Hypnosetherapie ADS / ADHS Hypnotherapie

Hypnose bei ADS / ADHS

Hypnose bei ADS / ADHS

Hypnose bei ADS / ADHS

Beim Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) bzw. dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität (ADHS) handelt es sich um eine teilweise schwierig zu diagnostizierende und in Bezug auf ihre Ursachen in sich sehr unterschiedliche Störungen.

Es gibt Hinweise darauf, dass ADS / ADHS keine wirklich in sich geschlossene Erkrankung, sondern eher ein Symptomkomplex bzw. eine Funktionsstörung ist, die aus verschiedenen Ursachen entstehen kann.

In Frage kommen hierbei bspw.:

  • Genetische VeranlagungWachstumsstörung / Wachstungsverzögerung (vor allem in der Gehirnreifung)

  • Schädigung des Gehirns durch Verletzungen, Infektionen oder Fehlbildung

  • Drogen- und Alkoholmissbrauch

  • Allergische Reaktionen / Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. auch Glutamat-Überreaktionen)

  • Hormonelle Störungen / "Nebenwirkungen" des Wachstums und der Pubertät

  • Psychische und soziale Probleme (Mobbing / Leistungsdruck / Ängste)

  • Überlastung / Stress / Überaktivierung des Nervensystems

Für alle o.g. ADS / ADHS-Ursachen gibt es glaubwürdige Beispiele, bei denen mit einer zielgerichteten Behandlung in Bezug auf die jeweilige Ursache eine Symptomlinderung bis hin zur vollständigen Symptomfreiheit erreicht werden konnte oder anhand eindeutiger EEG- und MRT-Nachweise bspw. fehlende Verbindungen zwischen bestimmten Gehirnarealen oder Fehlfunktionen nachgewiesen werden konnten.

Aufgrund dieser Vielzahl an möglichen Ursachen ist es schwierig, eine pauschale Behandlungsempfehlung auszusprechen bzw. zu beurteilen ob eine Behandlung mit Hypnose hier ratsam oder eher weniger empfehlenswert wäre.

Grundsätzlich ist die Wirkung der Hypnose am vielversprechendsten, wenn die Ursache eher auf der psychischen Ebene (Ängste, soziale Probleme, Stress) oder im Bereich Überlastung / Stress / Überaktivierung des Nervensystems liegt.

Bei angeborenen Dysfunktionen (z.B. aufgrund von Fehlbildungen im Gehirn), bei allergischen Reaktionen bzw. Unverträglichkeiten (z.B. Glutamat-Unverträglichkeit, Unverträglichkeitsreaktion auf bestimmte Chemikalien) oder hormonellen Störungen ist i.d.R. eine deutlich geringere Wirksamkeit der Hypnose zu erwarten, wobei sie auch hier nicht vollständig auszuschließen ist.

Hypnose bei ADHS / ADHS

Da die Ursachen für ADS / ADHS sehr unterschiedlich sein können, sprechen verschiedene Klienten mit ähnlichen oder identischen Symptomen teilweise auf ganz verschiedene Behandlungsansätze an.

Während die einen vor allem von Tiefenentspannung und positiven Visualisierungen profitieren (vor allem bei ADHS), sprechen andere besser auf eine ursachenorientierte Hypnoanalyse, eine konkrete Arbeit an belastenden Emotionen oder gar eine Aktiv-Wach-Hypnose zur Aktivierung bei gleichzeitiger Fokussierung an.

Bewährt hat sich (unabhängig davon ob die Ursachen für die Symptome "bekannt" sind oder nicht - denn häufig handelt es sich bei "bekannten" Ursachen leider auch nur um Vermutungen) eine kleine Behandlungsserie mit verschiedenen Behandlungsansätzen zu Beginn, bei der in jeder Sitzung ein anderer Ansatz (Entspannung / Hypnoanalyse / Aktiv-Wach / Desensibilisierung von Emotionen / evtl. auch rein suggestive Hypnose) durchgeführt und auf seine Wirksamkeit / Eignung geprüft wird.

Frei nach Steve de Shazer: "Finde heraus, was funktioniert und tu mehr davon."

Ist erkennbar, dass der Klient auf einen oder mehrere Ansätze besser reagiert als auf andere, sollte bei der weiteren Behandlung ein Schwerpunkt hierauf gelegt werden.

Reagiert der Klient negativ auf die Hypnose (gerade bei unteraktivierten ADS-Patienten mit Konzentrationsstörungen kann es vorkommen, dass bestimmte hypnotische Vorgehensweisen die Unteraktivierung noch verstärken, da die Trance Gehirnareale, die ohnehin schon unteraktiviert sind noch mehr zur Ruhe bringt), sollten Techniken gewählt werden (z.B. Aktiv-Wach-Hypnose, Anwendungen in geringen Trancetiefen), die den Klienten nicht belasten, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass eine Symptomverstärkung nach der Behandlung hier i.d.R. nicht als Erstverschlimmerung o.ä. zu werten ist, sondern eher als Zeichen, dass dem Klienten diese Vorgehensweise nicht bekommt.

