Hypnosetherapie Migräne Hypnotherapie

Hypnose und Hypnotherapie bei Migräne

Hypnose und Hypnotherapie bei Migräne

Hypnose und Hypnotherapie bei Migräne

Ein interessanter Behandlungsansatz mit einer reichhaltigen Auswahl interessanter Techniken und Herangehensweisen

Hypnose und Hypnotherapie bei Migräne - ein interessanter Behandlungsansatz für eine Komplexe Störung

Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung, unter der rund 10 % der Bevölkerung leiden.

Die Häufigkeit ihres Auftretens liegt bei Frauen etwa dreimal so hoch wie bei Männern.
Das Krankheitsbild der Migräne kann sich von Patient stark unterscheiden. Bei Erwachsenen äußerst sich die Migräne zumeist durch einen periodisch wiederkehrenden, anfallartigen, pulsierenden und halbseitigen Kopfschmerz, der von zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit (Photophobie) oder Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie) begleitet sein kann.

Bei manchen Patienten geht einem Migräneanfall eine Migräneaura voraus, während der insbesondere optische oder sensible Wahrnehmungsstörungen auftreten.
Es sind aber auch motorische Störungen möglich. Die Diagnose wird nach Ausschluss anderer Erkrankungen als Ursachen üblicherweise mit Hilfe einer Anamnese gestellt.

Die Entstehungsursachen der Migräne sind noch nicht abschließend geklärt.

Es gibt allerdings verschiedene Theorien zur Entstehung der Migräne, die allesamt plausibel wirken und jeweils bei Patienten als gesichert angesehen werden konnte, sodass davon ausgegangen werden kann, dass es verschiedene Ursachen für die Entstehung der Migräne geben kann:

  • Hormonelle Ursachen - bei vielen Frauen tritt die Migräne gehäuft vor oder während der Periode auf. Dies lässt einen hormonellen Zusammenhang vermuten.

  • Neurologische Reifungsstörung - bei vielen Patientinnen verschwand die Migräne schlagartig im Rahmen einer Schwangerschaft. Dies führt einerseits zur Theorie, dass im Rahmen der Schwangerschaft (u.a. aufgrund der erhöhten Wachstunmshormone) "Wachstumstprozesse" im Nervensystem zu Ende geführt werden konnten, die zuvor noch nicht abgeschlossen waren, andererseits sprechen die Linderungen im Rahmen einer Schwangerschaft auch für hormonelle Zusammenhänge. Die Tatsache, dass die Migräne, die im Rahmen einer Schwangerschaft verschwindet oft nicht mehr zurückkehrt, spricht allerdings eher für bestimmte Reifungsprozesse

  • Zusammenhänge mit Epilepsie - bei Migränepatienten werden im EEG desöfteren so genannte "Spike Waves" (spitze EEG-Wellen) beobachtet, die eigentlich für die Epilepsie typisch sind. Auch bei der Epilepsie gibt es eine "Aura", die im Vorfeld eines Anfalls wahrgenommen wird.

  • Fehlender Neurotransmitter - Eine Studie zeigte, dass bei vielen Migräne-Patienten ein bestimmter Neurotransmitter, der für die Beruhigung von Nervenzellen im Anschluss an eine Aktivierung verantwortlich ist nicht ausreichend gebildet wird. Das Gehirn "schaukelt sich immer weiter hoch" und es fehlt ihm die Möglichkeit, angestoßene neurologische Kettenreaktionen wieder zu stoppen (viele Migräne-Patienten berichten auch, dass ihr Gehirn vor einem Anfall "richtig hochdreht"). Irgendwann "überschlagen" sich die Gehirnaktivitäten und "entladen" sich in einer Art "Gewitter", dem Migräne-Anfall.

