Tinnitus

Hypnose und Hypnotherapie bei Tinnitus

Hypnose und Hypnotherapie bei Tinnitus

Der Tinnitus ist ein Ohrgeräusch, das der Betroffene wahrnimmt ohne dass eine äußere Quelle vorhanden ist. Er wird dann auch als subjektiver Tinnitus bezeichnet.
Es gibt auch einen objektiven Tinnitus, der aufgrund einer tatsächlich vorhandenen Schallquelle wie bspw. der Vibration eines Muskels im Innenohr entsteht. Dieser ist allerdings verhältnismäßig selten und legt sich nach kurzer Zeit zumeist von selbst wieder.

Für den Tinnitus typische Geräusche sind Brummtöne, Pfeifen, Zischen , Rauschen, Knacken oder Klopfen.

Ca. 10-20 % der Bevölkerung leiden unter einem Tinnitus und deutlich mehr haben mindestens einmal im Leben über eine längere Phase vergleichbare Ohrgeräusche.
Bei älteren Menschen steigt die Häufigkeit sogar auf ein Drittel. Man geht davon aus, dass die Zahl der Tinnitus-Patienten in den letzten Jahrzehnten drastisch gestiegen ist. Ursache könnten veränderte Umweltbedingungen, eine höhere dauerhafte Stressbelastung sowie das hören lauter Musik sein, die allesamt die Hörfähigkeit beeinflussen können.

Bei manchen Betroffene entsteht der Tinnitus durch Stress. Ist ihr Nervensystem gereizt, wird das Geräusch wahrnehmbar.

Oft liegt einem Tinnitus auch eine konkrete Schädigung von Nervenbahnen in Folge eines Hörsturzes oder eines mikrothrombotischen Geschehens zu Grunde. Solche Schädigungen können häufig im fMRT oder im qEEG eindeutig nachgewiesen werden.

Inwiefern ein Tinnitus auf eine Therapie reagiert steht erfahrungsgemäß in direktem Zusammenhang mit seiner Entstehungs-Ursache. Ein Stress-Bedingter Tinnitus ist bspw. häufig deutlich leichter behandelbar als ein Tinnitus in Folge einer neurologischen Schädigung. Bei neurologischen Schädigungen kann die genauer Position (auf dem Temporall-Lappen / im Hörnerv / im Innenohr) einen starken Einfluss auf die Behandelbarkeit haben.

Bei vielen Patienten ist die Quelle des Tinnitus (u.a. aufgrund der hohen Kosten für eine Diagnostik mittels fMRT und qEEG, die von den Kassen zumeist nicht übernommen werden) leider nicht bekannt. Hier muss dann häufig symptomorientiert behandelt werden.

Man unterteilt Tinnitus in 4 Schweregrade:

  • Schweregrad 1: ein kompensiertes (also für den Betroffenen gut verkraftbares / nicht allzu sehr störendes) Ohrgeräusch ohne Leidensdruck

  • Schweregrad 2: der Tinnitus wird besonders bei Stille wahrgenommen und wirkt gerade bei Stress und körperlichen oder seelischen Belastungen störend

  • Schweregrad 3: der Tinnitus stellt eine dauerhafte Beeinträchtigungen - oft kommen seelische, geistige und körperliche Störungen hinzu (Achtung: Dies ist u.a. erklärbar durch die neurologische Schädigung im Temporallappen, durch die Tinnitus teilweise verursacht wird - diese Schädigung kann so umfassend sein, dass der Tinnitus nur eines der von ihr verursachten Symptome ist; weitere Symptome wie Depressionen oder Konzentrationsstörungen können ebenfalls zeitgleich von solchen Schädigungen ausgehen und sind dann im Zweifel keine Folge des Tinnitus sondern Parallel-Symptome)

  • Schweregrad 4: völlige Dekompensation - Betroffene sind beruflich wie privat schwer beeinträchtigt; zumeist geht dieser Schweregrad mit Arbeitsunfähigkeit (u.a. Früh-Verrentung) einher

