Ist Hypnose gefährlich?

Ist Hypnose gefährlich?

Diese Frage wird uns fast täglich in irgendeiner Form gestellt und sie ist eine der am häufigsten diskutierten Fragen zum Thema Hypnose überhaupt.

Die Meinungen gehen bei dieser Frage sogar unter Profis weit auseinander.

Vor einiger Zeit erhielten wir eine Mail von einem flammenden Verfechter der nichtmedizinischen Hypnose, in der er versuchte, anhand einseitiger Artikel und Studien, die sich vor allem auf den Zustand der Hypnose, nicht aber auf die Inhalte der hypnotischen Anwendungen bezogen haben zu beweisen, dass Hypnose grundsätzlich und immer vollkommen harmlos ist und auf keinen Fall irgendeinen Schaden anrichten kann. Diese Erkenntnis sollte seiner Meinung nach dazu führen, dass jeder die Hypnose für alles anwenden dürfte (also auch Nichtmediziner für alle medizinische Anwendungen).

Dies wäre natürlich ganz im Interesse vieler Hypnotiseure ohne Heilerlaubnis, aber genau hier liegt auch das Problem: Die Hypnose ansich ist weitestgehen ungefährlich, wenn man einmal von einigen wenigen medizinischen Kontraindikationen absieht. Gefährlich kann nur ihre Anwendung durch einen unkundigen oder schlecht ausgebildeten Hypnotiseur sein, der zu leichtsinnig mit ihr umgeht oder aus Unwissenheit Anwendungen mit ihr durchführt, die zu tief ins Unterbewusstsein des Klienten eingreifen oder Ziele verfolgen, die im Konflikt zu kritischen Dynamiken im Inneren des Klienten stehen und damit einen inneren Konflikt im Zweifel noch weiter verstärken.

In den meisten Fällen kann man die Frage ob Hypnose gefährlich ist mit einem klaren Nein beantworten. Es gibt aber klare Grenzen, bei denen Vorsicht geboten ist:

Wo sollte Hypnose nicht angewandt werden?

Kontraindikationen (Gegenanzeigen) sind gründe dafür, dass eine bestimmte Therapiemethode nicht angewandt werden sollte.
Wender man sie doch an, kann durchaus von einer gewissen Gefährdung gesprochen werden.

Die hauptsächlichen Kontraindikationen der Hypnose (noch detailliertere Informationen finden Sie unter Kontraindikationen der Hypnose) sind schnell zusammengefasst und sollten von jedem Hypnotiseur berücksichtigt werden.

Es handelt sich dabei sowohl um körperliche als auch um psychische und nicht zuletzt ethische Argumente, die in einigen Fällen gegen den Einsatz der Hypnose sprechen können.

Vor allem bei Anfallsleiden wie Epilepsie oder bei schweren psychischen Erkrankungen, bei denen die Wirkung aufgrund psychischer Irritationen nur schwer abschätzbar ist sollte man die Hypnose lieber nicht oder nur unter größter Vorsicht und mit solidem Fachwissen nicht nur um die Hypnose sondern auch um die vorliegende Erkrankung anwenden.

Die Schizophrenie ist ebenfalls ein typisches Beispiel für eine Kontraindikation der Hypnose, da hier eine massive Störung in den Verarbeitungsprozessen im Gehirn vorliegt und eine Hypnose unvorhergesehene Nebenwirkungen auslösen könnte.

Grundsätzlich sollte man die Hypnose nur bei Menschen anwenden, deren geistige Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt ist und die auch selbst darüber entscheiden können ob sie hypnotisiert werden möchten oder nicht.

Bei geistig Behinderten sollte man die Hypnose nicht anwenden, da man auch hier im Vorfeld nicht genau absehen kann, welche Wirkungen sie auf den Betroffenen haben wird und geistig behinderte Menschen in vielen Fällen nicht ausreichend in der Lage sind, wirklich selbst zu entscheiden ob sie hypnotisiert werden möchten.

Auch die Hypnose von Kindern ist ein Thema, das viele Diskussionen aufwirft. Es gibt eine Vielzahl von Hypnose-Anwendungen, die ihnen gut tun, viele Eltern haben aber die Vorstellung, sie könnten sich ihre Kinder durch die Hypnose "zurechtbiegen" und unliebsame Verhaltensweisen ändern lassen, die ihnen nicht "in den Kram passen". Hier sollte man grundsätzlich ethisch kritisch hinterfragen ob eine Anwendung der Hypnose wirklich akzeptabel ist.

Man stelle sich ein unglückliches Kind vor, das zu Hause nicht genug Beachtung bekommt. Es wird unleidig und quengelig und das stört die Eltern. Sie bringen es zum Hypnotiseur und möchten, dass er die Quengeleien abstellt - wäre das verantwortbat? Wohl kaum. Denn es kann kaum im Interesse des Kindes sein, "passend" hypnotisiert zu werden - ganz davon abgesehen, dass ein solches Vorhaben vermutlich auch von wenig Erfolg gekrönt wäre, da die Hypnose zwar viel bewirken kann, ein dauerhaft vorherrschender Missstand die Problematik aber immer wieder aufs neue herbeiführen wird. Ein guter Hypnotiseur bzw. Hypnosetherapeut sollte den Eltern hier beratend zur Seite stehen, welche Anwendungen ethisch vertretbar sind und welche Anwendungen eine nicht vertretbare Manipulation wären.

