Depressionen

Hypnose und Hypnosetherapie bei Depressionen

Hypnose bei Depressionen

Hypnose bei Depressionen

Die Hypnose hat in letzter Zeit viel gute Presse für ihre Wirksamkeit bei der Behandlung von Depressionen bekommen.

An dieser Stelle möchten wir einen Überblick geben, was bei der Behandlung von Depressionen mittels Hypnose tatsächlich möglich ist und wo mögliche Grenzen liegen, da die Hypnose bei bestimmten Arten von Depressionen hervorragende Ergebnisse bringen kann, während sie bei anderen Arten von Depressionen ungeeignet, im Zweifel sogar kontraprotuktiv sein kann.

Vorab sei gesagt: Der Einsatz von Hypnose bei Depressionen erfordert spezielles Fachwissen seitens des Hypnotiseurs - sowohl auf der hypnotherapeutischen als auch auf der psychotherapeutischen Ebene (Diagnostik), da einige klassische Hypnose-Techniken (speziell die Tiefenentspannungstechniken) sich bei falscher Anwendung negativ auswirken können und bei manchen Klienten nur eine sehr spezifische Auswahl von Hypnosetechniken für die Behandlung von Depressionen geeignet ist, während viele "Klassiker" unter den Hypnoseanwendungen aufgrund ihrer spezifischen Wirkweisen im Gehirn, die die Depressionen auslösenden Areale nicht genug oder zu sehr triggern aus Sicherheitsgründen entfallen.

Depressionen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass bestimmte Gehirnareale unteraktiviert sind. Eine Behandlung mit klassischer Hypnose könnte diese unteraktivierten Areale noch weiter hemmen, was zu einer Verschlechterung der Gesamtsituation des Patienten im Anschluss an die Hypnose-Behandlung führen könnte. Hypnosetherapeuten sollten Depressionen deshalb nur dann behandeln wenn Sie über entsprechendes Fachwissen und die dazugehörigen speziellen Hypnosetechniken verfügen. TherMedius bietet als eines der wenigen Hypnose-Ausbildungsinstitute Fortbildungen an, in denen Sie effiziente Behandlungstechniken zur Behandlung von Depressionen mit Hypnose erlernen können.

Sonderfall Depressionen und Hypnose

Die Behandlung von Depressionen weicht in ihrer Vorgehensweise häufig von klassischen Behandlungsansätzen, die bei anderen Indikationen angewendet werden ab, da die Entstehung von Depressionen im Gehirn sich häufig in wesentlichen Punkten von der Entstehung anderer Problematiken unterscheidet.

Ursache für Depressionen ist oft eine Unausgeglichenheit der Aktivitäten der beiden Gehirnhälften. Auch wenn Depressions-Patienten oft über innere Unruhe klagen und sich Entspannung wünschen, benötigen Sie doch vor allem aktivierende Hypnosetechniken, die ihre rechte Gehirnhäfte stimulieren und damit der linken Gehirnhälfte erlauben, sich wieder zu harmonisieren. Bei einer reinen Tiefenentspannung werden beide Gehirnhälften gleichermaßen entspannt, was dazu führt, dass die Disharmonie erhalten bleibt und die Diskrepanz in der Aktivität der beiden Hemisphären im Anschluss eher noch größer ist, da die ohnehin schwächer aktive rechte Gehirnhälfte länger braucht, um wieder "hochzufahren".

In der gängigen Fachliteratur wird immer wieder beschrieben, wie sich Depressionen mit Hypnose behandeln lassen. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten - handelt es sich bei den beschriebenen Fällen doch zumeist um neurotische Depressionen und nicht um endogene Varianten. Vorgehensweisen, die sich auf der einen Seite als nützlich erwiesen haben, können sich auf der anderen Seite negativ auswirken. Wir raten deshalb dringend dazu, Depressionen mit Hypnosetherapie nur zu behandlen wenn ein ausreichendes diagnostisches und hypnotherapeutisches Fachwissen vorhanden ist und sich im Zweifel nicht ausschließlich auf Vorgaben aus der Literatur zu verlassen.