Grundsätzlich unterscheidet man auch zwischen einem dekompensierten Tinnitus und einem kompensierten Tinnitus zu erwähnen: Der dekompensierte Tinnitus ist

  • beim kompensierten Tinnitus (i.d.R. bei geringen Schweregraden) ist die Lebensqualität wenig bis gar nicht beeinträchtigt; der Tinnitus wird wahrgenommen, ist aber nicht allzu "schlimm" bzw. der Betroffene beherrscht Techniken, um den Tinnitus zu kontrollieren / zu beeinflussen bzw. sich mit seinem Bewusstsein vom Tinnitus weg zu fokussieren

  • beim dekompensierter Tinnitus (i.d.R. hoher Schweregrad, kann je nach psychischer Verfassung aber auch schon bei geringen Schweregraden vorliegen) liegt eine erhebliche Belastung vor; der Tinnitus kann sich negative auf sämtliche Lebensbereiche auswirken, zudem können Folge- bzw. Parallelerscheinungen wie Muskelverspannungen, Angstzustände, Konzentrations- und Schlafstörungen sowie Depressionen auftreten

Aus diesen Erläuterungen lässt sich gut erkennen, dass Tinnitus als alles andere als eine einheitliche Diagnose ist - sowohl Entstehungsursache als auch Ausprägung können sich von Betroffenem zu Betroffenem stark unterscheiden, was selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Therapierbarkeit bzw. den zu erwartenden Therapieaufwand und die erzielbaren Ergebnisse hat.

Ziele der Tinnitus-Behandlung mit Hypnose

Natürlich denkt man bei den Behandlungszielen in Bezug auf den Tinnitus zuerst einmal daran, dass der Tinnitus im Anschluss an die Behandlung einfach "weg" sein sollte!

Dies ist aber leider nicht immer gewährleistbar, da ein Tinnitus wie oben schon erwähnt häufig in direktem Zusammenhang mit einer neurologischen Schädigung steht, die sich teilweise nicht ohne weiteres "reparieren" lässt. Ein Tinnitus kann bspw. auch mit einem Ausfall der Wahrnehmung bestimmter Frequenzen in Zusammenhang stehen (bei Minderung des Ohrgeräuschs bleibt dann evtl. eine partielle Schwerhörigkeit), er kann aber auch durch eine kontinuierliche Reizung eines beschädigten Areals (man kann sich das ein wenig vorstellen wie ein defekter Kontakt in einem Schaltschrank, der die ganze Zeit Funken sprüht) kontinuierlich "erzeugt" werden - solche Schädigungen sind teilweise sehr schwer zu beheben und auch für psychotherapeutische Interventionen wie die Hypnose nur bedingt erreichbar (Neurochirurgen behandeln solche Schädigungen in extremen Fällen Reizstromimpulse am offenen Gehirn).

Deshalb werde in der Therapie üblicherweise folgende Ziele angestrebt:

  • Linderung bzw. Transformation des Ohrgeräusch - häufig ist es schon eine deutliche Verbesserung für Betroffene, wenn das Geräusch wenigstens etwas leiser wird; in manchen lässt sich auch die Art des Geräuschs beeinflussen (z.B. ein Piepsen in ein Rauschen Transformieren); ein völliges Verschwinden des Ohrgeräuschs ist natürlich das Optimum

  • Umwandlung eines dekompensierten Tinnitus in einen kompensierten Tinnitus - evtl. Verbesserung der Lebensqualität, auch wenn das Ohrgeräusch sich selbst nicht beeinflussen lässt

  • Behandlung der Neben- und Folgeerscheinungen - Wie schon erwähnt leiden Tinnitus-Betroffene häufig unter Schlafstörungen, Ängsten, Depressionen oder Konzentrationsstörungen; eine Behandlung dieser Symptome kann häufig auch eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bewirken