  • Psychische Einflussfaktoren - häufig berichten Migräne-Patienten, dass Stress oder psychische Belastungen Anfälle triggern. Hierbei ist allerdings eher zu vermuten, dass der Stress / die Belastung eine bereits vorhandene Migräne in Erscheinung treten lässt, als dass bei einem ansonsten vollkommen gesunden Patienten die Migräne allein aufgrund des Stress "entsteht".

  • Familiäre Häufungen sprechen für eine Vererbbarkeit bzw. eine genetische Komponente

  • Es scheint auch eine ganze Reihe von Mischtypen unterschiedlichster Ausprägung zu geben, bei denen Aspekte mehrere "Migräne-Arten" zu beobachten zu sein scheinen (z.B. Reaktion auf hormonelle Veränderungen, aber auch auf Stress und psychische Belastungen und unterschiedliche Symptomausprägungen in Bezug auf den Anfall).

  • Zudem scheinen auch Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei einigen Patienten Migräneanfälle auszulösen, was für eine Beeinträchtigung im Stoffwechsel und insbesondere im Gehirnstoffwechsel spricht.

Die Hypnose bzw. Hypnotherapie ist ein hochinteressanter medikamentenfreier (bzw. medikamentenarmer) Ansatz zur Behandlung von Migräne, der sowohl im Akut-Fall als auch als laufende präventive Therapie anwendbar ist.

Eine große Stärke der Hypnose bei der Behandlung von Migräne liegt in ihrer Fähigkeit, das Nervensystem zu beruhigen und damit ein schmerzhaftes Hochschaukeln nervlicher Prozesse einzudämmen.
Zeitgleich können mit ihr aber auch emotionale Belastungen und Stress bearbeitet und ggf. abgebaut werden, damit diese sich nicht mehr belastend auswirken (viele Migräne-Patienten berichten, dass emotionale Probleme und Stress Anfälle auslösen und dass eine Bearbeitung dieser Auslöser auch die Gesamtsymptomatik deutlich verbessert).

Für die Behandlung von Migräne durch Hypnose liegt bereits eine ganze Reihe wissenschaftlicher Studien, sowohl deutscher Universitäten als auch internationaler Institute vor, die gezeigt haben, dass sich die Anfallshäufung um bis zu 75% eindämmen lässt und bei manchen Klienten sogar eine komplette Anfallsfreiheit erreicht werden kann.

Aktuelle Ergebnisse aus der Hypnose-Forschung zeigen zudem, dass auch die Farbtherapie mit Hypnose, wie sie in Modul 2 - Hypnose Fortgeschrittene gelehrt wird bei bestimmten Formen der Migräne eine intensive, auf dem EEG sichtbare Linderung bewirken kann.

Da die Migräne sich zunehmend zur "Volkskrankheit" entwickelt ist es für Therapeuten, die die Hypnose in ihrer Praxis einsetzen möchten mit Sicherheit sehr interessant, sich mit den zur Verfügung stehenden Behandlungsmodellen auseinanderzusetzen. Einsatzmöglichkeiten der Hypnose bei Migräne erlernen Sie im Rahmen der TherMedius Hypnose-Ausbildung in Modul 5 - Schmerztherapie mit Hypnose, das auch in der Kompaktausbildung Medizinische Hypnose und in der 12tägigen Intensivausbildung Hypnose / Hypnosetherapie enthalten ist.

Hypnotische Anwendungsmögl. bei Migräne

  • Eine Hypnose-Behandlung / Hypnotherapie ist immer ein sehr individuelle Zusammenarbeit zwischen Hypnotiseur und Klient, die neben der konkreten "hypnotischen Arbeit" noch eine ganze Reihe anderer Aspekte wie Vorgespräch, Kommunikation, Rapport, Sprache, Einbezug von Ressourcen etc. beinhaltet. Die folgenden Behandlungsvorschläge sollten also immer im Gesamtkontext gesehen und, wenn Sie für die Behandlung eines konkreten Klienten geeignet erscheinen stimmig in die Behandlung eingebunden werden.