Gerade Anwendungen wie die Reinkarnationstherapie sollten bei Kindern generell unterlassen werden. Auch wenn es mittlerweile sogar Bücher auf dem Markt gibt, die Rückführungen und die Erforschung früherer Leben bei Kindern verherrlichen, braucht es doch nicht viel Phantasie, um sich einmal auszumalen, was für ein Schock es für einen neunjährigen sein muss, in ein mittelalterliches Leben als dreißigjähriger zurückgeführt zu werden, der gerade an Pest oder Folter stirbt. Viele sensationsgierige Mütter, die die Bestätigung suchen, dass ihr Kind "etwas besonderes" ist schleppen es zu einem Hypnotiseur oder Reinkarnationstherapeuten, um die eindeutige Bestätigung zu bekommen, dass es sich wirklich um ein "Indigo-Kind" oder ähnliches handelt und sind sich überhaupt nicht im klaren, dass ein solches Erlebnis das ganze Weltbild ihres Sprösslings erschüttern und langfristige Schäden mit sich tragen könnte könnte. Aller blumiger Literatur zum Trotz sollte ein seriöser Hypnosetherapeut eine solche Anwendung ablehnen. Das TherMedius -Institut spricht sich ganz eindeutig gegen solche Anwendungen bei Kindern aus.

Ähnlich verhält es sich mit einem zu légèren Umgang mit Trauma-Patienten. Die Hypnose bietet zwar die Möglichkeit, den Klienten an fast jeden beliebigen Ort der Vergangenheit zurückzuführen, aber es ist nicht immer ratsam, das so ohne weiteres zu tun. Man denke zum Beispiel an ein Missbrauchsopfer, das unter den Folgen sexueller Übergriffe in seiner Kindheit leidet, dem aber die Erinnerung an den Täter und die genauen Vorgänge fehlt. Denjenigen einfach so in die Situation "hineinzuwerfen" könnte zu einem großen Schock und im Zweifel sogar zu einer Verschlimmerung des Traumas führen. Eine allzu intensive Beschäftigung mit einem Trauma und ein ständig wiederholtes Durcharbeiten führt in vielen Fällen nicht wie so oft in der klassischen Psychotherapie behauptet zu einer Auflösung sondern kann auch eine massive Retraumatisierung und damit Verfestigung des Problems bedeuten. Nicht jedes Trauma kann so mir-nichts-dir-nichts in Hypnose aufgelöst werden sondern einige bedürfen einer sehr vorsichtigen und empathischen Vorgehensweise, damit der Klient wirklich eine Besserung erfahren kann.

Auch die Hypnose unter Einwirkung von Drogen ist grundsätzlich nicht zu empfehlen. Ganz davon abgesehen dass der Konsum von Drogen illegal ist, kommt in esoterischen Kreisen immer wieder der Gedanke auf, Drogen könnten die Wirksamkeit der Hypnose oder die Qualität hypnotischer Erlebnisse wie bspw. Phantasiereisen begünstigen. Dies ist aber sehr riskant, da die Drogen den Gehirnstoffwechsel beeinflussen und somit nicht vorhersehbar ist, wie sich die Hypnose tatsächlich auf die Empfindungen des Klienten auswirkt. So könnte zum Beispiel eine Art "Horror-Trip" entstehen, aus dem der Hypnotisand mit den üblichen hypnotischen Vorgehensweisen nicht zu wecken ist. Wir raten auch von privaten Experimenten dieser Art dringend ab.

Unter Betrachtung der Kontraindikationen kann also durchaus gesagt werden, dass die Hypnose unter bestimmten Umständen gefährlich sein kann. Es ist deshalb von besonderer Bedeutung, dass Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten über eine fundierte Ausbildung verfügen, die es ihnen ermöglicht, einzuschätzen, wann die Hypnose angewandt werden sollte und in welchen Fällen sie eine Gefährdung für den Klienten darstellen könnte. Das TherMedius -Institut lehrt deshalb schon in der Hypnose-Grundausbildung in welchen Fällen die Hypnose nicht eingesetzt werden sollte und greift dieses Thema auch im Verlauf der weiteren Fortbildungen immer wieder auf, um den Ausbildungsteilnehmern die Sicherheit zu geben, die Hypnose immer sachgerecht anzuwenden.

Wenn keine dieser Kontraindikationen vorliegt, dann kann man sich beruhigt auf die Hypnose einlassen. Unter normalen Umständen ist sie ein wunderbares Erlebnis, dass von den Klienten als etwas seht schönes und entspannendes empfunden wird. Mit der richtigen Sorgfalt angewandt ist die Hypnose eine Bereicherung, die man in dieser Intensität nirgendwo sonst erleben kann.

Weitere Infos zum Thema Kontraindikationen

Weitere Informationen dazu, wann Hypnose nicht eingesetzt werden sollte bzw. wann ihr Einsatz gefährlich sein könnte finden Sie bei unseren Praxis-Tipps unter Kontraindikationen der Hypnose.

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