  • Prävention / Resilienz-Förderung - bei Tinnitus-Patienten wirkt sich Stress häufig Tinnitus-verstärkend aus; im Rahmen einer Therapie kann ein besseres Stressmanagement erlernt und die Resilienz (Widerstandsfähigkeit gegen Belastungen und Krisen) gesteigert werden, sodass schädliche Außeneinflüsse reduziert oder eliminiert werden können und der Patient zukünftig selbst in der Lage ist, Stress-Situation bestmöglich zu bewältigen ohne dass der Tinnitus dabei eskaliert

Eine Tinnitus-Therapie ist also weit mehr als "ein Versuch, das Geräusch abzuschalten" - sie dient dazu, die bestmöglichen Ergebnisse für den Klienten in allen relevanten Bereichen im Rahmen der vorliegenden Medizinischen Gegebenheiten zu erzielen.

Welche Ergebnisse mit welcher hypnotherapeutischen Vorgehensweise bei welchem Patient erzielen lassen kann aufgrund der vielen Einflussfaktoren sehr unterschiedlich sein. Man sollte sich bei der Tinntius-Behandlung also darauf einstellen, mehrere verschiedene hypnotische Behandlungsstrategien zu testen, um herauszufinden, worauf der Patient am besten reagiert.

Natürlich könnte man auch im Rahmen einer einmaligen Sitzung "einfach mal probieren ob durch die Hypnose der Tinnitus weg geht", dies wäre allerdings ein recht oberflächlicher, fast schon naiver Ansatz, der ein Stück weit einem "Glücksspiel" gleich käme und der bei Nicht-Gelingen viele andere Optionen im Zweifel einfach ignoriert - weder Therapeuten noch Klienten sollten sich deshalb auf solche "Versuche" einlassen, sondern einen Tinnitus nur im Rahmen eines vorab klar umrissenen Behandlungs-Konzeptes, das die vorhandenen Optionen sinnvoll ausschöpft behandeln.

Hypnose bei Tinnitus - Behandlungsstrategien

Aufgrund der vielen verschiedenen Aspekte, die bei Tinnitus eine Rolle spielen können (Ursachen / Schweregrad / Folge- und Parallel-Symptome Beeinflussbarkeit durch stress oder konstante Präsenz in jeder Lebenssituation) gibt es nicht die eine Hypnose gegen Tinntus, sondern eine ganze Reihe hypnotischer Interventionen, die von Klient zu Klient unterschiedlich wirksam sein können.

Hier eine Übersicht der meist genutzten Hypnose-Behandlungsstrategien bei Tinnitus:

  • Tiefe Regenerationstrancen ("Deep State" / hypnotische Tiefenentspannung) haben sich bei der Behandlung von Tinnitus häufig sehr gut bewährt. Sie helfen dabei, das Nervensystem zu beruhigen und "entstressen" den Körper und die Psyche. In diesem Rahmen kann Stress, der den Tinnitus aktiviert und aufrecht erhält reduziert werden, was bei stressabhängigem Tinnitus zu einer konkreten Linderung bis hin zum vollständigen Verschwinden des Geräuschs führt. Reagiert der Tinnitus auf die Entspannung, muss diese ggf. trainiert oder wiederholt werden, damit erneuter Stress den Tinnitus nicht wieder aktiviert oder die Behandlung muss im Falle einer Reaktivierung wiederholt werden. Bei manchen Klienten mit einem neurologisch verursachten Tinntis kann die hypnotische Tiefenentspannung zu einer Beruhigung des neurologischen Herd-Geschehens führen (vor allem wenn dieses in Reichweite des somatosensorischen Kortex liegt, da dieser bei der Hypnose eine wichtige Rolle spielt). Dies kann idealerweise zu nachhaltigen "Abschaltungen" führen - doch auch hier sollte immer an eine entsprechende Nachsorge bzw. eine Rückfall-Prävention gedacht werden. Bei einem Teil der Tinnitus-Klienten wirken hypnotische Tiefenentspannungs-Sitzungen wie ein "Medikament" - mit TE-Sitzungen in Regelmäßigen Abständen (anfangs 1-2 mal wöchentlich, mit der Zeit größere Abstände bis zu dem Punkt an dem man den idealen Erhaltungsabstand gefunden hat) kann bei Patienten, die gut auf die TE ansprechen eine starke Linderung bis hin zur Remission erreicht werden. Der Idealabstand zwischen 2 Tiefenentspannungs-Sitzungen ist hierbei von Patient zu Patient unterschiedlich (bei manchen ist eine Behandlung pro Woche erforderlich, bei anderen genügt eine Behandlung pro Monat oder auch nur bei Bedarf wenn der Tinnitus wieder hörbar wird). Es ist deshalb wichtig, die Klienten von Beginn an gut aufzuklären und zu informieren, damit keine Missverständnisse oder falschen Vorstellungen aufkommen ("Ich habe im Internet gelesen, man braucht da nur eine Hypnose und dann ist der Tinnitus für immer weg" - das ist in Einzelfällen sicherlich möglich, aber kein jederzeit zu erwartender "Standard-Wert", an dem man sich pauschal orientieren sollte).