Endogene Depressionen und Hypnose

Als sehr schwierig, häufig sogar gänzlich wirkungslos und im schlimmsten Fall symptomverschlechternd hat sich die Behandlung von endogenen Depressionen (z.B. organische Depressionen) mit Hypnose erwiesen. Grund dafür ist, dass diese Depressionen i.d.R. eine konkrete körperliche Ursache (Gendefekt, Hormonstörung, Vergiftungserscheinungen u.a.) haben, die sich mit einem rein medikamentenfreien Ansatz wie der Hypnose nicht oder nur sehr bedingt (ergänzend zur Medikation) lösen lässt.

Liegen also endogene / organische Depressionen vor, sollte ein Hypnosetherapeut sehr genau prüfen ob und in welchem Maße ein Einsatz der Hypnose sinnvoll ist und auf jeden Fall mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen (Einsatz der Hypnose am besten nur im klinischen Umfeld; wenn möglich nicht ambulant) arbeiten, um gegebenenfalls medikamentös intervenieren zu können.

Hypnose stark bei reaktiven Depressionen

Als reaktive Depressionen bezeichnet man Depressionen, die im Gegensatz zu endogenen Depressionen keine organische Ursache haben.

Reaktive Depressionen können bspw. in Folge sehr einschneidender oder trauriger Ereignisse (Arbeitsplatzverlust, Tod eines Anghörigen, Scheitern einer Beziehung...), aber auch anhaltenden Drucks (dauerhaft schlechtgelaunter Vorgesetzter, Arbeitsplatzgefahr, Überschuldung, familiäre Problemsituationen wie ein schwererziehbares Kind oder andauernde Eheprpobleme) auftreten und sind eher als Verhaltensstörung denn als eigentsändige, von äußeren Rahmenbedingungen unabhängige Erkrankung (wie die endogenen Depressionen) zu sehen.

Viele Therapeuten sehen in reaktiven Depressionen auch eine gewisse Verwandtschaft zur Posttraumatischen Belastungsstörung (da ein "traumatischer" Auslöser für sie verantwortlich ist).

Bei der Behandlung reaktiver Depressionen bringt die Hypnosetherapie regelmäßig hervorragende Ergebnisse und eben diese Ergebnisse sind es auch, die der Hypnose eine so gute Presse in Bezug auf ihre Wirksamkeit bei der Behandlung von Depressionen einbrachten.

Das A und O: Richtige Diagnostik!

Der große behandlerische Unterschied zwischen endogenen und reaktiven Depressionen , der letztenendes entscheidend dafür ist ob Depressionen überhaupt mit Hypnose bahndelt werden können oder sollten, zeigt schon, dass eine korrekte Diagnose im Vorfeld einer Behandlung unumgänglichist und ein Hypnosetherapeut einen Klienten mit Depressionen nur dann annehmen sollte, wenn wirklich sichergestellt ist, um was für eine Art von Depressionen es sich handelt.

Endogene Depressionen lassen sich heute sehr gut mit Hilfe von QEEGs / Brainmapping diagnostizieren (auf dem Brainmap ist bei endogen depressiven Patienten zumeist ein Aktivitätsabfall im linken Frontallappen erkennbar; handelt es sich um eine andere Quelle aus der die Depressionen stammen, sind typische Auffälligkeiten i.d.R. auch relativ leicht zu erkennen). Aufgrund einer solchen Diagnostik lässt sich recht gut unterscheiden ob ein Patient medikamentöse unterstützung benötigt oder ob eine therapeutische Lösung (wie auch Hypnosetherapie) sinnvoll erscheint.

Ein Problem ist dezeit, dass die entsprechenden Geräte in ambulanten Praxen noch nicht ausreichend verbreitet sind und QEEGs oft nur in Kliniken zur Verfügung stehen. Häufig wird deshalb auch heute noch im therapeutischen Alltag anhand von Indizien "vermutet", um was für eine Art von Depression es sich handeln könnte. Allzu oft bieten sich auch unangenehme Umstände im Leben eines Klienten als möglicher Auslöser für reaktive Depressionen an, weshalb die Option der endogenen Depressionen gar nicht mehr weiter verfolgt wird, was aber in eine therapeutische Sackgasse führen kann. Wirkliche Sicherheit ob eine endogene oder reaktive Depression vorliegt erhält man aber nur anhand der gemessenen Gehirnaktivitäten.