  • Tiefe Regenerationstrancen ("Deep State" / hypnotische Tiefenentspannung) haben sich bei der Behandlung von Migräne häufig sehr gut bewährt. Sie helfen dabei, das Nervensystem zu beruhigen und "entstressen" den Körper und die Psyche. Bei einem Teil der Migräne-Patienten wirken hypnotische Tiefenentspannungs-Sitzungen wie ein "Medikament" - mit TE-Sitzungen in Regelmäßigen Abständen (anfangs 1-2 mal wöchentlich, mit der Zeit größere Abstände bis zu dem Punkt an dem man den idealen Erhaltungsabstand gefunden hat) kann bei Patienten, die gut auf die TE ansprechen eine starke Linderung bis hin zur Anfallsfreiheit erreicht werden. Der Idealabstand zwischen 2 Tiefenentspannungs-Sitzungen ist hierbei von Patient zu Patient unterschiedlich (bei manchen ist eine Behandlung pro Woche erforderlich, bei anderen genügt eine Behandlung pro Monat oder auch nur bei Bedarf). Es ist deshalb wichtig, den Patienten von Beginn an gut aufzuklären und zu informieren, damit keine Missverständnisse oder falschen Vorstellungen aufkommen ("Ich habe im Internet gelesen, man braucht da nur eine Hypnose und dann ist die Migräne für immer weg" oder "Ich habe da von einem Mann gelesen, der geht einmal pro Halbjahr zum Hypnotiseur und ist seitdem Migräne frei" - das ist in Einzelfällen sicherlich alles gut möglich, aber kein "Standard-Wert", an dem man sich pauschal orientieren sollte).

  • Hypnoanalyse (mit ursachenorientierter Regression) diese Vorgehensweise setzt voraus, dass es für die Migräne einen in Trance bewusst oder unbewusst erinnerbaren "Auslöser" gibt über dessen Bearbeitung sich ein Problem lösen lässt oder dass die Störung anhand eines Symboldramas (falls das Unterbewusstsein einen symbolischen Auslöser kreiert) behandelbar ist. Bei der Migräne lässt sich nur sehr selten ein solcher Auslöser finden, der tatsächlich das Potenzial hat, nachhaltig eine Linderung oder gar Heilung zu bewirken. Die Hypnoanalyse ist eher dazu geeignet, Trigger (z.B. emotionale Belastungen, Altlasten oder Reizthemen, die psychischen und/oder physischen Stress verursachen und damit Migräne-Attacken auslösen oder verstärken) zu "entschärfen". Gelingt das, kann tatsächlich eine maßgebliche Besserung eintreten (wobei die Migräne selbst dann im eigentlichen Sinne nicht "behandelt" wurde, sondern vor allem ein Auslöser, der sie hervorruft), ist die Migräne aber rein "technisch" verursacht (hormonell, neurologisch), ist es zumeist sehr schwierig, hypnoanalytisch etwas zu erreichen. Hier ist die Tiefenentspannung oft Erfolgsversprechender. Im Rahmen eines Symboldramas ("erinnert" wird dann eine scheinbare, aber nicht tatsächliche Auslöser-Situation, die dann stellvertretend bearbeitet wird und unbewusst auf die eigentlichen Migräne-Ursachen einwirkt) ist im Zweifel aber dennoch durchaus ein Behandlungserfolg denkbar. Es kann sich also lohnen, einen solchen Ansatz (Regression / Bearbeitung echter Erinnerungen oder symbolischer Erinnerungen) einmal zu testen - allerdings sollte man bei ausbleibendem Erfolg nicht zu verbissen daran "herumprobieren", sondern ggf. annehmen, dass die Migräne keine bzw. keine erreichbaren psychischen Ursachen hat und stattdessen nach wirkungsintensiveren Behandlungsstrategien suchen.

