Hypnose im Sitzen / Stehen / Liegen

Immer nur liegend hypnotisieren?

Immer nur liegend hypnotisieren?

Vielleicht bringt Lagewechsel auch neue therapeutische Perspektiven

Hypnose im Sitzen / Stehen / Liegen

In diesem Artikel möchten wir einmal die Fragestellung behandeln, welche körperliche Position des Klienten im Rahmen einer Hypnosebehandlung empfehlenswert ist.

Viele Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten gehen wie selbstverständlich davon aus, dass eine Hypnosesitzung im Liegen oder wenigstens völlig entspannt sitzend in einem möglichst bequemen Sessel stattfinden sollte. Gleichzeitig wird häufig noch Wert aug eine besondere Wellness-Atmosphäre und wenn möglich noch absolute Freiheit von Umgebungsgeräuschen gelegt, um den Klienten in der Trance nicht zu "stören".

Die meisten Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten wissen allerdings nicht, dass die Lage des Klienten und das Setting, in dem die Hypnose stattfindet von entscheidender Bedeutung in Bezug auf Art und Intensität der hypnotischen Trance sein kann.

Nehmen wir das Beispiel Showhypnose: Haben Sie schon einmal eine Showhypnose im Fernsehen oder live beobachten dürfen? Haben Sie auch nur einen Showhypnotiseur erlebt, der seine Teilnehmer hinlegt, um sie in Trance zu bringen?

Showhypnotiseure arbeiten mit ihren Teilnehmern fast ausschließlich im Stehen und leiten die Hypnose in einer alles andere als ruhigen Umgebung ein. Und dennoch erzeugen sie Trancetiefen, die so tief sind, dass die meisten therapeutischen Hypnotiseure dabei den Kopf schütteln, weil ihnen solche Trancen aus ihrer Praxis nicht bekannt sind. Manche Hypnosetherapeuten gehen sogar so weit, zu behaupten, solche Trancetiefen seien eigentlich gar nicht möglich und es handle sich bei Showhypnosen nur um gestellte Darbietungen mit bestochenen Teilnehmern.

Doch das ist nicht so. Die Arbeit der Showhypnotiseure ist echt. Ihr Geheimnis liegt darin, dass sie ihre Klienten eben nicht hinlegen, sondern sie im Stehen einleiten. Dabei reagiert das Gehirn nämlich deutlich anders auf die eintretende Trance und rutscht wesentlich schneller und tiefer in den Hypnose-Zustand.

Grund dafür ist, dass das Gehirn je nach Lage im Raum anders arbeitet. Im Liegen tendiert der Mensch eher zum Einschlafen. Das heißt, Trancen im Liegen werden von Klienten häufig als schläfrig-entspannt, aber nicht als wirklich bewusstseinsverändernd empfunden. Viele Hypnotiseure beklagen sich deshalb auch über regelmäßige Diskussionen mit Klienten, die im Anschluss an eine Sitzung steif und fest der Meinung sind "Ich war aber garnicht in Hypnose" obwohl der Hypnotiseur sich sehr sicher ist, dass ein guter Trancezustand eingetreten ist und auch viele Hinweise wie das Flattern der Augenlider, ein verstärkter Schluckreiz oder die erfolgreiche Durchführung einer Armlevitation dafür sprechen. Die Erklärung ist ganz einfach: Der Klient war zwar in Hypnos, aber nicht in der Art von Trance, die er sich eigentlich gewünscht hätte und wegen der er den Hypnotiseur besuchte. Auch Beteuerungen des Hypnotiseurs, dass die Hypnose "trotzdem" funktioniert versöhnen den Klienten zumeist nicht wirklich. Er verlässt enttäuscht die Praxis und man kann mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass er zuhause oder im Freundeskreis nicht sehr positiv von der Hypnose oder dem Therapeuten, den er besucht hat berichten wird, sondern dass eher Aussagen wie "Also bei mir hat die Hypnose nicht funktioniert" oder "Ich glaube, das ist nur was für Leute, die besonders leichtgläubig sind" fallen.