Ursachen für Depressionen finden mit Hypnose

Die Hypnose - vor allem die analytische Hypnose - genießt den Ruf, ein besonders gutes Instrument für die Ursachenforschung und die Wahrheitsfindung zu sein.

Allerdings muss hier ganz klar gesagt werden: Erkenntnisse wie "Ich habe eine genetische Veranlagung zur Depression" oder "Meine Depressionen stammen aus einer Unverträglichkeit gegenüber einem Nahrungsmittelzusatzstoff" sind im Rahmen einer hypnoanalytischen Ursachen Forschung erfahrungsgemäß eher nicht zu erwarten, da das Unterbewusstsein auf solche Faktoren keinen direkten Zugriff hat, der sich verbalisieren lässt.

Man kann also nicht per se sagen "Mit Hypnose kann man die Ursachen von Depressionen herausfinden", da eine analytische Arbeit voraussetzt, dass die Ursachen auf der psychischen Ebene liegen.

Bei endogenden Depressionen ist bei analytischer Ursachenforschung mit Hypnose die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass statt zutreffender Aussagen einfach plausibel erscheinende Kausalitäten (bspw. ein belastendes Ereignis, das sich einfach anbietet, dass es ursächlich sein könnte, das tatsächlich aber in keinen Zusammenhang steht) zum Vorschein kommen oder mit Pseudo-Erinnerungen vergleichbare Erkenntnisse, deren Bearbeitung dann aber i.d.R. zu keinerlei Verbesserungen oder gar Heilungen führen.

Bei bestimmten Arten Depressionen (vor allem Arten, bei denen das Gehirn aufgrund eines Gendeffekts an Leistung abbaut und die vollkommen unabhängig von der psychischen Situation des Betroffenen in einem bestimmten Alter eintreten) sehen Gehirnforscher Medikamente derzeit als unverzichtbar.

Vor einer hypnoanalytischen Ursachenforschung sollte also zweifelsfrei und mit aller gebotenen medizinischen Sorgfalt sichergestellt sein, dass es sich um eine Art von Depressionen handelt, die keinen endogenen Ursprung hat und bei der eine Arbeit auf der psychischen Ebene sinnvoll erscheint, da ansonsten die gesamte Hypnoanalyse schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt sein könnte bzw. sogar das Risiko mit sich brächte, den Klienten auf falsche Pfade in Bezug auf die Behandlung seiner Erkrankung zu führen (wir haben in unseren Praxen mehr als genug Klienten erlebt, die bspw. mit der Überzeugung "Ich muss meinem verstorbenen Vater verzeihen, dann hören meine Magenprobleme auf", zu der sie in irgend einer Form von therapeutischer / aufdeckender Arbeit kamen zu uns kamen und bei denen sich schnell herausstellte, dass es sich um eine simple Nahrungsmittelintoleranz handelte, die durch Verzicht auf bestimmte Lebensmittel und ohne jegliche Arbeit am Verhältnis zum Vater problemlos in den Griff zu bekommen war).

Bei Beachtung dieser Grundlagen und entsprechender Selektion der Klienten in Bezug auf Tauglichkeit für einen solchen therapeutischen Prozess kann die analytische Hypnose dann tatsächlich zu hervorragenden Erkenntnissen in Bezug auf die Wirkungsmechanismen von Depressionen führen und Wege aufzeigen, wie durch die Bearbeitung von in diesem Rahmen indentifizierten Themenbereichen beachtliche Behandlungserfolge erreicht werden können.