  • Hypnoanalyse (mit ursachenorientierter Regression) diese Vorgehensweise setzt voraus, dass es für den Tinnitus einen in Trance bewusst oder unbewusst erinnerbaren "Auslöser" gibt über dessen Bearbeitung sich ein Problem lösen lässt oder dass die Störung anhand eines Symboldramas (falls das Unterbewusstsein einen symbolischen Auslöser kreiert) behandelbar ist. Bei Tinnitus lässt sich zwar desöfteren ein solcher Auslöser (z.B. ein Hörsturz, ein Knalltrauma o.ä.) finden, dieser hat oft aber nicht tatsächlich das Potenzial, nachhaltig eine Linderung oder gar Heilung zu bewirken. Die Hypnoanalyse ist in diesem Rahmen eher dazu geeignet, Trigger (z.B. emotionale Belastungen, Altlasten oder Reizthemen, die psychischen und/oder physischen Stress verursachen und damit den Tinnitus auslösen oder verstärken) zu "entschärfen". Gelingt das, kann tatsächlich eine maßgebliche Besserung eintreten (wobei der Tinnitus selbst dann im eigentlichen Sinne nicht "behandelt" wurde, sondern vor allem ein Auslöser, der ihn hervorruft), ist der Tinnitus aber rein "technisch" verursacht (z.B. aufgrund neurologischer Schädigung), ist es zumeist sehr schwierig, hypnoanalytisch etwas zu erreichen. Hier ist die Tiefenentspannung oft erfolgsversprechender. Im Rahmen eines Symboldramas ("erinnert" wird dann eine scheinbare, aber nicht tatsächliche Auslöser-Situation, die dann stellvertretend bearbeitet wird und unbewusst auf die eigentlichen Migräne-Ursachen einwirkt) ist im Zweifel aber dennoch durchaus ein Behandlungserfolg denkbar. Es kann sich also lohnen, einen solchen Ansatz (Regression / Bearbeitung echter Erinnerungen oder symbolischer Erinnerungen) einmal zu testen - allerdings sollte man bei ausbleibendem Erfolg nicht zu verbissen daran "herumprobieren", sondern ggf. annehmen, dass die Migräne keine bzw. keine erreichbaren psychischen Ursachen hat und stattdessen nach wirkungsintensiveren Behandlungsstrategien suchen.

