstherapeut...

...an die Wiedergeburt glauben?

Nach all diesen Überlegung gelangt man nun zur Fragestellung ob ein Reinkarnationstherapeut über haupt an die Wiedergeburt glauben sollte bzw. ob er seinen persönlichen Glauben seinen Klienten mitteilen sollte oder ob es besser wäre, wenn er als Therapeut neutral bliebe, damit sich beim Klienten keine von ihm induzierte Erwartungshaltung aufbaut, die anschließend den Verlauf der Rückführung beeinflussen könnte (Stichwort Self-Fulfilling Prophecy bzw. die aus der Hypnose bekannte Macht der Suggestion).

Diese Frage ist sicherlich schwer zu beantworten und ein Thema, über das Therapie-Theoretiker vermutlich endlos diskutieren könnten. Ist es vielleicht aus psychologischer Sicht für den Klienten wichtig, dass der Therapeut an die Wiedergeburt glaubt, damit er die Anwendung richtig annehmen kann? Ist es besser, wenn der Therapeut sich heraushält und der Klient sich unbeeinflusst sein eigenes Bild machen kann? Kann der Therapeut überhaupt langfristig aus der Neutralität heraus arbeiten oder zwingen ihn seine Erfahrungen nicht irgendwann dazu, Stellung zu beziehen?

Allein mit den in diesem Artikel aufgeworfenen Fragen könnte man einige dicke Bücher mit pro und contras füllen, wäre letztendendes aber vermutlich doch nicht viel weiter.

Hier besteht also ein Gestaltungsspielraum, den jeder Reinkarnationstherapeut nach eigenem Ermessen und auf Basis seiner eigenen therapeutischen Überzeugungen ausfüllen kann.

Reinkarnationstherapeut und Bewusstseinsforscher

Kehren wir noch einmal zurück zur Ausgangsfrage: "Muss ein Reinkarnationstherapeut an die Wiedergeburt glauben?" und betrachten wir noch einemal die Anschlussfrage "Warum sollte jemand, der nicht an die Wiedergeburt glaubt als Reinkarnationstherapeut arbeiten?".

Diese Anfangs eher rhetorisch anmutende Frage erhält nun eine neue Intensität:

Warum sollte jemand, der nicht an Wiedergeburt glaubt als Reinkarnationstherapeut arbeiten?

Ja, es gibt einige Antworten auf diese Frage:

  • Weil er weiß, dass die Reinkarnationstherapie ungeachtet seiner Einstellung zum Thema seinen Klienten helfen kann

  • Weil er genügend andere Aspekte kennt, die dem Thema einen Sinn geben, auch wenn die Erinnerungen im Rahmen einer Rückführung nicht unbedingt aus einem tatsächlich mit dem Erinnernden in Zusammenhang stehenden Vorleben stammen müssen

  • Weil er erst eine Weile mit dem Thema arbeiten und Erfahrungen sammeln möchte bevor er sich für eine endgültige eigene Postition dazu entscheidet

  • Weil er auf diesem Wege die Reinkarnationstherapie als sinnbringendes Tool annehmen kann ohne andere fachliche oder therapeutische Überzeugungen verletzen zu müssen

Und nicht zuletzt:

  • Weil er selbst Teil dieser seit Jahrtausenden bestehenden Forschung werden möchte, um vielleicht selbst eigene Erfahrungen und Erlebnisse beitragen zu können, damit diese so alte und existenzielle Rätsel der Menschheit eines Tages vielleicht gelöst werden kann

Immer mehr Reinkarnationstherapeuten sehen sich selbst auch als Bewusstseinsforscher, denn kaum eine andere Therapiemethode kommt so nah an die tiefsten Schichten des menschlichen Bewusstseins und der menschlichen Psyche. Kaum eine andere Therapieform vereint so viele Aspekte aus so vielen verschiedenen theoretischen Ansätzen in sich und lässt gleichzeitig so viel Raum offen für neue Erkenntnisse und Entwicklungen.

Die Reinkarnationstherapie ist also weit mehr als eine spirituell geprägte Unterform der Hypnosetherapie, sie ist in ihrem Kern vermutlich eines der komplexesten und inhaltsschwersten Therapieverfahren überhaupt und bietet selbst denjenigen eine beachtliche Faszination, die sich ansonsten eher nicht mit spirituellen Verfahren beschäftigen würden.

Ob ein Reinkarnationstherapeut also an die Wiedergeburt glaubt oder nicht spielt im ersten Moment eigentlich gar keine so bedeutende Rolle - die Frage ist vielmehr ob er sich innerlich dazu berufen fühlt, sich mit einem so gewaltigen und vielschichtigen Thema auseinanderzusetzen, das sich mit den Grundsätzen der menschlichen Existenz, dem Sein und Werden und der Frage ob es nach dem Tod noch etwas gibt oder nicht beschäftigt und über den Tellerrand des therapeutischen "Standardverständnisses" hinauszublicken.

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