Depressionen sind häufig gar keine Depressionen

Bei allen Gedanken zum Thema Depressionen sei noch anzumerken:

Aktuelle Studien haben ergeben, dass ein Großteil der sich wegen Depressionen in Therapie befindlichen Klienten (Experten schätzen 50 % und mehr) in Wahrheit gar nicht unter Depressionen im eigentlichen Sinne leiden, sondern vielfach unter anderen Erkrankungen (ADS, Chronisches Erschöpfungssyndrom, Allergien) die sich auf die Psyche auswirken und depressive Symptome erzeugen.

In diesen Fällen verspricht eine klassische Psychotherapie nur sehr bedingt bzw. im schlimmsten Fall keinerlei Heilung, da sie die wirkliche Problemursache nicht erreichen kann. Die Hypnose bietet hier einige Möglichkeiten, dennoch Besserungen zu erzielen, hierzu ist allerdings ein Spezialwissen nötig, das Sie bespw. in der TherMedius -Hypnosefortbildung Hypnose bei Ängsten und Phobien erlernen, in der auch umfassend auf Depressionen und ihre möglichen Ursachen eingegangen wird.

Hypnotische Behandlungsansätze bei Depressionen

Hier einige Möglichkeiten, die Behandlung von Depressionen zu gestalten.

Diese Aufzählung soll natürlich nur einen Anhaltspunkt geben, welche Optionen die Hypnose in diesem Zusammenhang bieten kann. Selbstverständlich sind noch weitere Variaten denkbar - wir haben uns hier bewusst auf häufig verwendete Schlüssel-Anwendungen konzentriert.

Der jeweilige Therapieplan und die genaue hypnotherapeutische Vorgehensweise muss grundsätzlich vom Behandler anhand der Anamnese-Daten und der Diagnose entsprechend der individuellen Situation des Klienten gewählt und gestaltet werden.

  • Eine Hypnose-Behandlung / Hypnotherapie ist immer ein sehr individuelle Zusammenarbeit zwischen Hypnotiseur und Klient, die neben der konkreten "hypnotischen Arbeit" noch eine ganze Reihe anderer Aspekte wie Vorgespräch, Kommunikation, Rapport, Sprache, Einbezug von Ressourcen etc. beinhaltet. Die folgenden Behandlungsvorschläge sollten also immer im Gesamtkontext gesehen und, wenn Sie für die Behandlung eines konkreten Klienten geeignet erscheinen stimmig in die Behandlung eingebunden werden.

  • Tiefe Regenerationstrancen ("Deep State" / hypnotische Tiefenentspannung) werden bei der Behandlung von Depressionen vor allem bei reaktiven Depressionen oder bei Depressionen, die mit Erregungszuständen einher gehen genutzt. Bei Symptomen, die eher auf eine Unteraktivierung hinweisen (Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Müdigkeit) können Entspannungstrancen die depressiven Symptome im Zweifel verstärken. Depressive wüschen sich oft Entspannung vom Therapeuten (aus dem Wunsch heraus, ihrer Erschöpfung nachzugeben und aus der Hoffnung, erholter und aktiver aus der Entspannung herauszugehen), diesem Wunsch sollte aber nur entsprochen werden, wenn erkennbar ist, dass die Entspannung dem Klienten tatsächlich gut tut. Verstärkt sie die Symptome, sollten Entspannungstrancen gemieden und sich stattdessen auf aktivierendere Vorgehensweisen konzentriert werden.