Dabei könnten Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten es viel einfacher haben, wenn sie einmal damit beginnen würden, aus ihren eingefahrenen Mustern auszubrechen und ein bißchen mit anderen Herangehensweisen experimentieren. Wenn ich in meinen Seminaren empfehle, einmal eine Hypnose im Stehen oder im Sitzen (auf einem normalen Stuhl ohne Kopf- und Armlehne) auszuprobieren, fallen mir häufig entsetzte Gesichert auf, die mit solchen Vorgehensweisen die Entspannungswirkung der Hypnose gefährdet sehen. Doch wenn sie es erst einmal ausprobiert haben, höre ich immer öfter "Also ich benutze die Liege fast garnicht mehr - die Hypnose funktioniert im Sitzen doch viiieeel besser). Viele Therapeuten haben auch Angst, einen Klienten im Stehen zu hypnotisieren, weil sie befürchten, er könnte umfallen oder er könnte längeres Stehen als unangenehm empfinden. Doch das ist garnicht so. In Hypnose steht es sich sogar sehr bequem, da der Körper die Aufgabe des Aufrechthaltens übernimmt und der Klient sich schnell so fühlt als würde er frei im Raum schweben ohne dabei schmerzende Füße oder das Verlangen zu haben, sich schnell setzen zu wollen. Außerdem kann man eine Sitzung ja auch aufteilen und erst im stehen beginnen, dann auf einen Stuhl wechseln und am Ende vielleicht sogar noch 10 Minuten Tiefenentspannung auf einer Liege anhängen.

Tiefenentspannung - ein gutes Stichwort... Ich habe schon sehr viele Hypnotiseure kennengelernt, die davon ausgingen, Tiefenentspannung sei eine Voraussetzung für die Hypnose. Das ist meines Erachtens aber ganz und garnicht so. Tiefenentspannung kann sich sogar sehr negativ auf das Ziel einer Sitzung auswirken. Tiefenentspannung hat nämlich die Eigenschaft, sich auszubreiten und Stück für Stück wichtige Systeme im Körper herunterzufahren und zu "betäuben". Und in vielen Fällen betäubt sie genau die Systeme, die eigentlich für die Anwendung gebraucht werden. Nehmen wir das Beispiel Gewichtsreduktion: Eigentlich möchte der Hypnotiseur eine Botschaft ins Unterbewusstsein und in den Körper bringen, doch indem er den Klienten hinlegt und ihn in einen schlafnahen Zustand führt, schaltet er viele wichtige Übertragungskanäle ab, die eigentlich für den Erfolg der Anwendung vonnöten wären. Der Körper des Klienten schläft fast und der Hypnotiseur ist im Nachhinein verwundert, warum seine Anwendung nicht so richtig anschlagen will (oft kommen dann therapeutische Ausreden wie "Das Unterbewusstsein wollte wohl noch nicht" oder "Wir müssen erst etwas anderes bearbeiten, damit Sie endlich abnehmen können"). Hätte er den Klienten auf einen normalen Stuhl gesetzt anstatt ihn unter einer dicken Kuscheldecke in den Schlaf zu "faseln", hätte er vielleicht bessere Chancen gehabt, in der nächsten Sitzung einen Klienten vor sich sitzen zu haben, der erfreut über die tollen Ergebnisse der Abnehm-Hypnose berichtet.

Lösung: Eine fundierte Technik-Ausbildung

Grund dafür, dass viele Hypnotiseure probleme mit dem Erzeugen intensiver Trancezustände haben ist meines Erachtens vor allem eine unzureichende Ausbildung in den technischen Grundlagen der Hypnose. Zu viele Ausbildungsinstitute konzentrieren sich nur auf die Entspannungshypnose im Liegen und sorgen damit dafür, dass ihre Teilnehmer die "richtige Hypnose", wie der Klient sie aus dem Fernsehen kennt und wie sie sich der Durchschnittsbürger vorstellt, wenn er einen Termin bei einem Hypnotiseur vereinbart garnicht erlernen.

Wir legen deshalb in unseren Basis-Modulen 1 und 2 (Grundausbildung Hypnose und Hypnose für Fortgeschritte) besonderen Wert darauf, das ganze Spektrum der Hypnosetechniken zu lehren, damit unsere Absolventen im Anschluss "echte" Trancen erzeugen können, wie die Klienten sich das wünschen und nicht immer auf dem Level Entspannung stehen bleiben.

Auch wenn das ein wenig ketzerisch klingen mag: Wir sind der Meinung, ein richtiger Hypnotiseur sollte in der Lage sein, mehr mit der Hypnose erreichen zu können als nur einen gemütlichen Entspannungszustand. Er sollte auch außerhalb eines schallgedämmten Raumes arbeiten können und Sätze wie "Ich kann hier jetzt keine Hypnose machen, ich brauch dafür eine Liege oder einen bequemen Sessel" sollten bei Strafe verboten sein! :-)

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