  • "Selbstorganisatorische Hypnose"("Blockadenlösung", Anwendungen bei denen dem Unterbewusstsein Raum gegeben wird, eigene Lösungen zu finden; z.B. auch im Rahmen von auf das Thema abgestimmten Phantasiereisen) kann bei der hypnotherapeutischen Behandlung von Migräne eingesetzt werden. Die individuelle Wirkung kann sehr unterschiedlich sein, da die Ausgangssituation und die Symptome von Migräne-Patienten häufig sehr unterschiedlich sind. Auch hier ist hauptsächlich eine Auflösung von "Triggern" zu erwarten, die die Migräne-Attacken provozieren und / oder verstärken. Teilweise konnten selbstorganisatorische Anwendungen aber schon als klarer Wegbereiter für eine deutliche Linderung der Symptome erkannt werden, daher ist es in jedem Fall sinnvoll, sie in den Behandlungsprozess zu integrieren (gerade die "Blockadenlösung" ist ja ein recht handliches Tool, das viele Kollegen schon bei der Erstbehandlung einsetzen).

  • Positive Visualisierungen (bspw. sich selbst entspannt, frei, lächelnd zu sehen; die Vorstellung einer angenehmen, sanften Energie, die den Kopf kühlt und schützt) können sehr gut bei der Zieldefinition helfen und die Motivation des Klienten stärken.

  • Posthypnotische Suggestionen (zur "Programmierung" des Unterbewusstseins) wie "Dein Unterbewusstsein wird Die Empfindungen in Deinem Kopf regulieren und Dir dabei helfen, Dich wohl zu fühlen", "Du wirst von Woche zu Woche freier und entspannter" o.ä. sind sehr gut ergänzend einsetzbar und werden von Klienten oft sehr positiv aufgenommen, da viele Menschen sich die Hypnose genau so vorstellen und sich wünschen, dass der Hypnotiseur etwas "programmiert". Viele Klienten können auch Behandlungserfolge, die bspw. durch die Wirkung der hypnotischen Tiefenentspannung oder durch das Auflösen einer Schlüsselsituation im Rahmen der Hypnoanalyse erreicht wurden deutlich besser annehmen, wenn der Hypnotiseur ihnen noch etwas "einprogrammiert". Dieser Ritual der hypnotischen Suggestion, diese Durchführung eines ein Stück weit auch klischeehaften Prozesses gibt Ihnen das Gefühl, dass die Hypnose "jetzt vollständig" ist (schon allein deshalb ist es übrigens Sinnvoll, am Ende einer Hypnose-Sitzung die Inhalte noch einmal kurz zusammenzufassen und die Ergebnisse und Ziele als "Suggestion an das Unterbewusstsein" zu wiederholen, auch wenn es aus hypnoanalytischer Sicht nicht zwingend notwendig wäre).

  • Hypnotische Desensibilisierung belastender Emotionen, die auch in der Behandlung von Ängsten eingesetzt wird evtl. mit begleitendem EMDR sollte bei Migräne-Patienten nur mit größter Vorsicht und beim Aufkommen unangenehmer Empfindungen im Zweifel gar nicht eingesetzt werden. Solche Desensibilisierungstechniken können nämlich Migräne-Attacken auslösen und das sollte im Rahmen der Behandlung natürlich möglichst vermieden werden. Tritt eine Migräne-Attacke während einer Behandlung ein, ist sie häufig nur schwer wieder unter Kontrolle zu bekommen, sodass das Auftreten eine Migräne-Attacke i.d.R. auch das Ende der aktuellen Sitzung bedeutet. Aktivitäten, die die Migräne triggern sind daher eher zu vermeiden.

  • Eine weitestgehend sprachbasierte Wachtrance-Arbeit (bspw. in Form von Gesprächen mit Erickson schen Sprachmustern) hat sich bei der Behandlung von Migräne bislang vor allem bewährt, wenn es um Einsicht und Neubewertung bestimmter Sachverhalte oder um die Einstellung zum Leben mit der Krankheit ansich ging. Teilweise kann in einem intensiven hypnotischen Gespräch aber auch der Grundstein für eine symptomlindernde Verhaltensänderung gelegt werden (z.B. eine bessere Meidung von Stress und Triggern oder eine positivere Haltung in den migränefreien Phasen).