Um einen Klienten auf diese Weise behandeln zu können, sollte dieser schon eine ausreichende Trancefähigkeit aufweisen, die häufig oft erst ab einem bestimmten Alter (10-14 Jahre) vorhanden ist.

Bei jüngeren Kindern ist eine Behandlung mit den o.g. Ansätzen teilweise schwierig. Für jüngere Klienten oder Klienten mit einer eingeschränkten Trancefähigkeit bieten sich Techniken aus der Kinderhypnose (z.B. die Stellvertreter-Technik an).

Ein Einsatz von Selbsthypnose ist bei der Behandlung von ADS/ADHS denkbar, wenn der Klient die dafür benötigte Reife hat und die entsprechende Disziplin aufbringen kann. Auch hier sollte geprüft werden, welche selbsthypnotische Strategie beim Klienten eine erkennbare Wirkung zeigt, damit die begleitende Selbstbehandlung entsprechend zielführend gestaltet werden kann.

Hypnotische Behandlungsoptionen bei ADS / ADHS

  • Eine Hypnose-Behandlung / Hypnotherapie ist immer ein sehr individuelle Zusammenarbeit zwischen Hypnotiseur und Klient, die neben der konkreten "hypnotischen Arbeit" noch eine ganze Reihe anderer Aspekte wie Vorgespräch, Kommunikation, Rapport, Sprache, Einbezug von Ressourcen etc. beinhaltet. Die folgenden Behandlungsvorschläge sollten also immer im Gesamtkontext gesehen und, wenn Sie für die Behandlung eines konkreten Klienten geeignet erscheinen stimmig in die Behandlung eingebunden werden.

  • Tiefe Regenerationstrancen ("Deep State" / hypnotische Tiefenentspannung) zur Entspannung / Beruhigung des Nervensystems haben sich vor allem bei AD"H"S-Klienten (bei denen eine Hyperaktivität vorliegt bewährt). Bei diesen kann schon alleine die Entspannungstrance zu einer deutlichen Symptom-Linderung führen. Bei eher unteraktivierten ADS-Klienten bspw. mit Konzentrationsstörungen hat sich die Entspannungs-Hypnose eher weniger bewährt. Sie kann die Symptome im Zweifel verstärken. Auch wenn unteraktivierte Klienten sich häufig nach Entspannung sehnen und sich daher oft auch konkret tiefe Trancen wünschen, ist hier genau darauf zu achten, wie die Trance dem jeweiligen Klienten bekommt. Teilweise sollten bei ADS-Klienten intensive Trancen ansich eher gemieden und stattdessen eher aktivierende Ansätze (z.B. die Aktiv-Wach-Hypnose) gewählt werden.

  • Hypnoanalyse (mit ursachenorientierter Regression) diese Vorgehensweise setzt voraus, dass es für die Allergie einen erinnerbaren "Auslöser" gibt über dessen Bearbeitung sich ein Problem lösen lässt oder dass das die Störung anhand eines Symboldramas (falls das Unterbewusstsein einen symbolischen Auslöser kreiert) behandelbar ist. Bei ADS / ADHS, die häufig eher als funktionelle Störungen anzusehen sind, ist ein solcher Auslöser oft nicht zu finden bzw. führt eine Bearbeitung scheinbarer oder nahe liegender Auslöser (Betroffene haben schon allein aufgrund ihrer Störung häufig schwierige Phasen durchlebt) oft nicht zum gewünschten Erfolg. Der Therapeut sollte deshalb sorgfältig darauf achten, dass er dem Klienten durch sein Tun nichts suggeriert, was nicht real ist und ihn damit auf eine "Therapeutische Odyssee" schickt..

  • "Selbstorganisatorische Hypnose" ("Blockadenlösung", Anwendungen bei denen dem Unterbewusstsein Raum gegeben wird, eigene Lösungen zu finden; z.B. auch im Rahmen von auf das Thema abgestimmten Phantasiereisen) kann bei ADS / ADHS eingesetzt werden. Die individuelle Wirkung ist unterschiedlich. Oft verspüren Klienten dadurch vor allem eine emotionale Erleichterung, die mittel- und langfristige Auswirkung auf vorhandene Symptome ist allerdings oft eher gering.

  • Positive Visualisierungen (bspw. ein ausgeglichenes Leben ohne die belastenden Symptome führen) können vor allem bei der Zielbestimmung helfen. Ihr Beitrag zur Symptomlinderung muss individuell beobachtet werden.

  • Posthypnotische Suggestionen (zur "Programmierung" des Unterbewusstseins) wie "Du wirst im Anschluss an diese Sitzung viel ausgeglichener sein also sonst" o.ä. sind vor allem ergänzend einsetzbar, werden von Klienten aber oft sehr positiv aufgenommen, da viele Menschen sich die Hypnose genau so vorstellen und sich wünschen, dass der Hypnotiseur etwas "programmiert".