  • "Selbstorganisatorische Hypnose"("Blockadenlösung", Anwendungen bei denen dem Unterbewusstsein Raum gegeben wird, eigene Lösungen zu finden; z.B. auch im Rahmen von auf das Thema abgestimmten Phantasiereisen) kann bei der hypnotherapeutischen Behandlung von Migräne eingesetzt werden. Die individuelle Wirkung kann sehr unterschiedlich sein, da die Ausgangssituation und die Symptome von Migräne-Patienten häufig sehr unterschiedlich sind. Auch hier ist hauptsächlich eine Auflösung von "Triggern" zu erwarten, die die Migräne-Attacken provozieren und / oder verstärken. Teilweise konnten selbstorganisatorische Anwendungen aber schon als klarer Wegbereiter für eine deutliche Linderung der Symptome erkannt werden, daher ist es in jedem Fall sinnvoll, sie in den Behandlungsprozess zu integrieren (gerade die "Blockadenlösung" ist ja ein recht handliches Tool, das viele Kollegen schon bei der Erstbehandlung einsetzen).

  • Positive Visualisierungen (bspw. sich selbst entspannt, frei, lächelnd zu sehen; die Vorstellung einer angenehmen, sanften Energie, die den Kopf kühlt und schützt) können sehr gut bei der Zieldefinition helfen und die Motivation des Klienten stärken.

  • Posthypnotische Suggestionen (zur "Programmierung" des Unterbewusstseins) wie "Dein Unterbewusstsein wird Die Empfindungen in Deinem Kopf regulieren und Dir dabei helfen, Dich wohl zu fühlen", "Du wirst von Woche zu Woche freier und entspannter" o.ä. sind sehr gut ergänzend einsetzbar und werden von Klienten oft sehr positiv aufgenommen, da viele Menschen sich die Hypnose genau so vorstellen und sich wünschen, dass der Hypnotiseur etwas "programmiert". Viele Klienten können auch Behandlungserfolge, die bspw. durch die Wirkung der hypnotischen Tiefenentspannung oder durch das Auflösen einer Schlüsselsituation im Rahmen der Hypnoanalyse erreicht wurden deutlich besser annehmen, wenn der Hypnotiseur ihnen noch etwas "einprogrammiert". Dieser Ritual der hypnotischen Suggestion, diese Durchführung eines ein Stück weit auch klischeehaften Prozesses gibt Ihnen das Gefühl, dass die Hypnose "jetzt vollständig" ist (schon allein deshalb ist es übrigens Sinnvoll, am Ende einer Hypnose-Sitzung die Inhalte noch einmal kurz zusammenzufassen und die Ergebnisse und Ziele als "Suggestion an das Unterbewusstsein" zu wiederholen, auch wenn es aus hypnoanalytischer Sicht nicht zwingend notwendig wäre).

  • Hypnotische Desensibilisierung belastender Emotionen, die auch in der Behandlung von Ängsten eingesetzt wird evtl. mit begleitendem EMDR sollte bei Migräne-Patienten nur mit größter Vorsicht und beim Aufkommen unangenehmer Empfindungen im Zweifel gar nicht eingesetzt werden. Solche Desensibilisierungstechniken können nämlich Migräne-Attacken auslösen und das sollte im Rahmen der Behandlung natürlich möglichst vermieden werden. Tritt eine Migräne-Attacke während einer Behandlung ein, ist sie häufig nur schwer wieder unter Kontrolle zu bekommen, sodass das Auftreten eine Migräne-Attacke i.d.R. auch das Ende der aktuellen Sitzung bedeutet. Aktivitäten, die die Migräne triggern sind daher eher zu vermeiden.

  • Eine weitestgehend sprachbasierte Wachtrance-Arbeit (bspw. in Form von Gesprächen mit Erickson schen Sprachmustern) hat sich bei der Behandlung von Migräne bislang vor allem bewährt, wenn es um Einsicht und Neubewertung bestimmter Sachverhalte oder um die Einstellung zum Leben mit der Krankheit ansich ging. Teilweise kann in einem intensiven hypnotischen Gespräch aber auch der Grundstein für eine symptomlindernde Verhaltensänderung gelegt werden (z.B. eine bessere Meidung von Stress und Triggern oder eine positivere Haltung in den migränefreien Phasen).