  • Hypnoanalyse (mit ursachenorientierter Regression) diese Vorgehensweise setzt voraus, dass es für die Depressionen einen in Trance bewusst oder unbewusst erinner- / bzw. erkennbaren "Auslöser" gibt über dessen Bearbeitung sich die Symptome auflösen lässt oder dass die Problematik anhand eines Symboldramas (falls das Unterbewusstsein einen symbolischen Auslöser kreiert) behandelbar ist. Bei Depressionen gibt es solche Auslöser vor allem im Bereich der reaktiven Depressionen (Depressionen, die als Reaktion auf eine emotionale Belastung oder belastende Lebensumstände entstanden sind). Man sollte jedoch bedenken, dass es eine große Bandbreite anderer Ursachen für Depressionen bzw. depressive Symptome gibt (genetische Veranlagung zu einem Funktionsverlust des linken präfrontalen Kortex ab einem bestimmten Alter, hormonelle Dysfunktionen, Intoxikation = Vergiftung mit Umweltgiften o.ä. etc. ), für die es keinen direkten emotionalen Auslöser im eigentlichen Sinne gibt. Im Rahmen eines Symboldramas ("erinnert" wird dann eine scheinbare, aber nicht tatsächliche Auslöser-Situation, die dann stellvertretend bearbeitet wird) oder im Rahmen einer systemischen Intervention (wenn man bspw. davon ausgeht, dass ein Auslöser im systemischen Bereich liegen könnte) ist aber durchaus dennoch eine erfolgreiche Behandlung denkbar, wenn auch bei organischen Ursachen erfahrungsgemäß statistisch eher unwahrscheinlich. Bei der Arbeit mit exotischeren Auslöser-Theorien, die eher auf ein Symboldrama oder einem systemischen Kontext hinweisen, ist es wichtig darauf zu achten, dass der Klient aus den "vermeintlichen / unsicheren Auslösern" keine falsche Logik ableitet oder sie als Tatsachen annimmt, die später zu Konflikten führen (z.B. wenn er im Rahmen einer relativ schwammigen freien Assoziation den Eindruck bekommt, sein Vater könnte verantwortlich für die Depressionen sein und darauf hin einen Streit mit diesem beginnt). Sorgfältige Aufklärung und eine kompetente Begleitung auch im Anschluss an die hypnoanalytische Arbeit sind deshalb von großer Bedeutung.

  • "Selbstorganisatorische Hypnose"("Blockadenlösung", Anwendungen bei denen dem Unterbewusstsein Raum gegeben wird, eigene Lösungen zu finden; z.B. auch im Rahmen von auf das Thema abgestimmten Phantasiereisen) können bei der hypnotherapeutischen Behandlung von Depressionen in verschiedener Weise eingesetzt werden. Die individuelle Wirkung kann sehr unterschiedlich sein, da bei Depressionen die Ausgangssituation der Klienten häufig sehr unterschiedlich ist. Teilweise konnten mit selbstorganisatorische Anwendungen aber schon deutliche Linderungen erzielt werden. Auch hier liegt die Stärke eher in der Behandlung reaktiver Depressionen. Ansonsten können selbstorganisatorische Interventionen auch zur Identifikation bzw. zur Erzeugung vom Ressourcen genutzt werden, die anschließend weiterverwendet werden können.

  • Positive Visualisierungen (bspw. sich selbst mit einem Lächeln sehen, sich selbst bei einer Aktivität beobachten - und insbesondere das Abrufen positiver Erinnerungen und Gefühle, das wenn es möglich ist äußerst wirkungsintensiv sein kann ) können sehr gut bei der Zieldefinition, zur Selbsthypnose und als Grundlage für einen Anker dienen und dabei helfen, die Motivation des Klienten zu stärken.

  • Direkte Suggestionen (zur "Programmierung" des Unterbewusstseins) wie "Du wirst Dich im Anschluss an diese Sitzung schon deutlich besser fühlen", "Du wirst von Tag zu Tag fitter und aktiver" o.ä. sind vor allem ergänzend einsetzbar und genügen i.d.R. nicht als alleinstehende Behandlung um eine deutliche Linderung bei Depressionen zu erreichen. Sie werden von Klienten aber oft sehr positiv aufgenommen, da viele Menschen sich die Hypnose genau so vorstellen und sich wünschen, dass der Hypnotiseur etwas "programmiert". Gut ist es, wenn die Suggestionen auch den Wünschen des Klienten entsprechen - das gibt ihm das Gefühl, das genau das zu bekommen, was er sich wünscht und kann zu einer entsprechenden Reaktion in seinem Unterbewusstsein (nämlich dass es diesen Prozess unterstützt) führen.