  • Die Aktiv-Wach-Hypnose (Hypnose unter kontinuierlicher Belastung bspw. auf einem Ergometer) wird bei Migräne-Patienten eher selten eingesetzt. Es ist aber sehr gut denkbar, dass sie bei Migräne-Patienten von Nutzen sein kann, da der sehr spezielle Trance-Zustand, in dem sich Klienten während der AWH befinden schon einige regulative Effekte bewirken konnte. Hypnotherapeuten, die die Aktiv-Wach-Hypnose einsetzen können bei der Behandlung von Migräne-Patienten also durchaus eine probeweise AWH-Sitzung einplanen um zu testen ob diese Herangehensweise vielleicht eine Wirkung auf den Patienten hat, die umfassender genutzt werden kann.

  • Selbsthypnose kann bei der Behandlung von Migräne auf verschiedene Weise eingesetzt werden. Bewährt hat sich schon oft eine Entspannungs-Selbsthypnose, die der Kliente präventiv üben und dann gezielt beim Auftreten erster Anzeichen einer kommenden Migräne-Attacke einsetzen kann, um diese zu lindern oder ganz abzuwehren. Auch Visualisierungen (eine kühle, blaue Energie, die den Kopf erfüllt oder entspannte Gefäße, durch die das Blut leicht und geschmeidig fließen kann) helfen manchen Patienten. Spricht ein Patient gut auf die hypnotische Farbtherapie an, kann selbstverständlich auch die entsprechende Farbe intensiv imaginiert werden. Ebenfalls eingesetzt werden können natürlich zielführende Autosuggestionen wie "Mein Kopf bleibt vollkommen frei und entspannt", "Mein Kopf ist kühl" oder "Ich fühle mich vollkommen wohl".

  • Ein Einsatz von Hypnose-CDsbzw. anderer entsprechender Audioformate hat sich bei der hypnotischen Migräne-Behandlung ebenfalls bewährt. Hier kommen vor allem Entspannungs-Sitzungen zur Anwendung, die dem Klienten helfen sein Nervensystem zu beruhigen und mit denen er trainiern kann, schneller von einem erregten Zustand in einen sehr entspannten Zustand zu gelangen. Dieses Training kann die Therapie sehr unterstützen und kann bspw. auch die Wirksamkeit der Selbsthypnose intensivieren (da es die "technisch Basis" schafft, auf der die Autosuggestionen dann wirken können).

  • Gruppen-Hypnose wird bei der Migräne-Therapie eher selten eingesetzt. Denkbar sind Gruppen-Entspannungssitzungen oder allgemeine "Heiltrancen" (selbstorganisatorische Ansätze), an denen Migräne-Patienten teilnehmen können und in denen jeder etwas passendes für sich findet. Für eine konkrete Migräne-Behandlung im Rahmen eines Gruppen-Settings sind die Symptome aber oft zu unterschiedlich, sodass nur schwer eine gemeinsame Vorgehensweise zu finden ist, die in konkreterer Form auf die Symptome einwirkt.

  • Ideomotorische Anwendungen (Kommunikation mit dem Unterbewusstsein mit Hilfe von Ja / Nein-Signalen über die Finger),

  • hypnosystemische Anwendungen (z.B. direkte Kommunikation mit dem Problem oder die Arbeit mit Boden-Ankern) können ebenfalls eingesetzt werden. Hiermit kann versucht werden, die Migräne über "virtuelle Schalter" zu regulieren oder mit ihr in Verhandlung zu treten und sie nach möglichen Verhaltensänderungen zu befragen aufgrund derer sie bereit ist, ihre Aktivität einzustellen. Diese Vorgehensweisen sind aber immer ein Stück weit experimentell und sollten nicht überstrapaziert werden. Wenn sie nicht ansprechen, sollte auch nicht zu lang auf ihnen "herumgeritten" werden, denn oftmals lässt sich wenig bis keine Wirkung auf diesem Weg erzielen.