  • Die Aktiv-Wach-Hypnose (Hypnose unter kontinuierlicher Belastung bspw. auf einem Ergometer) wird bei Migräne-Patienten eher selten eingesetzt. Es ist aber sehr gut denkbar, dass sie bei Migräne-Patienten von Nutzen sein kann, da der sehr spezielle Trance-Zustand, in dem sich Klienten während der AWH befinden schon einige regulative Effekte bewirken konnte. Hypnotherapeuten, die die Aktiv-Wach-Hypnose einsetzen können bei der Behandlung von Migräne-Patienten also durchaus eine probeweise AWH-Sitzung einplanen um zu testen ob diese Herangehensweise vielleicht eine Wirkung auf den Patienten hat, die umfassender genutzt werden kann.

  • Selbsthypnose kann bei der Behandlung von Migräne auf verschiedene Weise eingesetzt werden. Bewährt hat sich schon oft eine Entspannungs-Selbsthypnose, die der Kliente präventiv üben und dann gezielt beim Auftreten erster Anzeichen einer kommenden Migräne-Attacke einsetzen kann, um diese zu lindern oder ganz abzuwähren. Auch Visualisierungen (eine kühle, blaue Energie, die den Kopf erfüllt oder entspannte Gefäße, durch die das Blut leicht und geschmeidig fließen kann) helfen manchen Patienten. Spricht ein Patient gut auf die hypnotische Farbtherapie an, kann selbstverständlich auch die entsprechende Farbe intensiv imaginiert werden. Ebenfalls eingesetzt werden können natürlich zielführende Autosuggestionen wie "Mein Kopf bleibt vollkommen frei und entspannt", "Mein Kopf ist kühl" oder "Ich fühle mich vollkommen wohl".

  • Ein Einsatz von Hypnose-CDsbzw. anderer entsprechender Audioformate hat sich bei der hypnotischen Migräne-Behandlung ebenfalls bewährt. Hier kommen vor allem Entspannungs-Sitzungen zur Anwendung, die dem Klienten helfen sein Nervensystem zu beruhigen und mit denen er trainiern kann, schneller von einem erregten Zustand in einen sehr entspannten Zustand zu gelangen. Dieses Training kann die Therapie sehr unterstützen und kann bspw. auch die Wirksamkeit der Selbsthypnose intensivieren (da es die "technisch Basis" schafft, auf der die Autosuggestionen dann wirken können).

  • Gruppen-Hypnose wird bei der Migräne-Therapie eher selten eingesetzt. Denkbar sind Gruppen-Entspannungssitzungen oder allgemeine "Heiltrancen" (selbstorganisatorische Ansätze), an denen Migräne-Patienten teilnehmen können und in denen jeder etwas passendes für sich findet. Für eine konkrete Migräne-Behandlung im Rahmen eines Gruppen-Settings sind die Symptome aber oft zu unterschiedlich, sodass nur schwer eine gemeinsame Vorgehensweise zu finden ist, die in konkreterer Form auf die Symptome einwirkt.

  • Ideomotorische Anwendungen (Kommunikation mit dem Unterbewusstsein mit Hilfe von Ja / Nein-Signalen über die Finger), hypnosystemische Anwendungen (z.B. direkte Kommunikation mit dem Problem oder die Arbeit mit Boden-Ankern) können ebenfalls eingesetzt werden. Hiermit kann versucht werden, die Migräne über "virtuelle Schalter" zu regulieren oder mit ihr in Verhandlung zu treten und sie nach möglichen Verhaltensänderungen zu befragen aufgrund derer sie bereit ist, ihre Aktivität einzustellen. Diese Vorgehensweisen sind aber immer ein Stück weit experimentell und sollten nicht überstrapaziert werden. Wenn sie nicht ansprechen, sollte auch nicht zu lang auf ihnen "herumgeritten" werden, denn oftmals lässt sich wenig bis keine Wirkung auf diesem Weg erzielen.