  • Hypnotische Desensibilisierung belastender Emotionen, die auch in der Behandlung von Ängsten eingesetzt wird evtl. mit begleitendem EMDR kann auch bei der Behandlung von Gewichtsreduktion hilfreich sein hier vor allem, wenn unangenehme Begleitgefühle wie Frust, Wut, Scham, aber auch Ängste vorhanden sind. Das Gefühl der "Antriebslosigkeit" oder "Leere" ist kein Gefühl im eigentlichen Sinne, sondern eher die "Abwesenheit eines Gefühls" und lässt sich daher wenig bis gar nicht desensibilisieren. Dennoch kann jedes vom Klienten bennebare Gefühl wenigstens probeweise desensibilisiert werden - manchmal können auf diesem Weg auch Querverbindungen getriggert werden, die eine andere, dahinter stehende Thematik erreichen und ggf. lösen können.

  • Eine weitestgehend sprachbasierte Wachtrance-Arbeit (bspw. in Form von Gesprächen mit Erickson schen Sprachmustern) hat sich bei der hypnotherapeutischen Behandlung von Depressionen bislang vor allem bewährt, wenn die hypnotische Trance bei Klienten zu Symptomverstärkungen führte (also bspw. noch intensivere Antriebslosigkeit, gesteigertes Grübeln im Anschluss an die Hypnose). Außerdem kann es hilfreich beim Erlangen neuer Einsichten und der Neubewertung bestimmter Sachverhalte sein. Teilweise kann in einem intensiven hypnotischen Gespräch aber auch der Grundstein für eine grundlegende Verhaltensänderung gelegt werden, wenn es dem Hypnotiseur gelingt, den Klienten im Gespräch an einen Punkt zu führen, an dem es "klick" macht. Dies ist auch hier hauptsächlich bei reaktiven Depressionen zu erwarten, während endogene / somatisch begründete Depressionen erfahrungsgemäß weniger intensiv auf eine solche kognitiv-hypnotische Arbeit reagieren.

  • Die Aktiv-Wach-Hypnose (Hypnose unter kontinuierlicher körperlicher Bewegung / Belastung bspw. auf einem Ergometer) ist sehr gut geeignet für die Behandlung von Depressionen, da sie eine spezielle Form der aktivierten Trance erzeugt, die es erlaubt, auch mit Depressiven zu arbeiten, denen andere (entspannungslastigere) Trancezustände nicht gut tun. Zudem scheint diese spezielle Form der Trance eine gewisse antidepressive Wirkung zu haben, da viele Klienten im Anschluss berichten, sich erkennbar besser zu fühlen. Die AWH ist außerdem gut als Basis für die Bewegungsmotivation geeignet (Bewegung kann sich bei Depressionen sehr sehr positiv auswirken), wenn parallel eine Bewegungstherapie angestrebt wird.

  • Selbsthypnose kann bei Depressionen ergänzend eingesetzt werden, sollte allerdings mit Bedacht gewählt und gut auf die Situation des Klienten abgestimmt werden. Positive Autosuggestionen und Visualisierungen können stärkend / aufhellend wirken, wichtig ist aber, dass der Klient ein tatsächliches Erfolgserlebnis damit realisieren kann und er nicht von fruchtlosen Bemühungen demotiviert wird. Bei Klienten, die zum Grübeln neigen oder bei denen die Autosuggestionen in negative Formulierungen kippen (aus "ich werde aktiver und aktiver" wird "ich schaffe das nie"...) ist evtl ganz von einem Einsatz der Selbsthypnose abzusehen oder diesen auf einen Zeitpunkt zu verschieben, an dem der Klient die Übungen gut und stabil durchführen kann.

  • Ein Einsatz von Hypnose-CDsbzw. anderer entsprechender Audioformate kann bei der Behandlung von Depressionen hilfreich sein. Hier sollten vor allem positive / aktivierende / Ich-stärkende Suggestionen und Visualisierungen und gerne auch Erinnerungen an positive Situationen und Emotionen eingesetzt werden. Natürlich sollten Hypnose-CDs nur dann eingesetzt werden, wenn der Klient die dabei induzierte Trance gut verträgt.