  • Die hypnotische Farbtherapie hat sich bei der Migräne-Behandlung sehr bewährt. Bei ihr werden in Hypnose Farben visualisiert und es wird eine oder mehrere "Heilfarben" herausgearbeitet, die dem Patienten Linderung verschaffen können. Diese Farben können dann anschließend für intensive Trance-Sitzungen und für die Selbsthypnose genutzt werden. Auch wenn dieser Ansatz im ersten Moment exotisch wirken mag, ist seine Wirkweise doch ein Stück weit erklärbar: Die Bereiche im Gehirn, in denen die Farbwahrnehmung stattfindet sind in Trance sehr aktiv (erkennbar über EEG) und haben anscheinend einen relativ großen Einfluss auf verschiedene Schlüsselareale wie bspw. die Amygdala bzw. das limbische System. Hypnotische Farbvisualisierungen können also eine Art "Schlüssel zur bestimmten Gehirnaktivitäten" darstellen, der gezielt getestet und eingesetzt werden kann.

  • Selbstverständlich sind auch weitere hypnotische Herangehensweisen und Strategien denkbar (die Hypnose bietet ein sehr großes Spektrum an Techniken und Optionen) diese sind zumeist aber vor allem Abwandlungen der o.g. oder eine Kombination dieser mit anderen Techniken und Therapiemethoden dar.

  • Die Liste der möglichen mit der Hypnose kombinierbaren Therapien und Anwendungen bei der Migräne-Behandlung ist lang sehr gut bewährt hat sich die Akupunktur, aber auch die Osteopathie, die Homöopathie, die Phytotherapie und einige Behandlungsmethoden mehr haben Anwendungen zur Behandlung von Migräne zu bieten. In vielen Fällen werden Medikamente eingenommen, deren Einnahme ebenfalls mit der Hypnotherapie koordiniert werden kann (es kann z.B. eine niedrigere Dosis oder eine geringere Häufigkeit der Einnahme angestrebt werden).

  • Generell sollte eine hypnotische Behandlung natürlich immer in ein angemessenes Setting eingebettet sein, das es erlaubt, die Behandlung zu individualisieren bzw. auf Reaktionen und Bedürfnisse des Klienten zu reagieren. Gerade bei der Migräne ist es sinnvoll, den Klienten vorab deutlich aufzuklären, dass es sich hier häufig um eine kontinuierliche Therapie handelt, damit er nicht mit falschen Vorstellungen in die Praxis kommt. Laien glauben desöfteren, die Hypnose sei generell ein "One Hit Wonder", bei dem alles mit einer Behandlung gelöst wird (bzw. dass bei Nichtwirksamkeit einfach als Misserfolg im Sinne von "Ich hab auch mal Hypnose probiert" verbucht wird) und rechnen gar nicht damit, mehr als einmal kommen zu müssen - ein "einmaliger Versuch" ist bei der Migräne-Behandlung aber wenig sinnvoll, da es durchaus sein kann, dass man zuerst einige verschiedene Herangehensweisen - s.o. - ausprobieren muss, um herauszufiltern, welcher Therapieansatz für den Klienten der erfolgversprechendste und leistungsfähigste ist. Der Klient sollte daher die Bereitschaft haben, einen angemessenen Therapierahmen in Anspruch zu nehmen, ansonsten sollte überlegt werden ob er überhaupt angenommen werden kann. Der Therapeut sollte bei jeglicher Therapie auch immer auf medizinische und psychotherapeutische Aspekte außerhalb des Themas geachtet werden. Möglicherweise hat bspw. eine belastende Lebenssituation, eine emotionale Krise oder eine vollkommen andere Erkrankung Einfluss auf das zu behandelnde Thema. Dann sollten auch diese selbstverständlich angemessen beachtet und behandelt werden.

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