  • Die hypnotische Farbtherapie hat sich bei der Migräne-Behandlung sehr bewährt. Bei ihr werden in Hypnose Farben visualisiert und es wird eine oder mehrere "Heilfarben" herausgearbeitet, die dem Patienten Linderung verschaffen können. Diese Farben können dann anschließend für intensive Trance-Sitzungen und für die Selbsthypnose genutzt werden. Auch wenn dieser Ansatz im ersten Moment exotisch wirken mag, ist seine Wirkweise doch ein Stück weit erklärbar: Die Bereiche im Gehirn, in denen die Farbwahrnehmung stattfindet sind in Trance sehr aktiv (erkennbar über EEG) und haben anscheinend einen relativ großen Einfluss auf verschiedene Schlüsselareale wie bspw. die Amygdala bzw. das limbische System. Hypnotische Farbvisualisierungen können also eine Art "Schlüssel zur bestimmten Gehirnaktivitäten" darstellen, der gezielt getestet und eingesetzt werden kann.

  • Selbstverständlich sind auch weitere hypnotische Herangehensweisen und Strategien denkbar (die Hypnose bietet ein sehr großes Spektrum an Techniken und Optionen) diese sind zumeist aber vor allem Abwandlungen der o.g. oder eine Kombination dieser mit anderen Techniken und Therapiemethoden dar.

  • Die Liste der möglichen mit der Hypnose kombinierbaren Therapien und Anwendungen bei der Migräne-Behandlung ist lang sehr gut bewährt hat sich die Akupunktur, aber auch die Osteopathie, die Homöopathie, die Phytotherapie und einige Behandlungsmethoden mehr haben Anwendungen zur Behandlung von Migräne zu bieten. In vielen Fällen werden Medikamente eingenommen, deren Einnahme ebenfalls mit der Hypnotherapie koordiniert werden kann (es kann z.B. eine niedrigere Dosis oder eine geringere Häufigkeit der Einnahme angestrebt werden).

  • Generell sollte eine hypnotische Behandlung natürlich immer in ein angemessenes Setting eingebettet sein, das es erlaubt, die Behandlung zu individualisieren bzw. auf Reaktionen und Bedürfnisse des Klienten zu reagieren. Gerade bei der Migräne ist es sinnvoll, den Klienten vorab deutlich aufzuklären, dass es sich hier häufig um eine kontinuierliche Therapie handelt, damit er nicht mit falschen Vorstellungen in die Praxis kommt. Laien glauben desöfteren, die Hypnose sei generell ein "One Hit Wonder", bei dem alles mit einer Behandlung gelöst wird (bzw. dass bei Nichtwirksamkeit einfach als Misserfolg im Sinne von "Ich hab auch mal Hypnose probiert" verbucht wird) und rechnen gar nicht damit, mehr als einmal kommen zu müssen - ein "einmaliger Versuch" ist bei der Migräne-Behandlung aber wenig sinnvoll, da es durchaus sein kann, dass man zuerst einige verschiedene Herangehensweisen - s.o. - ausprobieren muss, um herauszufiltern, welcher Therapieansatz für den Klienten der erfolgversprechendste und leistungsfähigste ist. Der Klient sollte daher die Bereitschaft haben, einen angemessenen Therapierahmen in Anspruch zu nehmen, ansonsten sollte überlegt werden ob er überhaupt angenommen werden kann. Der Therapeut sollte bei jeglicher Therapie auch immer auf medizinische und psychotherapeutische Aspekte außerhalb des Themas geachtet werden. Möglicherweise hat bspw. eine belastende Lebenssituation, eine emotionale Krise oder eine vollkommen andere Erkrankung Einfluss auf das zu behandelnde Thema. Dann sollten auch diese selbstverständlich angemessen beachtet und behandelt werden.

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