  • Gruppen-Hypnose wird bei der Behandlung von Depressionen eher selten eingesetzt. Da die Symptome zumeist sehr unterschiedlich sind und die Klienten teilweise auch sehr unterschiedlich auf verschiedene Induktionen und Trancezustände reagieren. Im Rahmen von Gruppentherapien oder Selbsthilfegruppen sind Gruppen-Interventionen zwar denkbar, diese sollten dann aber von Therapeuten sehr genau auf die Gruppe abgestimmt und idealerweise auch nur durchgeführt werden, wenn das Setting bei Bedarf eine entsprechende Weiterbehandlung des Einzelnen erlaubt.

  • Ideomotorische Anwendungen (Kommunikation mit dem Unterbewusstsein mit Hilfe von Ja / Nein-Signalen über die Finger), hypnosystemische Anwendungen (z.B. direkte Kommunikation mit dem Problem, Arbeit mit Boden-Ankern) können ebenfalls eingesetzt werden und können eine gute Ergänzung sein, wenn es darum geht, sehr spezifische Themen zu bearbeiten. So kann bspw. in Trance das Gespräch mit "der Depression selbst", also einer Abstraktion der Depression gesucht und sie dabei gebeten werden, die Symptome zu lindern. Evtl. kann so auch ein "Vertrag mit der Depression" geschlossen werden, in dem diese (vertreten durch das Unterbewusstsein) zusichert, die Symptome zu lindern, wenn bspw. der Klient sich verpflichtet, sich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen. Solche Vorgänge sollten aber natürlich auch immer sehr individuell gestaltet und auf die Situation des Klienten abgestimmt werden.

  • Selbstverständlich sind auch weitere hypntische Vorgehensweisen denkbar

  • Selbstverständlich sind auch noch weitere hypnotische Herangehensweisen denkbar (die Hypnose bietet ein sehr großes Spektrum an Techniken und Optionen) diese sind zumeist aber vor allem Abwandlungen der o.g. oder eine Kombination dieser mit anderen Techniken und Therapiemethoden dar.

  • Die Liste der möglichen mit der Hypnose kombinierbaren Therapien und Anwendungen bei Depressionen ist lang teilweise wird die Hypnose begleitend zu einer Pharmakotherapie (Anti-Depressiva) oder einer anderen Psychotherapie (bspw. Verhaltenstherapie) eingesetzt, oft nehmen Klienten noch naturheilkundliche Unterstützung in Form von Akupunktur, Phytotherapie, Homöopathie, Nahrungsergänzungsmitteln, Reflexzonentherapie oder Magnetfeldtherapie in Anspruch. Hilfreich ist häufig begleitender Sport (Walking, Schwimmen). Dies alles sollte aber natürlich von erfahrenen und im jeweiligen Gebiet kompetenten Behandlern auf die Bedürfnisse des Klienten abgestimmt werden, damit die Kombination tatsächlich passt. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Kombi-Therapien gemacht, haben dabei aber festgestellt, dass jeder Klient anders auf bestimmte Therapie-Kombinationen reagiert, sodass sich keine "Pauschal-Empfehlung" aussprechen lässt, welche Therapien am intensivsten mit der Hypnose zusammen wirken. Bedenken Sie hier auch immer, dass schon die Verminderung der Medikation für viele Klienten ein wertvoller Erfolg sein kann. Setzen Sie sich und den Klienten nicht unnötig unter Druck "alles unbedingt mit Hypnose schaffen zu müssen", wenn Sie erkennen, dass anderweitige Unterstützung evtl. von Nöten sein könnte.

  • Generell sollte eine hypnotische Behandlung natürlich immer in ein angemessenes Setting eingebettet sein, das es erlaubt, die Behandlung zu individualisieren bzw. auf Reaktionen und Bedürfnisse des Klienten zu reagieren. Es sollte dabei auch immer auf medizinische und psychotherapeutische Aspekte außerhalb des Themas geachtet werden. Möglicherweise hat bspw. eine belastende Lebenssituation, eine emotionale Krise oder eine vollkommen andere Erkrankung Einfluss auf das zu behandelnde Thema. Dann sollten auch diese selbstverständlich angemessen beachtet und behandelt werden.

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