  • Hypnotische Desensibilisierung belastender Emotionen, die auch in der Behandlung von Ängsten eingesetzt wird evtl. mit begleitendem EMDR kann auch bei ADS / ADHS hilfreich sein bearbeitet werden sollten hier vor allem Reizzustände wie Wut, Angst oder Frust. Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen sind mit dieser Herangehensweise schwer zu fassen, da sie keine Emotionen im eigentlichen Sinne sind. Versuchsweise kann man testen ob vielleicht begleitende Emotionen vorhanden sind, die bei der Bearbeitung von Müdigkeitsgefühlen auf diesem Wege mit berührt und dadurch desensibilisiert werden, hierauf sollte allerdings kein zu großer Schwerpunkt gelegt werden, wenn der Klient nicht bald darauf anspricht.

  • Eine weitestgehend sprachbasierte Wachtrance-Arbeit (bspw. in Form von Gesprächen mit Erickson schen Sprachmustern) hat sich bei der Behandlung von ADS / ADHS bislang recht gut bewährt bewährt, da sie einerseits dem Klienten helfen kann, einen besseren Umgang mit seiner emotionalen Situation zu finden und neue Sichtweisen zu entdecken, andererseits aber auch keine zu tiefen Trancen (bzw. überhaupt keine offensichtliche Trance) erfordert, was gerade bei ADS-Klienten wichtig ist, bei denen sich durch Trance die Symptome verstärken.

  • Die Aktiv-Wach-Hypnose (Hypnose unter kontinuierlicher Belastung bspw. auf einem Ergometer) ist eine sehr bewährte Option für die Arbeit mit unteraktivierten Klienten und bietet eine interessante Möglichkeit zur Behandlung von ADS-Klienten.

  • Selbsthypnose kann bei der Behandlung von ADS / ADHS nach Bedarf eingesetzt werden. Während die Entspannungs-Selbsthypnose zumeist vor allem Hyperaktiven gut tut, können einfache Autosuggestionen, die im Alltag genutzt werden können sowie selbsthypnotische Visualisierungen (beruhigende, kühle Energie; aktivierende warme Energie) für beide Varianten eingesetzt werden

  • Ein Einsatz von Hypnose-CDsbzw. anderer entsprechender Audioformate bei der Behandlung von ADS / ADHS kann sinnvoll sein, muss aber gerade bei unteraktivierten Klienten auf Eignung geprüft werden, damit sich ihre Symptome durch die von der CD induzierten, üblicherweise sehr entspannten Trancen nicht verstärken. ADHS-Klienten tut diese Entspannung hingegen häufig sehr gut. Verträgt der Klient die Arbeit mit der Hypnose-CD gut, können verschiedenste Suggestionen oder Visualisierungen je nach Bedarf darüber vertieft werden.

  • Ideomotorische Anwendungen (Kommunikation mit dem Unterbewusstsein mit Hilfe von Ja / Nein-Signalen über die Finger), hypnosystemische Anwendungen(z.B. direkte Kommunikation mit dem Problem, Arbeit mit Boden-Ankern) können ebenfalls eingesetzt werden, stehen bei der Behandlung von ADS / ADHS aber zumeist nicht im Vordergrund.

  • Selbstverständlich sind auch weitere hypnotische Herangehensweisen und Strategiendenkbar (die Hypnose bietet ein sehr großes Spektrum an Techniken und Optionen) diese sind zumeist aber vor allem Abwandlungen der o.g. oder eine Kombination dieser mit anderen Techniken und Therapiemethoden dar.

  • Die Liste der möglichen mit der Hypnose kombinierbaren Therapien bei ADS / ADHS ist lang in Frage kommen Pharmakotherapie (Medikamente), Biofeedback / Neurofeedback, Akupunktur, Homöopathie, Phytotherapie uva. Hierbei ist zu bedenken, dass ADS / ADHS bei vielen Klienten erfahrungsgemäß mit der Hypnose alleine nicht vollständig heilbar bzw. die Symptome nicht vollständig linderbar sind. Hier kann nach einer bestmöglich anschlagenden Kombination und/oder einer für den Klienten möglichst wenig belastenden Lösung (z.B. Minimierung der Medikamentendosis durch ergänzende Hypnose) gesucht werden.

  • Generell sollte eine hypnotische Behandlung natürlich immer in ein angemessenes Settingeingebettet sein, das es erlaubt, die Behandlung zu individualisieren bzw. auf Reaktionen und Bedürfnisse des Klienten zu reagieren. Es sollte dabei auch immer auf medizinische und psychotherapeutische Aspekte außerhalb des Themas geachtet werden. Möglicherweise hat bspw. eine belastende Lebenssituation, eine emotionale Krise oder eine vollkommen andere Erkrankung Einfluss auf das zu behandelnde Thema. Dann sollten auch diese selbstverständlich angemessen beachtet und behandelt werden.

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